21. Powertriathlon Gera – Sprintdistanz

Nach dem DNS beim Jenaer Duathlon und der damit verbundenen Enttäuschung stand auch lange nicht fest, wie und ob überhaupt der Powertriathlon in Gera bei mir laufen würde. Nachdem ich das hiesige Fachpersonal um Rat bat, stellte sich schnell heraus, dass sich mein Tractus iliotibialis am linken Oberschenkel über die Zeit verkürzt hat und nun bei Belastung aufs äußere Knie drückt. Das klassische Läuferknie. Schmerzhaft, aber mit der Zeit gut therapierbar. Zeit, die ich nicht hatte. Nur zwei Wochen lagen zwischen dem Duathlon und dem ersten Triathlon der Saison. Anfangs war ich sehr optimistisch. Je näher aber der 17.05.15 rückte, desto unsicherer wurde ich, weil die gewünschte „Wunderheilung“ ausblieb.

Ich versuchte die Belastung so gering wie möglich zu halten und so kam ich in den letzten zwei Wochen vor Gera auch nur auf insgesamt 8 h Training. Wobei ich davon 4,5 h im Wasser war. Donnerstag (drei Tage vorm Triathlon) testete ich ein letztes mal das Knie. 1,5 km laufen und 250 m gehen und das Ganze vier mal. Die Schmerzen dabei waren zwar zum Aushalten, ließen mich aber weiter daran zweifeln, dass ich fünf Kilometer nach dem Schwimmen und Radfahren im Wettkampftempo überstehen könnte.

Am Wettkampftag starteten früh um 08:30 Uhr die Damen und Herren der ersten Startwelle des Powertriathlons (OD). Mit dabei war Juliregen, welche ein spannendes Rennen absolvierte und mich damit etwas von meinen „Sorgen“ ablenken konnte. Für weitere Ablenkung sorgten die spontan angereisten Edelgroupies. Eine echte Überraschung. Vielen Dank nochmal für eure Unterstützung.

Mein Start war für 13:30 Uhr angesetzt. Erstmals wurde bei der Volksdistanz zwischen Sprint und Jedermann unterschieden. So kamen laut Startliste auch nur 22 Konkurrenten zusammen (Sprintwertung – für ambitionierte Triathleten und Startpassinhaber).

Schwimmen

Der Start war recht unspektakulär, da wir nur zu sechst auf einer Bahn waren und uns schon im Vorfeld über eine Reihenfolge einigten. Ich sollte als zweites schwimmen und hoffte auf ein wenig Schwimm- bzw. Wasserschatten. Leider konnte ich den aber nur die ersten beiden Bahnen genießen, da das Tempo vom späteren Gesamtsieger Kai Schönbeck einfach zu hoch für mich war. Nach 10:37 min stieg ich aus dem Wasser und war somit elf Sekunden schneller als 2013. Zufrieden könnte ich mit der Zeit sein. Bin es aber nicht so richtig. Gerne wäre ich einen Ticken schneller unterwegs gewesen. Es war halt einfach nicht mehr drin an diesem Tag.

Wechsel

Der Lauf in die Wechselzone lief schon mal ohne Schmerzen. Ein gutes Zeichen. Zum Aufatmen blieb aber keine Zeit, da drei Athleten (plus zwei Junioren) vor mir aus dem Wasser stiegen und ich auf dem Rad möglichst viele davon wieder einholen wollte. Um meine Wechselzeit von 2013 zu verbessern, entschied ich mich gegen Socken und stieg so erstmalig barfuß in meine Radschuhe. Damit sparte ich 40 Sekunden gegenüber 2013 ein.

Radfahren

Auf dem Rad lief es einigermaßen. Im Endeffekt konnte ich mein Ziel aber nicht erreichen, muss aber dazu sagen, dass ich gerade in engen Kurven und an den Wenden viel Zeit verloren habe. Nach einem Sturz im Training war ich hier einfach noch ein wenig blockiert und konnte nicht frei fahren. Auf den Geraden lief es recht gut. Trotzdem machte ich keinen Platz gut. Im Gegenteil. Ich verlor sogar einen.

Wechsel

Als Fünfter mit nur zwei Sekunden zum Vierten stieg ich vom Rad und wechselte 21 Sekunden schneller als 2013 in die Laufschuhe. Insgesamt sparte ich alleine bei den Wechseln also eine gute Minute ein.

Laufen

Aufgrund der für mich recht schwachen Radleistung war der Abstand zum angepeilten Podium relativ groß. Ganze 44 Sekunden lagen zwischen mir und dem zu diesem Zeitpunkt Drittplatzierten. Natürlich wusste ich das nicht. Durch die mit uns gestarteten Junioren war das Feld sehr unübersichtlich. Es spielte in diesem Moment für mich auch keine Rolle. Ich wollte einfach nur laufen und das möglichst schnell und schmerzfrei.

Insgesamt mussten drei Runden im flachen Hofwiesenpark absolviert werden. Schon nach wenigen hundert Metern konnte ich meinen auf dem Rad verlorenen Platz wieder wett machen. Immer wieder horchte ich ins Knie. Aber da war nichts. Kein Schmerz, der mich behinderte. Also drückte ich weiter aufs Tempo. Kilometerzeiten knapp unter 03:50 min/km stimmten mich zufrieden. Die Groupies am Streckenrand waren sicher nervöser als ich. Wussten sie ja nicht, dass ich schmerzfrei war und frei laufen konnte. Dafür wussten sie im Gegensatz zu mir, auf welcher Position ich mich befand, was die Sache sicherlich noch aufregender machte. Zum Ende der letzten Runde war mir klar, dass ich es bis ins Ziel schaffe. Ich gab nochmal alles und bog auf die Zielgerade ein. Ein herrlicher Moment mal wieder einen Triathlon gefinisht zu haben. Liegt der letzte ja mittlerweile fasst 22 Monate zurück.

Fazit

Unter den Umständen hätte ich mir kaum ein bsseres Comeback vorstellen können. Ich konnte den dritten Platz aus 2013 wiederholen und dann auch noch meine Gesamtleistung deutlich steigern. Vielen Dank nochmal für die Untertützung an der Strecke. Auch wenn ich während des Rennens meistens von außerhalb nichts aufnehme, hilft es ungemein zu wissen, das da jemand ist ;-).

Jetzt freue ich mich auf die weitere Saison. Die nächsten Wettkämpfe sind geplant und das Knie muckt hoffentlich auch bald nicht mehr auf.

Und wie üblich zum Abschluss der Wettkampf in Zahlen (Ergebnisse):

Schwimmen 10:37 min 700 m 01:31,0 min/100 m
Wechsel 1: 01:50 min
Rad: 30:58 min 19,43 km 37,65 km/h
Wechsel 2: 00:48 min
Laufen 19:21 min 5.090 m 03:48,1 min/km
offizielle Gesamtzeit: 01:03:34 h
Gesamtplatzierung: 3. von 17
AK-Platzierung: 1. von 1

38. Rhein-Volkslauf 2015

Bis Ende Januar lief alles nach Plan. Die Schwimmform passte, die Laufform war auf einem guten Weg und Radfahren kann ich ohnehin recht ordentlich. Was dann aber folgte, waren mehrere Wochen der Ruhe. Ruhe, die ich nicht wollte. Ich war motiviert und wollte nach der ersten Grundlagenphase einfach weiter trainieren. Leider kriegt man nicht immer das, was man will.

Gleich zweimal erwischte es mich. Beim ersten Mal waren es „nur“ die Nasennebenhölen, welche mal wieder um Aufmerksamkeit bettelten. Beim zweiten Mal dann wieder die NNH und ein Infekt, der mich mehrere Tage jämmerlich ans Bett fesselte. Da war sie dahin, die perfekte (verletzungs- und krankheitsfreie) Saisonvorbereitung. Es war mehr als demotivierend zu sehen, wie die Form wieder verschwand. Aber egal. Die Talfahrt scheint überstanden und ich trainiere wieder nach Plan.

Bei Juliregen (wir trainieren zusammen den gleichen Plan) hatte sich ein 10 km-Test nach der ersten Aufbauphase in den vergangenen Jahren als sinnvoll erwiesen. Und so kam es, dass ich zusammen mit ihr am 38. Rhein-Volkslauf in Maximiliansau teilnahm. Zehn Kilometer auf flacher, asphaltierter und vermessener Strecke. Ein Formtest, der mir vor allem zeigen sollte, wo ich nach den Krankheitsphasen stehe.

Das Starterfeld war wirklich gut besetzt und so musste ich nur die letzten drei bis vier Kilometer alleine gegen den Wind laufen. Zu meiner Freude konnte ich mich am Anfang zurück halten, so dass ich am Ende sogar einen negativen Splitt schaffte.

Am Ende speicherte die V800 eine 37:58 min für 10 km. Bis zum Ziel waren es dann aber noch ein paar Meter und so beendete ich mit 38:29 min das Rennen.

In den nächsten Wochen warten dann weitere Highlights. Beim Jenaer Duathlon werde ich mich mal auf der langen Strecke probieren (aus dem Training heraus) und anschließend zwei Wochen später beim Powertriathlon auf der Sprintdistanz versuchen aufs Treppchen zu kommen oder zumindest meine Zeit aus dem Jahr 2013 ein wenig zu verbessern.

Zusammenfassung:

Zeit: 00:38:29 h

Gesamtplatz: 26. von 382

AK-Platz: 9. von 24

(Ergebnisse)

Strecke bei GPSies.de

Bericht Juliregen

Neues Jahr neue Ziele

Nach meiner ersten „richtigen“ Triathlon-Saison im Jahr 2013 könnte man sagen, dass ich in ein Loch viel. Man könnte aber auch sagen, dass ich nach der Off-Saison einfach Probleme hatte mir neue Ziele zu setzen. So begann 2014 recht unspektakulär. Ich lief ab und an in den Jenaer Kernbergen, um ein wenig Abstand zum Schreibtisch zu bekommen. Dieser sollte nämlich in den ersten drei Monaten des Jahres 2014 mein Platz sein.

Der Abgabe Termin der Bachelor-Arbeit rückte näher und als wäre das nicht Stress genug mit ihm der Auszugstermin und der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. So verlagerte sich mein Lebensmittelpunkt im April in den wunderschönen Süden.

Nachdem die Umzugskartons ganz langsam weniger wurden, entwickelte sich auch bei mir wieder der Wille, mich sportlich zu betätigen. Da Triathleten im Winter gemacht werden, fiel das also schon mal flach ;-). Zum Schwimmen konnte ich mich nur bedingt motivieren und beim Laufen hätte ich einfach zu viel Zeit benötigt, um wieder rein zu kommen ohne eine erneute Verletzung zu riskieren. Was blieb, war das Radfahren. Vorteil dabei war auch, dass ich die neue Umgebung viel besser kennenlernte :-). Am Anfang fuhr ich relativ planlos durch die Gegend. Einfach um wieder eine gewisse Form zu erlangen. Später wollte ich dann aber auch mehr und suchte nach größeren Herausforderungen.

Als Highlights bleiben mir der Schauinslandkönig (Einzelbergzeitfahren), die Staffelteilnahme beim Breisgau Triathlon (Radpart bei der Mitteldistanz) der SURM (Schwarzwald Ultra Rad Marathon) und der Rothaus RiderMan (dreitägiges Etappenrennen) in guter Erinnerung. Ich verzichte an dieser Stelle auf weitere Ausführungen. Hat Juliregen doch wunderschöne Artikel verfasst:

Schauinslandkönig (11,5 km | 800 HM)

Breisgau Triathlon (80 km |1.100 HM)

SURM 2014 (230 km | 4.000 HM)

Rothaus RiderMan Tag 1: Einzelzeitfahren (16 km | 200 HM)

Rothaus RiderMan Tag 2: Radrennen (92 km | 1.350 HM)

Rothaus RiderMan Tag 3: Radrennen (90 km | 1.150 HM)

Abschließend war das Jahr 2014 ein Jahr der Veränderungen. Und auch wenn ich „nur“ Rad gefahren bin, blicke ich auf viele schöne Momente zurück. Im neuen Jahr kehre ich aber wieder zum Triathlon zurück. Wie gesagt: Triathleten werden im Winter gemacht und so wurde für eine erfolgreiche 2015er Saison bereits im letzten Jahr der Grundstein gelegt.

Nach der Off-Saison begann ich wieder alle drei Sportarten regelmäßig zu trainieren. Gerade beim Schwimmen wurde ich für meine Nachlässigkeit bestraft. Besonders die ersten Einheiten waren hier sehr anstrengend und demotivierend. Trotzdem habe ich weiter gemacht und wurde am 29.11.2014 wirklich sehr überraschend nach nur acht Wochen und 20 Einheiten (ca. 15 h) mit einer neuen Bestzeit beim Schwimmtest über 1.000 m belohnt (von 15:28 min auf 15:23 min). Weitere vier Wochen später konnte ich auch diese bereits wieder verbessern (15:06 min). Nie im Leben habe ich damit gerechnet. Vielmehr hatte ich gehofft bis zum Wettkampfstart wieder an meine alte Form anzuknüpfen. Und auch beim Laufen mache ich so langsam wieder Fortschritte :-).

Ich freue mich auf eine neue Triathlon-Saison und wünsche allen Lesern an dieser Stelle noch mal ein frohes neues und vor allem verletzungsfreies Sportjahr 2015.

30. Leipziger Triathlon – Erste Olympische Distanz

Da war er nun, der 28.07.2013. Der Tag, an dem ich meine erste Olympische Distanz im Rahmen des 30. Leipziger Triathlons absolvieren wollte. Lange habe ich auf diesen Tag hingearbeitet und doch wusste ich nicht so richtig, was mich erwartet. Trotzdem ging ich nicht ohne Plan an den Start. Die Zielstellung war das Schwimmen zu überleben, möglichst nah an einen 40er Radschnitt zu kommen und beim Laufen nicht länger als vier Minuten pro Kilometer zu brauchen.

Da es sich beim Leipziger Triathlon für Juliregen und mich um einen Jahreshöhepunkt handelte, nahmen wir uns eine kleine Unterkunft in der Nähe des Kulkwitzer Sees und reisten bereits am Samstag mit dem Auto nach Leipzig. So konnten wir schon am Vortag die Startunterlagen abholen und die Radstrecke mit dem Kfz nochmals sichten.

Am Abend ging es dann zeitig ins Bett, um am Wettkampfsonntag dann noch zeitiger am Ort des Geschehens zu sein. Vielleicht sind drei Stunden vorm Start wirklich bisschen früh, aber so hat man wenigstens genügend Zeit, um sich auf alles vorzubereiten.

So perfekt die Vorbereitung auch vonstatten geht, so hat man keinen Einfluss auf das Wetter. Vorhergesagt waren 38°C zwischen 11 und 14 Uhr (Start: 11:05 Uhr). Glücklicherweise blieben wir aber verschont und so kletterte das Thermometer „nur“ auf 30°C.

Schwimmen

Bereits am Vortag die Meldung: „Mittlere Wassertemperatur um 23:55:00 – 25 Grad. Neopren ist nicht wird nicht erlaubt.“ Da hatte ich Glück im Unglück, hing der Neoprenanzug doch zur Abfahrt bereit an der Garderobe in Jena.

Pünktlich um 11 Uhr starteten die 200 Teilnehmer mit Lizenz und den roten Badekappen. Anschließend wurden die 400 Athleten ohne Startpass ins Wasser gelassen. Ich schwamm mich kurz ein und sortierte mich in die zweite Startreihe, da ich davon ausgegangen bin, dass die guten Schwimmer in der ersten Startwelle vertreten waren.

Der Start erfolgte aus dem Wasser heraus, was die Sache gerade am Anfang deutlich entspannter machte. Kaum Gekloppe und auch ansonsten kam ich gut weg und fand meinen Rhythmus.

Geschwommen wurde ein kleiner Dreieckskurs mit insgesamt drei Bojen, welche wirklich gut sichtbar aus dem Wasser ragten. Highlight vom Schwimmen war ein ca. ein Meter langer Fisch, welcher kurz vorm Ende unter mir schwamm. Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Ich hatte keine Probleme und kam nach 25:41 min aus dem Wasser.

Insgesamt war dies die 19. Schwimmzeit von allen Startern der Olympischen Distanz, worauf ich schon ein bisschen stolz bin, zumal ich die letzten drei Wochen nur sehr spärlich schwimmen war, da die örtlichen Gegebenheiten es nicht wirklich zuließen. Mein Ziel das Schwimmen lediglich zu überleben konnte ich somit mehr als übererfüllen :-). Aber das Rennen fing ja auch erst an.

1. Wechsel

Schon der Schwimmausstieg war ein Traum. Rechts und links die jubelnden Zuschauer. Gänsehaut pur. Angekommen in der Wechselzone fand ich schnell mein Rad und wechselte ohne Probleme. Vergleicht man die Wechselzeiten mit anderen Startern habe ich hier aber noch Potential ;-).

Rad

Auf dem Rad konnte ich von Anfang an ordentlich Druck machen und bereits nach der ersten von vier Radrunden zeigte mir mein Garmin eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 40 km/h an. Diesen Schnitt wollte ich natürlich halten. Dazu musste ich gerade auf dem Stück mit Gegenwind hart arbeiten. Glücklicherweise gibt es bei einem Rundkurs dann aber auch immer ein Stück mit Rückenwind, auf dem die verloren gegangene Zeit wieder eingeholt werden muss.

Was der Fisch beim Schwimmen war, war beim Radfahren Maik Petzold. Als dieser mich als Führender überrundete, fragte er mich, wie viele Runden denn zu fahren seien. Im ersten Moment war ich sehr verwundert, welcher Depp sich denn nun wieder mit seiner Zeitfahrmaschine beschwert, da ich die Frage zunächst nicht verstand. Erst als er vorbei war, realisierte ich,  wer mich da von der Seite anquatschte :-).

Am Ende meiner 2. Runde konnte ich in einer kleinen Gruppe, welche nebeneinander fuhr, Marcus ausmachen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn so früh überrunden kann und so motivierte dies natürlich zusätzlich. Ein kurzer Gruß und ab ging die Post. Mit 50,1 km/h erreichte ich hier (natürlich bei Rückenwind) meine Höchstgeschwindigkeit. Danke dafür ;-).

Auch am Ende von Runde drei war mein Schnitt noch knapp über 40 km/h. Es wurde aber schwerer und so konnte ich das Tempo nicht mehr ganz so hoch halten. Gefühlt war natürlich der Wind schuld, welcher nun stärker von vorne und dafür weniger von hinten wehte. In Wirklichkeit war ich aber am Limit und konnte einfach nicht schneller. Auf dem letzten Stück fuhr ich mit deutlich weniger Druck, um die Beine zu lockern. Schließlich lagen noch knapp 10 km Laufstrecke vor mir. Am Ende reichte es dann zumindest für einen guten 39er Schnitt auf der 42,45 km langen Radstrecke, welche durch die vielen Starter ab Runde zwei doch recht voll war. So musste ich die meiste Zeit links fahren und war froh, wenn ich mal nicht überholen musste und einfach nur fahren konnte.

2. Wechsel

Beim Checkin prägte ich mir die Laufwege gut ein und so fand ich schnell meinen Platz. Alles ohne Probleme und für meine Verhältnisse recht zügig. Am Ausgang der Wechselzone drückte ich meine Uhr und startete die Aufzeichnung.

Laufen

Ich kam auf den ersten Metern recht gut rein. Kein Geeiere, keine Krämpfe und auch sonst lief es zunächst wirklich gut. Die ersten 500 m mit einer Pace von 03:52 min/km. Dieses Tempo konnte ich aber nicht halten und so waren die zweiten 500 m mit 04:22 min/km (inkl. kleiner Anstieg) schon deutlich langsamer. Auch im weiteren Verlauf wurde ich langsamer. Keine Ahnung, woran es lag. Ich war einfach platt. Die Beine schwer wie Blei. Immer wieder versuchte ich das Tempo zu erhöhen, um dem Einbruch entgegenzuwirken. Doch es half nicht.

leipziger-triathlon_2013-07-28_13-04-45_rb_L (max. 3000px)_598697Wahrscheinlich war die angesetzte Pace nach dem anstrengenden Radfahren einfach zu hoch. Vielleicht hätte ich langsamer anlaufen sollen. Vielleicht war es auch zu warm. Alles Spekulationen. Fakt ist, dass ich mit dem Tempo nicht glücklich war. 04:34 min/km sind für mich einfach enttäuschend. Gerade weil es im Training deutlich besser lief.

Mal sehen, was die Zukunft noch bringt. Wäre schon schön, wenn ich das mit dem Bein endlich in den Griff kriege. Ich laufe gerne und gerne würde ich auch wieder schnell laufen.

Fazit

Da ich eigentlich vom Laufen komme und erst seit weniger als einem Jahr strukturiert alle drei Disziplinen trainiere, bin ich vor allem mit der Schwimm- und Radleistung sehr zufrieden. Beim Laufen hapert es ein wenig. Ich denke, dass ich hier größere Umfänge brauche. Leider war das in der Vergangenheit auf Grund von Shin-Splint am rechten Bein aber nicht möglich.

Ansonsten war der Leipziger Triathlon ein würdiger A-Wettkampf. Der perfekte Höhepunkt für meine erste Triathlonsaison. Sollte es sich ergeben, werde ich sicher nicht das letzte Mal dort gewesen sein.

Und wie üblich zum Abschluss der Wettkampf in Zahlen (Ergebnisse):

Schwimmen: 00:25:41 h (19) für 1550 m 01:39,4 min/100m
Wechsel: 00:01:47 h (169)
Rad: 01:04:23 h (36) für 42,45 km 39,56 km/h
Wechsel: 00:01:04 h (89)
Lauf 2: 00:43:40 h (97) für 9.56 m 04:34,1 min/km
offizielle Gesamtzeit: 02:16:35 h
Gesamtplatzierung: 38. von 454
AK-Platzierung: 10. von 48

27. Erfurt Triathlon – Sprintdistanz (Jedermann)

Aus dem Training heraus und als Ersatz für eine geplante Koppeleinheit wollte ich in diesem Jahr beim Erfurt Triathlon an den Start gehen. Es standen zwei Varianten auf den Plan: Sprint oder Jedermann. Laut Ausschreibung war der Sprint für Startpassinhaber gedacht. Nach kurzer Anfrage beim Veranstalter konnte man aber auch ohne Startpass beim Sprint starten. Einzige Unterschiede waren also, dass die Sprintathleten sechs Minuten vor den Jedermännern starteten und es auch eine eigene Wertung gab.

Im Vorfeld war klar, dass ich mich für den Sprint melden wollte. Leider verlief die Voranmeldung dort aber so schleppend, dass ich mich am letzten Tag der Frist doch für den Jedermann-Wettkampf entschied, da hier viel mehr Athleten gemeldet waren.

Am Wettkampfort angekommen zeigte sich das Wetter nicht unbedingt von der schönsten Seite. Viel Regen  und eine Wassertemperatur von 17°C laden nicht gerade zum gemütlichen Planschen ein. Aber egal, in Leipzig kann es auch regnen und man muss es sowieso nehmen, wie es kommt.

Die Startunterlagen, welche aus Chip und Startnummer bestanden, waren schnell abgeholt und so konnte ich in aller Ruhe das Rad einchecken. Anschließend ein kurzer Blick auf die Infotafel, um festzustellen, dass aus der Laufrunde um den See mit einem Anstieg nun eine Wendepunktstrecke mit zwei Anstiegen geworden war. Egal, ist ja nur Training.

Schwimmen

Nach der Erwärmung zwängte ich mich in den Neo und begab mich zum Schwimmstart, wo die Wettkampfeinweisung stattfinden sollte. Von der bekam ich allerdings nichts mit, da der Verantwortliche es nicht fertig gebracht hat ins Mikrofon zu sprechen.

Noch mit dem Rücken zur Schwimmstrecke - ahnungslos, dass es gleich knallt

Noch mit dem Rücken zur Schwimmstrecke (weiße Badekappe) – ahnungslos, dass es gleich knallt

Also kurz einschwimmen, rumblödeln mit anderen Startern und sich die Zeit vertreiben. Dann plötzlich der Startschuss. Wie? Jetzt schon? Ich war doch noch gar nicht bereit. Die Brille hatte ich zum Glück vom Einschwimmen noch auf, da ich mit Nasenklammer aber komisch rede, hatte ich diese noch in der Hand.

So ein Schwimmstart ist immer aufregend - erst recht wenn er so plötzlich kommt

So ein Schwimmstart ist immer aufregend – erst recht, wenn er so plötzlich kommt

Alles stürmte los. So ein Mist. Ich versuchte schnell die Klammer aufzusetzen und irgendwie eine Lücke nach Vorne zu finden. Die großen Schläge blieben glücklicherweise aus. Links von mir schwammen ca. drei Athleten, welche ich aber auf dem Weg zur ersten Boje (Dreieckskurs mit  insgesamt zwei Bojen) hinter mir lassen konnte. Ich schwamm im Zweierzug und wusste nicht, dass rechts neben mir keiner mehr war und stellte mich dementsprechend auf Feindkontakt an der ersten Boje ein. Dieser blieb aber aus und ich war verwirrt. Ohne zurückzublicken war ich fest davon überzeugt, dass da beim Start was falsch lief. Ich alleine ganz vorn? Das kann nicht sein.

Da es mir aber nicht auf eine Platzierung ankam, stellte ich mich auf einen Fehlstart ein und rechnete schon mit einer Disqualifizierung. Auf jeden Fall wollte ich aber das Rennen beenden, da mir ansonsten eine komplette Qualitätseinheit fehlen würde.

So schwamm ich also Richtung Ausstieg und kletterte zusammen mit den letzten der Sprintwelle aus dem Wasser.

Was mich am plötzlichen Start am meisten ärgerte, war, dass ich meine Uhr nicht gedrückt hatte. So ist in der Schwimmzeit ein Wechsel mit drin, welcher das Ergebnis natürlich total verfälscht.

Schwimmzeit inkl. Wechsel: 00:13:24 h
Platzierung Jedermann: 1. von 90
Theoretische Platzierung Sprint: 13. von 25
Theoretische Platzierung Gesamt: 13. von 114

T1

In der Wechselzone fand ich ohne Probleme mein Rad und schlüpfte wie gewohnt in Socken und Radschuhe. Ganz ehrlich könnte ich mir auch nicht vorstellen auf dem Untergrund 100-150 m barfuß zu laufen. Alleine auf dem kurzen Stück zum Rad (ca. 10 m) zog ich mir einen ein Zentimeter langen Schnitt am Zeigezeh zu. Diesen bemerkte ich allerdings erst zu Hause.

Ausziehen des Neos klappt schon ganz gut

Das Ausziehen des Neos klappt schon ganz gut

Rad

Auf dem Rad war die Vorgabe klar: Vollgas, ohne Abschuss. Durch die insgesamt zwei Anstiege und die damit verbundenen 245 HM war ans Rasen im ersten Moment aber nicht zu denken.

Es ging stetig den Berg (Hügel) hoch. Nach einer Kurve dann der wahre Anstieg. Kette links und kurz vorm Umfallen. Ich sammelte noch eine Sprinterin ein, welche sich im Wiegetritt ebenfalls bemühte auf Grund fehlender Geschwindigkeit nicht umzufallen [hier liegt die Verdeutlichung natürlich in der Übertreibung der Tatsachen ;-)].

Den größten Teil der Radstrecke war ich alleine unterwegs und versuchte irgendwie die verlorene Pace vom Anstieg wieder einzufahren. Ganz gelingt das natürlich nicht, aber versuchen kann man’s ja ;).

Zum Glück regnete es nicht. Trotzdem waren die Straßen nass und teilweise von extrem schlechter Qualität. Einmal übersah ich ein Schlagloch und litt förmlich mit meinem Rad mit.

Radzeit  ohne Wechsel: 00:36:35 h
Platzierung Jedermann: 1. von 90
Theoretische Platzierung Sprint: 1. von 25
Theoretische Platzierung Gesamt: 1. von 114

Trotz des Laktatfestivals am Donnerstag bei meinen Bergintervallen erreichte ich den schnellsten Radsplit. So langsam kristallisiert sich diese Disziplin als meine Stärke heraus.

T2

Zurück in der Wechselzone freute ich mich über einen Schnitt von knapp über 36 km/h und stieg in die Laufschuhe, welche in einer Tüte auf ihren Einsatz warteten. Zum ersten Mal wollte ich auch testen, ob ich während des Laufens ein Gel runterkriege und so nahm ich dieses auch noch mit.

Laufen

Ohne Konkurrenz ging ich also auf die Laufstrecke und traf nur ein paar Sprinter. Wie immer versuchte ich das Tempo hochzuhalten und stellte mich auf den Anstieg ein. Dieser Bestand aus zwei Abschnitten. Das erste  Stück auf befestigtem Untergrund lief sich ja noch recht gut. Das zweite Stück dann aber auf weicher Wiese war einfach nur grausam. Ich nahm Tempo raus und versuchte kontrolliert aufzusetzen. Auch beim Abstieg lief ich hier nicht volles Risiko. Die Gefahr umzuknicken war einfach zu hoch.

Auf einen Zielsprint als solchen verzichtete ich auch, da ich diesen beim Koppeln ja auch nicht mache. Außerdem war die Motivation nicht wirklich da, hier das letzte aus mir herauszuholen. Warum auch?!

Laufzeit inkl. Wechsel: 00:21:36 h
Platzierung Jedermann: 5. von 90
Theoretische Platzierung Sprint: 14. von 25
Theoretische Platzierung Gesamt: 18. von 114

Ziel

Im Ziel gab es dann keine Disqualifikation und somit musste ich wohl gewonnen haben. Zufrieden kann ich mit dem Sieg aber natürlich nicht sein, da insgesamt acht Teilnehmer aus der Sprintwertung schneller waren als ich. Irgendwie verstehe ich diese Einteilung nach Startpassinhaber und Leute ohne auch nicht. Bei den Frauen kam die Tagesschnellste beispielsweise aus dem Jedermann-Wettkampf. Das Ziel des Veranstalters war es den Jedermännern einen eigenen Wettkampf zu bieten. Hier bleibt aber offen, wer denn nun ein Jedermann ist. Bin ich ohne Verein und ohne Startpass nun per Definition ein Jedermann oder bin ich auf Grund meiner Leistung und dem damit verbundenen Trianingsaufwand kein Jedermann. Ich persönlich fand die Trennung schon ein wenig unglücklich. Zumal es für die wahren „Anfänger“ den sogenannten Wohlfühltriathlon (0,4/10/2,5) gab.

Gesamtzeit: 01:11:35 h
Platzierung Jedermann: 1. von 90
Theoretische Platzierung Sprint: 9 von 25
Theoretische Platzierung Gesamt: 9. von 114

Fazit

Eigentlich ein schöner Wettkampf, auch wenn die Radstrecke teilweise wirklich schlecht ist und die Laufstrecke auch Wünsche offen lässt. Was aber gar nicht ging, war der Start. Es ist doch nicht zu viel verlangt, dass jemand ein Mikrofon (welches ja vor Ort war) in die Hand nimmt und wenigstens kurz mal sagt, dass es jeden Moment losgeht. Mich hat das alles sehr verwirrt und ich bin wirklich froh, dass es für mich nur ein Wettkampf mit der Priorität C war.

Highlight waren, und das muss hier auch gesagt werden, die leckeren Cookies und Brownies, welche McDonalds Erfurt sponserte. Insgesamt waren die Zielverpflegung und Siegerehrung gut organisiert. Als Finishergeschenk gab es sogar ein kleines Handtuch vom Erfurt Triathlon.

Der 27. Erfurt Triathlon – Sprintdistanz (Jedermann) – in Zahlen (Ergebnisse):

Schwimmen
inkl. Wechsel
00:13:24 h für 750 m + Wechsel  ???
Rad: 00:36:35 h für 22,02 km 36,11 km/h
Wechsel: 00:01:24 h
Lauf 2: 00:20:12 h für 5.010 m 04:01,9 min/km
offizielle Gesamtzeit: 01:11:35 h
Gesamtplatzierung 1. von 90
AK-Platzierung 1. von 14

2. Sonnenwendschwimmen am Kulkwitzer See

Obwohl die Schwimmsituation in Jena im Winter nicht die beste war, habe ich es auch hauptsächlich durch die vielen Besuche im Hofwiesenbad in Gera geschafft einigermaßen schwimmen zu lernen. Leider fiel diese traumhafte Anlage dem letzten Hochwasser zum Opfer und musste nun auch vorübergehend geschlossen werden. So sind in Jena drei von vier Schwimmstätten auf Grund von Hochwasserschäden (Schleichersee), Baumängeln (GalaxSea) und umfangreichen Renovierungsarbeiten (Ostbad) geschlossen. Was bleibt ist die Schwimmhalle in Lobeda West, welche aber nur bedingt der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

In der näheren Umgebung bleibt da nur das Freibad in Stadtroda und die Roland-Mathes-Schwimmhalle in Erfurt (Mo geschlossen). Da Freibäder bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30°C auch das gemeine, nicht schwimmende Volk (nicht böse gemeint) anzieht, waren auch in Stadtroda die Bedingungen nicht wirklich optimal.

Ich will jetzt aber nicht weiter darauf rumreiten. Sicher gibt es Gegenden, in denen man noch schlechtere Bedingungen vorfindet. Wir machen einfach das beste daraus und eigentlich soll es ja auch um das Sonnenwendschwimmen gehen.

Es war Marcus, der uns mit einer Nachricht auf Twitter auf das 2. Sonnenwendschwimmen aufmerksam gemacht hatte. Es standen drei verschiedene Streckenlängen zur Verfügung (750 m / 1500 m und 3000 m). Da ich auf Grund der oben beschriebenen Bedingungen am Mittwoch die Schwimmeinheit leider ausfallen lassen musste und in dieser Größenordnung noch nie im Freiwasser unterwegs war, reisten wir nun also nach Leipzig an den Kulki.

Der Start sollte bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen um Punkt 19:30 Uhr erfolgen. Wir waren pünktlich (naja eigentlich wie immer viel zu früh) gegen 18 Uhr am Ort des Geschehens. Kurz die 5 € Startgebühr gegen eine Badekappe und Startnummer auf dem Handrücken getauscht und schon war es immer noch ganz schön lange bis zum Start ;-).

Traumhaftes Wetter beim 2. Sonnenwendschwimmen am Kulkwitzer See

Traumhaftes Wetter beim 2. Sonnenwendschwimmen am Kulkwitzer See

Wie es immer so ist, verfliegt die Zeit dann aber doch und zusammen mit vielen anderen Athleten kletterten wir in unsere Neos (war nicht Pflicht – 20°C Wassertemperatur). Dabei war ich erstaunt, dass viele den Neo ohne besondere Technik anziehen. Teilweise war es auch recht lustig mit anzusehen und so verging die Zeit natürlich noch schneller.

Nun war es 19:15 Uhr. Zeit für die Erwärmung. Aber wie? Ich kreiste ein wenig mit den Armen und begab mich ins Wasser. Dort angekommen musste ich aber wieder zurück. Meine Nasenklammer ruhte sich noch im Beutel aus und musste wachgerüttelt werden.

Wieder zurück im Wasser flutete ich meinen Neo, verteilte das angenehm kühle Wasser und schwamm mich warm. Was man so Warmschwimmen nennen kann. Insgesamt waren es bei mir wahrscheinlich nicht mal 50 m. Noch zwei Minuten bis zum Start. Über die Position machte ich mir keine Gedanken. Ich befand mich irgendwo im Mittelfeld und hatte keine Ahnung, was mich erwartet.

Der Startschuss erfolgte und es ging los. Oder auch nicht. Überall waren Beine, Arme, Körper und Köpfe. Ich kannte das zwar von Triathlonstarts, hatte aber (warum auch immer) nicht damit gerechnet, dass es beim reinen Schwimmen auch so schlimm ist.

Auf zur letzten Runde

Auf zur letzten Runde

Glücklicherweise ist so ein See ja breit und so verteilten sich die Massen mit der Zeit, sodass ich frei schwimmen konnte und auf die erste von zwei Bojen zusteuerte. Insgesamt durfte ich vier Runden a 750 m schwimmen. Wobei die Strecke im Laufe des Rennens immer einsamer wurde.

Ich versuchte kontrolliert und möglichst ohne Umwege zu schwimmen. Zum Ende der dritten Runde merkte ich, dass die Kraft nun doch etwas nachlässt. Zum Glück galt es nur noch eine Runde zu schwimmen. Insgesamt konnte ich das doch relativ hohe Anfangstempo nicht halten und so ergaben sich für die einzelnen Runden folgende Zwischenzeiten:

 10:47 min 750 m 01:26,3 min/100 m
 10:57 min 750 m 01:27,6 min/100 m
 11:14 min 750 m 01:29,9 min/100 m
 11:27 min 750 m 01:31,6 min/100 m
 44:25 min 3000 m 01:28,8 min/100 m

Inwieweit die Strecke jetzt genau 750 m lang war, kann ich natürlich nicht sagen und auch schlecht nachvollziehen. Trotzdem bin ich mit der Schwimmzeit zufrieden. Ein Defizit ist klar die Kraftausdauer. Ich schwimme im Neo zwar deutlich schneller, verliere aber hinten raus auch deutlich mehr Zeit. Auch vom Empfinden her würde ich sagen, dass ich mit dem Neo mehr Druck aufbauen kann, die Kraft am Ende aber nicht mehr ausreicht, diesen Druck aufrecht zu erhalten. Da ich in diesem Jahr im Wettkampf aber auch nur 1500 m schwimmen will, bin ich mit der vorhandenen Schwimmform eigentlich zufrieden.

Beim Schwimmausstieg nach anstrengenden 3000 m Freiwasserschwimmen

Beim Schwimmausstieg nach anstrengenden 3000 m Freiwasserschwimmen

Nun hoffe ich, dass die Schäden im Hofwiesenbad schnell behoben werden können und ich wieder bei optimalen Bedingungen vergleichbare Trainingsergebnisse erzielen kann. Vom Gefühl her kann ich nämlich ganz schlecht abschätzen, ob ich mich in der letzten Zeit verbessern konnte.

Und zum Abschluss noch ein paar Zahlen (Ergbnisse):

offizielle Gesamtzeit: 00:44:25 h
Gesamtplatzierung: 9. von 49
AK-Platzierung: 2. von 5

27. Apoldaer Triathlon – Sprintdistanz

Nachdem ich den ersten A-Wettkampf der Saison mit dem Powertriathlon in Gera erfolgreich absolviert habe, steht auch schon der nächste WK dieser Kategorie in den Startlöchern. Gemeint ist natürlich meine erste Olympische Distanz im Rahmen des Leipziger Triathlons am 28.07.2013. Macht summa summarum elf Wochen Training zwischen beiden A-Wettkämpfen. Zieht man eine Woche Regeneration nach dem Triathlon in Gera ab, so bleiben noch genau zehn Wochen für die effektive Vorbereitung. Nach Friel also zwei Aufbauphasen – wobei die zweite anstatt vier nur aus drei Wochen besteht – zwei Wochen Höchstleistungsphase und dann auch schon die Wettkampfwoche.

Die ersten vier Wochen der Vorbereitung sind Geschichte und wer Friels Methodik kennt, der weiß, dass am Ende der Aufbauphasen immer ein Leistungstest ansteht. Dieser wurde dieses Mal nicht im Wohnzimmer auf der Rolle absolviert, sondern fand im Rahmen des 27. Apoldaer Triathlons statt.

Bereits im letzten Jahr waren Juliregen und ich vor Ort. Teilgenommen hatte ich damals aber nicht. Ich war einfach noch nicht infiziert vom Triathlonfieber – jetzt hingegen schon. Das Streckenangebot sah eine Volksdistanz (0,4/10/2,5) und eine Sprintdistanz (0,75/20/5) vor. Wir meldeten für die Sprintdistanz.

Das Teilnehmerfeld war im Vergleich zum Powertriathlon in Gera (hier gab es neben der Sprintdistanz die Olympische als Hauptwettkampf) natürlich stärker besetzt und so freute ich mich auf den Start und die bevorstehenden Zweikämpfe.

Wie immer reisten wir sehr früh an, um uns einen Überblick zu verschaffen. Außerdem hatte ich so auch genügend Zeit mich über meine Startnummer zu wundern. Ich guckte nämlich nicht schlecht, als ich die Nummer 1 bekam. Warum? Weshalb? Wieso? Ich habe keine Ahnung. Vorjahressieger Lars Erik Fricke bekam die Nummer 4. Tauschen wollte er aber nicht ;-). Obwohl es nur eine Nummer ist, war es schon ein komisches Gefühl.

Schwimmen

Nachdem die Welleneinteilung und der Rad-Checkin erst sehr spät erfolgte, blieben Juliregen lediglich 45 min für Rad-Checkin, Umziehen, Erwärmung und Neoankleide. Ich hingegen konnte ihr zumindest bis zu ihrem Start noch helfend zur Seite stehen, da ich eine halbe Stunde nach den Frauen und der >M45 mit der zweiten Welle ins Becken gelassen wurde.

Geschwommen wurde im Apoldaer Freibad auf einer 50 m Bahn. Die Bahn konnte man sich aussuchen und da drei meine Lieblingszahl ist, fiel die Wahl nicht schwer. Wie immer erfolgte vor dem Start die Absprache mit den anderen Schwimmern. Die schnellsten meinten elf Minuten zu brauchen und so wollte ich das Feld eigentlich anführen. Eigentlich. Nach dem Startschuss wurde es dann wie erwartet sehr eng. Es war mehr so ein 50 m-Sprint bis hin zur ersten Wende. Dort konnte ich mich aber durchsetzen und so platzierte ich mich erst einmal an der Spitze des 10-köpfigen Feldes. Immer wieder und gerade nach den Wenden spürte ich die Hände von meinen Verfolgern an meinen Füßen. An ein kontrolliertes Vornewegschwimmen war also nicht zu denken. Nach ca. der Hälfte der Strecke konnte ich das Tempo vorne nicht mehr hoch genug halten und ließ zwei passieren. Ab dem Zeitpunkt wurde es dann auch richtig voll. Die Überrundungen begannen. Es gab Tritte und Schläge. Der reinste Kampf. Trotzdem behielt ich den Anschluss und musste im Schwimmschatten nicht das letzte aus mir herausholen.

Nach 10:49 min drückte ich meine Uhr ab und kletterte aus dem Wasser. Diese Zeit entspricht auf die Sekunde genau der Schwimmzeit beim Powertriathlon in Gera. Mit dem Unterschied, dass dort nur 700 m geschwommen werden mussten, dafür aber ohne Neo und mit weniger Gedrängel.

T1

Da es mein erster Triathlon war, in dem ich mit Neo schwamm, machte ich mir im Vorfeld schon Gedanken darüber, wie ich diesen am schnellsten ausbekomme. Die Zeitnahme erfolgte mit zwei Chips am Fußgelenk und so hatte ich ein bisschen Sorge mich damit zu verheddern. Trotzdem wollte ich nicht die Zeit opfern diese erst ab und dann wieder ran zu machen. Im Laufe des Schwimmens halbierte sich die Sorge, da ich mit dem Chip, welcher am rechten Fußgelenk befestigt war, in der Leine hängen blieb und dieser auf den Grund des Beckens sank. Komischerweise kam ich dann beim Wechsel mit dem linken Bein leichter aus dem Neo als mit dem rechten. Dann das übliche Prozedere: Socken, Radschuhe, Startnummernband, Helm und Brille. Alles im allem gab es aber keine Probleme und ich konnte nach 01:58 min auf die Verfolgung gehen.

Rad

Insgesamt müssen sieben Athleten aus meinem Wettkampf und acht Junioren, welche nicht in meiner Wertung waren und von denen fünf am Ende eine zwei Minuten Zeitstrafe bekamen, weil sie 100 m weniger schwammen als sie eigentlich sollten, vor mir gewesen sein.

Die Radstrecke ist eigentlich schnell erklärt. Erst 125 HM rauf dann ein Stückchen flach bis wellig mit Rückenwind bis wieder ein kleiner Anstieg kommt, auf dessen Spitze dann die Wende ist. Und das Ganze im Eiltempo (was man so Eiltempo nennt) und Gegenwind wieder zurück.

Im Detail dann aber doch nicht ganz so einfach, wie sich bei der Abfahrt herausstellte. Vor der Abfahrt kommt aber der Anstieg, welchen ich in gefühlter Schrittgeschwindigkeit in Angriff nahm. Vor mir konnte ich eine Gruppe von vier Mann ausmachen. Diese kreiselten in aller Seelenruhe und gaben sich somit gegenseitig immer wieder Windschatten. Nachdem ich auf gleicher Höhe war, äußerte ich kurz meinen Ärger über dieses unsportliche Verhalten und zog weiter. Jetzt musste ich ordentlich Druck machen. Gebe ich doch auch einen prima Windschatten ab. Also Kette rechts und ab dafür. Ich hörte wie einer zwei Gänge schaltete und wohl versuchte sich dranzuhängen. Ein kurzer Blick nach hinten und es war aber klar, dass keiner die Attacke mitgehen konnte.

Nach der Wende dann der Wind. Ich versuchte mich so klein wie möglich zu machen und das Tempo hochzuhalten. Bis es zur Abfahrt ging, sammelte ich noch zwei ein, welche sich aber im sicheren Abstand an mich hängten.

Extraschleife

Extraschleife

Dann das Missgeschick des Tages: Auf der Abfahrt galt es zwei Kreisverkehre, welche von Polizisten gesichert wurden, zu durchfahren. Leider fühlten sie sich nicht verpflichtet uns den Weg mitzuteilen. Bei Kreisverkehr Nummer eins kam die Antwort auf die Frage nach der Ausfahrt leider etwas zu spät und so fuhr ich eine kleine Extraschleife. Mein Verfolger fuhr gerade weiter, drehte dann aber auch um, weil er sich ebenfalls nicht sicher war. Als ich ihm dann wieder entgegen kam, war dieser sichtlich verärgert. Ich persönlich kann es nicht nachvollziehen, wie so etwas passieren kann. Es gab weder Markierungen auf der Straße noch Schilder, die die richtige Ausfahrt zeigten. Einfach nur schade.

Durch den Verfahrer verfehlte ich dann auch offiziell den 37er Radschnitt, was jetzt aber auch nicht soooo schlimm ist. Laut Ergebnisliste waren sechs Männer und einer aus der Juniorenwertung schneller als ich unterwegs. Damit kann ich leben :-).

T2

Zurück in der Wechselzone fand ich schnell meinen Platz und konnte nach nur 54 Sek auf die Laufstrecke.

Lauf

Da ein Triathlon immer in der Nähe vom Wasser stattfinden muss, bestand die Laufstrecke zu ca. 50 % aus hügeligen Wiesen. Die restlichen 50 % galt es auf Parkwegen zurückzulegen. Die ersten Meter berghoch musste ich wieder vorsichtig laufen, da die linke Wade drohte zu krampfen. Gleiches Spiel wie beim Duathlon also. Zum Glück beruhigte diese sich aber schnell und ich versuchte Druck zu machen. Nach der ersten von zwei Laufrunden feuerte mich Juliregen, welche bereits im Ziel war, an. So schaffte ich es an den vor mir Laufenden dranzubleiben. Am letzten Anstieg konnte ich nochmals das Tempo erhöhen und ging vorbei. Dann nur noch ein Stück bergab. Hier ging ich volles Risiko, um den Vorsprung zu vergrößern.  Am Ende war es aber auch ein Junior, welcher dann auch noch mit einer zwei Minuten Zeitstrafe vom Schwimmen belastet wurde. Egal. Ich hatte Spaß.

Insgesamt sind nur fünf (plus vier Junioren) schneller als ich gelaufen und so konnte ich am Ende mit dem sechsten Gesamtplatz doch recht zufrieden sein. Würden die Junioren mit in die Gesamtwertung einfließen wäre es Gesamtplatz neun geworden.

Siegerehrung - Sprintdistanz Apoldaer Triathlon 2013

Siegerehrung – Sprintdistanz Apoldaer Triathlon 2013

Fazit

Der Apoldaer Triathlon ist eigentlich eine feine Veranstaltung. Leider war die Organisation ein wenig überfordert. Ein im Vorfeld detaillierter Zeitplan wäre schon schön gewesen. So spart man sich wenigstens das ständige Nachgefrage, ob man denn das Rad schon einchecken kann und wann dann endlich die Welleneinteilung stattfindet. Was allerdings nicht geht, ist eine unzureichend markierte Radstrecke. Hier sollte im Hinblick auf’s nächste Jahr dringend was getan werden.

Alles in Allem aber eine Veranstaltung, die ich gerne wieder besuchen würde. Ein großes Lob auch an den Laufservice-Jena, welcher wieder für die Zeitnahme verantwortlich war und eine zeitnahe Siegerehrung ermöglichte.

Und wie üblich zum Abschluss der Wettkampf in Zahlen (Ergebnisse):

Schwimmen 10:49 min 750 m 01:26,5 min/100 m
Wechsel 1: 01:58 min
Rad: 31:33 min 18,77 km 36,86 km/h
Wechsel 2: 00:54 min
Laufen 19:48 min 4.830 m 04:06,0 min/km
offizielle Gesamtzeit: 01:04:02 h
Gesamtplatzierung: 6. von 50
AK-Platzierung: 1. von 6