25. Jenaer Duathlon

Mittlerweile war es mein dritter Start in drei Jahren auf der Volksdistanz (5/20/2,5) beim Jenaer Duathlon. Anders als in den beiden Jahren zuvor befand ich mich aber mitten in der Vorbereitung für meine erste richtige Triathlon-Saison. Ich ging also nicht unbedingt mit den schlechtesten Voraussetzungen an den Start. Zumindest fühlte ich mich besser vorbereitet als in den Vorjahren.

Nach dem langen Winter war sicherlich nicht nur ich froh, endlich wieder draußen in kurz-kurz unterwegs sein zu können. Aber was war das? Die Wetterprognose für das Duathlon-Wochenende versprach Regen am Samstag und lediglich 11°C am Wettkampfsonntag. Also nix mit kurz-kurz. Stattdessen wählte ich einen TriSuit, welchen ich mit einem kurzärmligen Unterhemd, Armlingen und Kompressionssocken kombinierte. Eine – wie sich rausstellte – perfekte Kombi.

Zusammen mit Juliregen, die in diesem Jahr ihr Debüt beim Duathlon gab, traf ich früh genug am Schauplatz ein, um die Unterlagen in Empfang zu nehmen, das Rad einzuchecken und mich warmzulaufen. Da der Veranstalter sich dazu entschloss die Wechselzone und den Zieleinlauf zu verändern, brauchten wir allerdings eine gewisse Zeit um uns zurecht zu finden. Das Ziel befand sich nun außerhalb des Stadions, was meiner Meinung nach alles andere als eine Verbesserung darstellte. Aber das ist ein anderes Thema.

Nachdem die Wettkampfbesprechung sehr spärlich ausfiel, starteten wir fünf Minuten verspätet. Die ersten fünf Kilometer teilten sich in zwei Runden, wobei wir am Ende jeder Runde durchs Stadion laufen mussten. Somit hatte man die Möglichkeit zu sehen, an welcher Position man sich befindet bzw. wie weit der Abstand zu den Vorderleuten ist.

Gefühlt war das erste Laufen kein Problem. Mit einem Schnitt von 03:48 min/km bin ich auch echt zufrieden. Dass es am Ende vielleicht doch etwas fix war, zeigt der Puls, welcher einfach zu hoch war, den ich aber während des Laufens ignorierte. Beim zweiten Laufen bekam ich dafür dann die Quittung. Dazwischen liegt aber bekanntlich das Radfahren.

Der Wechsel lief ohne Probleme und so kam ich trotz der Handschuhe schnell in meine Radschuhe. Fix noch Helm und Brille auf. Kurz überlegt, ob was fehlt und auf geht’s Richtung Schnellstraße. Alles in allem ein Unterfangen von gerade mal 56 Sekunden.

Auf der Radstrecke sollte dann die Post abgehen. Mein Ziel war ein Schnitt von 38 km/h. Insgeheim hoffte ich schneller fahren zu können als bei meinem letzten Triathlon in Stockach (38,35 km/h). Die Bedingungen waren ideal. Kein Wind, kein Regen und die Straße war ebenfalls getrocknet. Trotzdem drückten die insgesamt sechs Wenden den Schnitt ordentlich nach unten. Im Vergleich: Stockach hatte eine Wende.

Der Weg vom Stadion zur Schnellstraße, welche wie im letzten Jahr halbseitig gesperrt wurde, war schnell erledigt. Und da sah ich auch schon eine Gruppe vor mir fahren. Ich brauchte nicht lange, um heranzufahren und in einem Husch verbeizuziehen. Nach der ersten Wende stellte ich dann aber fest, dass sich hinter mir eine Traube bildete, welche ich bis zum Schluss nur bedingt abhängen konnte. Die Kampfrichter sprachen zwar Verwarnungen aus, doch hätte ich mir an dieser Stelle ein härteres Durchgreifen gewünscht.

Dann eine Situation, über die ich mich immer noch aufregen könnte: Neben mir höre das Summen der hohen Felgen einer Zeitfahrmaschine. Langsam quält sich der Fahrer an mir vorbei und setzt sich direkt vor mich. Aber anstatt das Tempo hochzuhalten, wurde er langsamer. Ich stellte also die alte Reihenfolge wieder her. Nach der dritten Wende dasselbe Spiel. Wieder quält er sich vorbei und kann das Tempo nicht halten. An den Wenden und bei kurzem Schulterblicken, konnte ich ihn immer wieder sehen. Ich behaupte einfach mal: Hätte er sich während des Rennens in meinem Windschatten nicht ausgeruht, dann wäre er auch nicht in der Lage gewesen, das Tempo mitzugehen. Einfach nur zum Aufregen. Nach der letzten Wende ließ ich ihn und einen weiteren Konkurrenten dann gewähren, um meine Beine etwas zu lockern und mich auf’s zweite Laufen vorzubereiten. Am Ende erreichte ich einen Schnitt von 38,43 km/h. Insgesamt konnte ich auch einige Plätze gut machen. Wie viele es genau waren, kann ich aber nicht sagen, da es durch Überrundungen und die fünf Minuten vor uns gestarteten Junioren einfach zu unübersichtlich war und auch in der Ergebnisliste einige Zwischenzeiten fehlen.

Zurück in der Wechselzone war mein Ständer besetzt. Kurze Verwirrung. Aber trotz des kleinen Zwischenfalls lief der zweite Wechsel ebenfalls ohne Probleme und war nach 44 Sekunden auch schon wieder Geschichte. Als ich mich dann auf die abschließende Runde begab, merkte ich schon auf den ersten Metern, dass ich vorsichtig laufen muss. In meinen Waden bahnte sich ein ordentlicher Krampf an. Somit musste ich die Traube von der Radstrecke ziehen lassen. Egal. Hinter mir war’s ruhig und so ging ich kein Risiko ein. Als ob krampfende Waden nicht schon ausreichen würden, bekam ich zusätzlich Probleme mit dem Magen. Vielleicht hatte ich Hunger, vielleicht war es zu kalt, vielleicht wirkten sich aber auch die zu schnellen ersten fünf Kilometer aus. Ich weiß es nicht. Auch im Nachhinein kann ich mir nicht erklären, warum ich im Vergleich zu dem, was ich eigentlich laufen kann, soooooo langsam war. Ich weiß nur, dass ich mich gequält habe und der Schnitt von 04:08 min/km harte Arbeit war.

Zusammenfassend war es für mich ein gelungener Saisoneinstieg. Ich konnte mich im Vergleich zum Vorjahr wieder steigern und sicherte mir einen Platz in den Top 10. Zur Veranstaltung an sich muss ich sagen, dass die Organisation etwas wirr erschien. Es sah so aus, als wüsste niemand so richtig Bescheid. Die Ausschreibung stimmte nicht wirklich mit den tatsächlichen Gegebenheiten überein. Der Zieleinlauf war ungünstig platziert. Und trotz Windschattenverbots wurde nicht durchgegriffen. So nun aber genug gemeckert, es gibt auch Positives zu berichten: Die Laufstrecke war nämlich sehr gut markiert. Die Radstrecke fast exakt vermessen. Und durch längere Runden auf der Schnellstraße wurden auch zwei Wenden im Vergleich zu den Vorjahren eingespart, was sich natürlich positiv auf die Durchschnittsgeschwindigkeit auswirkt.

Bei zehn Euro Startgebühr kann man eigentlich auch nicht meckern. Und so haben besonders die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ein ganz großes Dankeschön verdient.

Mein 25. Jenaer Duathlon in Zahlen (Ergebnisse):

Lauf 1: 00:19:57 h 5,26 km (3:48 min/km)
erster Wechsel: 00:00:56 h
Rad: 00:30:53 h 19,78 km (38,43 km/h)
zweiter Wechsel: 00:00:44 h
Lauf 2: 00:10:21 h 2,50 km (4:08 min/km)
offizielle Gesamtzeit: 01:04:05 h
Gesamtplatzierung: 8. von 62
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24. Jenaer Duathlon

Wie im letzten Jahr stand ich 11:50 Uhr an der Startlinie. Einziger Unterschied: Ich wollte mehr. Schonte ich mich verletzungsbedingt im Vorjahr noch beim Laufen, ging dieses Mal gleich von Beginn an die Post ab. Am Ende waren die 5 km Laufen, 20 km Rad und 2,5 km Laufen doch anstrengender als erwartet.

Trotz der frühen Anreise war ich sichtlich nervös. Immer wieder ging ich in Gedanken die Wechsel durch. Nach erfolgreichem und etwas unorganisiertem Rad-Check -In suchte ich mir eine gute Position für mein Rad und stellte es in den Ständer, welcher in diesem Jahr übrigens ein besonderes Lob verdient hat. Ich legte meine Sachen (Radschuhe, Helm, Brille und ein zweites Paar Laufschuhe) wohl überlegt neben bzw. auf mein Rad. Obwohl ich über keine spezielle Triathlon-Ausrüstung verfüge, wollte ich beim Wechsel so wenig Zeit wie möglich verlieren.

Die Erwärmung wurde auf Grund des verzögerten Rad-Check-Ins etwas verkürzt. Dann gesellte ich mich zu Juliregen, um mit ihr den Streckenverlauf durchzusprechen und mich irgendwie abzulenken. Verdammte Axt war ich nervös.

Fast pünktlich zündete 11:56 Uhr die Startpistole. Alle preschten los und ich war mittendrin. Die ersten Kilometer verliefen recht locker. Einziges Manko war die extrem trockene Luft. Trotzdem waren die Zeiten recht passabel. Ich strebte ein Tempo von 03:45 min/km an und lag mit meinen 03:47 min/km auch nur knapp drüber. Zurück im Stadion fand ich gleich mein Rad und wechselte Basecape gegen Helm und Brille und Lauf- gegen Radschuhe. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis ich aufs Rad steigen konnte und mich Richtung Schnellstraße bewegte. Trotzdem war ich beim ersten Wechsel ganze neun Sekunden schneller als im Vorjahr.

Start der Jedermänner zum 24. Jenaer Duathlon

Start der Jedermänner zum 24. Jenaer Duathlon

Auf dem Rad versuchte ich von Anfang an Druck zu machen. Doch irgendwie kam ich nicht in Fahrt. Als ich bei der ersten Wende aus dem Sattel ging, um wieder Schwung zu holen, spürte ich deutlich meine Oberschenkel. So fühlt es sich also an, wenn man sich vorher nicht nur 5 km warmläuft. Die Kilometer vergingen und so langsam kam ich dann auch ins Rollen. Trotzdem wurde ich von einigen überholt, wenn nicht gar stehen gelassen. Wahnsinn was die da in den Asphalt brennen können. Sicher steckt gerade in meiner Radhaltung noch großes Potenzial, aber noch sitzt das Geld nicht locker genug, um in entsprechende Ausrüstung zu investieren ;).

Stellenweise war ich alleine unterwegs

Stellenweise war ich alleine unterwegs

Diesmal ohne Zielspurt

Diesmal ohne Zielspurt

Nach vier schier endlosen Runden bog ich rechts ab und rollte Richtung Stadion. Dort wartete das im Vorfeld präparierte zweite Paar Laufschuhe auf mich. Wieder konnte ich ohne nennenswerte Probleme wechseln und so machte ich mich auf die finalen 2,5 km durch den Park. Schon auf den ersten Metern merkte ich aber, dass da nicht mehr viel geht. Die Beine waren schwer und der Mund trocken. Ich versuchte zu beschleunigen oder zumindest das angeschlagene Tempo zu halten, doch es lief überhaupt nicht rund. Ich versuchte alles und kämpfte Schritt um Schritt. Dann endlich die letzten Meter. Ich hörte den Stadionsprecher und holperte auf die blaue Tartanbahn. Noch einmal versuchte ich das Tempo zu forcieren. Doch es ging nicht.  Mein Puls unter 90 %, doch ich bekam kaum Luft. An einen ordentlichen Zielspurt war nicht zu denken. Wie sich am Ende rausstellte, sorgte eine Blockierung im Rücken für Kurzatmigkeit und Schmerzen beim Einatmen.

Nach offiziellen 01:04:05 h konnte ich das Rennen beenden und verfehlte mit dem 11. Rang nur knapp die erhofften Top 10 der Jedermänner. Insgesamt hat mir der Wettkampf gezeigt, dass auf dem Rad noch ein gewisses Potenzial vorhanden ist und ich insbesondere das Laufen nach dem Radfahren besser trainieren muss.  Jetzt werde ich mich erholen und dann versuchen meine Laufumfänge und -intensitäten zu steigern, damit das mit der PB auf der 10-km-Distanz in diesem Jahr auch noch was wird.

Hier noch die üblichen Zahlen (Ergebnisse):

Lauf 1: 00:20:08 h für 5.300 m
Wechsel: 00:00:47 h
Rad: 00:32:29 h für 19,42 km
Wechsel: 00:00:55 h
Lauf 2: 00:09:46 h für 2.400 m
offizielle Gesamtzeit: 01:04:05 h
Platzierung: 11. von 62

Start der Wettkampfsaison 2012

Wie im letzten Beitrag angekündigt, starte ich an diesem Wochenende in Rudolstadt beim 19. Heineparklauf über die 10 km in die Wettkampfsaison 2012. Leider meldete sich mein Unterschenkel. Ein altes, ja sehr altes Leiden, mit dem ich immer wieder zu kämpfen habe –mediales Schienbeinkantensyndrom. Wahrscheinlich steigerte ich die Laufgeschwindigkeit doch ein wenig zu schnell. So absolvierte ich in der letzten Woche nur eine Laufeinheit. Dank des Wetters und einer flexiblen Arbeitswoche verlegte ich den Schwerpunkt kurzerhand aufs Rad. Kann ja in Vorbereitung auf den Jenaer Duathlon in fünf Wochen auch nicht verkehrt sein. So standen am Sonntag 313 km auf dem Tacho und 10 km im Lauftagebuch.

Nach einem Ruhetag am Montag folgte am Dienstag eine Koppeleinheit. Erst fuhr ich 50 km mit dem Rad, um anschließend noch langsame 10 km an der Saale zu laufen. Nach dem Lauf konnte ich aufatmen. Keine Schmerzen. Alles im grünen Bereich. Dem Start am Samstag steht also nichts im Weg.

Eine Frage bleibt. Welches Tempo? Das Training in den letzten Wochen lief gut und noch nie war ich so früh so gut in Form. Ein Angriff auf die PB (37:35 min) von 2007 wäre unter Idealbedingungen möglich gewesen. Durch den kleinen Rückschlag, werde ich aber nicht volles Risiko laufen und lediglich eine Zeit deutlich unter 40 min anpeilen. Plan ist es kontrolliert zu laufen und eventuell einen negativen Splitt hinzulegen. Was am Ende dabei herauskommt, werden wir sehen. Ich bin gespannt und freue mich auf Samstag, auch weil ich auf eine kleine aber professionelle Bodencrew zurückgreifen kann.

Endlich Frühling

Nun ist der Winter offiziell vorbei und die Laufsaison 2012 kann beginnen. Eigentlich hat sie ja schon begonnen. Wettkämpfe gab es für mich in diesem Jahr zwar noch keine, dennoch stehe ich voll im Training und kann mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden sein.

Hat am Anfang des Jahres die rechte Wade noch ein wenig rumgemuckt, konnte ich dieses Problem (hoffentlich) in den Griff bekommen. Meine Laufumfänge stehen bereits wieder bei 30 km in der Woche. Die restliche Zeit fülle ich mit regenerativen oder intensiven Radeinheiten auf. Gerne würde ich auch die eine oder andere Schwimmeinheit mit in mein Trainingstagebuch schreiben, aber unser Schwimmbad in Jena muss auf Grund von Baumängeln grundlegend saniert werden.

Nun ist langsam die Zeit gekommen, sich über die bevorstehenden Aufgaben Gedanken zu machen. Welche Ziele stelle ich mir in diesem Jahr? An welchen Wettkämpfen will und kann ich teilnehmen? Und die wichtigste Frage: Was ist realistisch? Natürlich male ich mir aus, wie sich das Jahr 2012 idealerweise für mich gestalten könnte. Zu sehr festlegen will ich mich aber noch nicht und so plane ich in kleinen Schritten.

Am 24.03.2012 wird sich beim Heineparklauf in Rudolstadt zeigen, wie gut oder schlecht ich meine Laufform über den Winter bringen konnte. Geplant sind die 10 km, für die zwei flache 5 km Runden absolviert werden müssen. Da der Lauf flach und exakt vermessen ist, peile ich eine sub40 an. Aus den wenigen Tempoeinheiten, die ich bereits absolviert habe, entnehme ich, dass das Ziel realistisch ist. Wir werden sehen.

Ein Highlight für das Frühjahr wird der Jenaer Duathlon. Wie 2011 starte ich auf der Jedermann Strecke (5/20/2,5). Leider kollidiert dieser Termin mit dem Oberelbe Marathon – wäre ich doch auch gerne entlang der Elbe gelaufen. Für den Duathlon steht eine deutliche Zeitverbesserung zum letzten Jahr an. Das sollte eigentlich auch kein Problem sein, habe ich mich beim Laufen doch sehr zurückgehalten (ca. 04:30 min/km). Spätestens hier will ich dann unter 04:00 min/km laufen können.

Zwei Wochen vorm Duathlon ist eine Teilnahme beim Jenaer Forstlauf geplant. Sozusagen als kleiner Form-Test. Da es sich hier aber um einen Berglauf handelt, wird sich erst zeigen, was möglich ist.

Für die nächste Zeit heißt es also weiter trainieren und die gesteckten Ziele nicht aus dem Auge verlieren.

Mein kleiner Jahresrückblick 2011

Eigentlich wollte ich es nicht, aber ich denke gerade für die Zukunft ist es nicht schlecht, sich noch einmal Gedanken zum Geschehenden zu machen. Zumal es sich das Jahr 2011 verdient hat, zusammengefasst und niedergeschrieben zu werden ;-).

Es begann läuferisch recht ruhig. Nachdem ich die letzten drei Jahre immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte und nie so richtig Fuß fassen konnte, fing ich ganz langsam wieder an. Ohne nennenswerte Probleme lief ich auch meinen ersten Wettkampf in Himmelpforten über 5 km in entspannten 24:27 min.

Unter Statistik 2011 kann man sehr schön sehen, dass ich neben den Laufeinheiten sehr viel Zeit auf der Rolle (im Winter) und auf dem Rennrad (im Sommer) verbracht habe. So war ich fit, konnte es bei den Wettkämpfen aber nicht wirklich zeigen. Mein Körper, aber vor allem meine Beine sollten sich langsam an die noch kommenden Geschwindigkeiten gewöhnen. Gerade richtig kam dann der Jenaer Duathlon, bei dem ich zumindest auf dem Rad alles geben konnte.

Im Laufe der Zeit steigerte ich weiter meine Laufumfänge und -geschwindigkeiten. Schlussendlich kam ich immer näher an die Geschwindigkeit von Juliregen heran. Beim OEM in Dresden liefen wir dann (nicht geplant) zum ersten Mal (in 2011) gemeinsam über die Ziellinie. Dann kam das erste Highlight für 2011: Die Horizontale Rund um Jena. Ich nahm sie zum zweiten Mal in Angriff. Anders als im letzten Jahr allerdings nicht im Dreiergespann. So wanderte ich die 100 km zu gefühlten 99 % ganz alleine. Nach 16:43:35 h kam ich sichtlich mitgenommen und den Tränen nahe ins Ziel. Ich war mehr als erledigt und hatte anders als im Jahr davor auch noch nach Tagen starke Schmerzen beim Treppenabsteigen. Im Ziel und auch Wochen später stand eigentlich fest, dass ich mir das nicht ein drittes Mal antue. Aber irgendwann ist die Verlockung der roten Nadel dann doch größer geworden ;-).

Im Juli stand dann der erste ernste Wettkampf auf dem Programm. Ich lief die zweite Etappe der SaaleHorizontale Staffel. Mit 360 positiven HM war diese anspruchsvoll, aber auch genau das richtige für mich. Mit einer ordentlichen Zeit konnte ich einige Plätze gut machen und unser Team „Frischluftfanatiker“ ein kleines Stück nach vorne bringen.

So langsam kam ich auch im Training an meine Grenzen. Soll heißen, dass ich meinem Körper endlich das Tempo zumuten konnte, welches ich auch im Stande war zu laufen. So trainierte ich fleißig weiter. Nebenbei schwamm ich auch einmal die Woche im Becken. Triathlontraining soll ja gut sein. Im August finishte ich dann meinen ersten kleinen Triathlon. Die Schwimmleistung war zwar nicht die Beste, aber dennoch konnte ich auch dort mit dem Erreichten zufrieden sein.

Das Highlight für mich fand dann am 02.09.2011 statt. Beim Sommernachtslauf über 10 km in Jena gab ich alles und war endlich wieder Sub40. Auch hier war ich im Ziel mehr als fertig und dennoch überglücklich. Am gleichen Tag schloss ich eigentlich schon mit der Saison 2011 ab. Ich habe mehr erreicht als in den letzten drei Jahren zusammen. Trotzdem gab es weitere Highlights. Ich unterstützte Juliregen beim Projekt Sub45. So kam es auch, dass wir zusammen in Freiburg bei der Rieselfeldmeile am Start standen, um ihre alte Bestzeit zu pulverisieren.

Der große offizielle Saisonabschluss war dann wieder einmal in Dresden. Hier wollte Juliregen ihr Projekt beenden. Auch hier lief ich im Windschatten, um im Notfall Hilfestellung zu geben. Mit einer offiziellen 44:47 min erreichten wir das Ziel und der Saisonabschluss war geglückt.

Wenige Wochen später meldete sich bei mir die Wade. Schmerzen, die sich nicht richtig definieren ließen, machten sich breit. Diagnose: Überlastung (da machen es sich einige Ärzte aber auch immer leicht). Er verschrieb Ultraschall. Trotzdem es besser wurde, war ich noch nicht beschwerdefrei. Mit sinkenden Laufumfängen, sank auch die Motivation. Ich konnte mich kaum noch überwinden auf die Rolle zu steigen, um wenigstens ein bisschen was zu machen. So kam dann Weihnachten und das Jahr 2011 ist Geschichte.

Zusammenfassend blicke ich auf ein doch erfolgreiches Jahr zurück, in dem ich viel gelernt habe. Deswegen freue ich mich mit neuer Motivation auf die Saison 2012. Ich hoffe, die Wade spielt mit und ich kann endlich neue Bestzeiten aufstellen. In diesem Sinne wünsche ich all meinen Lesern ein frohes und vor allem gesundes Jahr 2012.

23. Jenaer Duathlon 2011 – Mein Erster

Am gestrigen Sonntag war es soweit. Der lang ersehnte Wettkampf stand vor der Tür. Es sollte der erste Duathlon meiner noch jungen Karriere werden. Demzufolge war ich die Tage zuvor recht nervös. Immer wieder rechnete ich nach, ob mein kleines Ziel von 01:12:30 h nicht doch zu hoch gegriffen war. Auch hatte ich Bammel davor, beim Wechsel einen Fehler zu machen oder mich schlichtweg einfach nur zu verlaufen. Aber zum Glück kam alles ganz anders:

Der Tag startete für mich 07:15 Uhr. Für meine Verhältnisse habe ich an diesem Tag also ausgeschlafen. Der Start sollte 11:50 Uhr erfolgen und dementsprechend musste gut gefrühstückt werden. Ich mixte meine Portion Müsli zusätzlich mit Obst, um nicht kurz vor dem Start Hunger zu bekommen. Zusammen mit Juliregen machte ich mich ca. zwei Stunden vor dem geplanten Start auf den Weg. So konnten wir die „kleinen“ Starter noch bewundern. Faszinierend, wie sie auf dem Rad unterwegs sind. Da wird sich kein Zentimeter geschenkt.

Noch bei den Vorbereitungen.

Noch bei den Vorbereitungen.

Der Rad-Check-In eine Stunde vor dem Start erfolgte ohne größere Probleme. Im nächsten Jahr sollten die Radständer aber unbedingt ersetzt oder zumindest instand gesetzt werden. Einige Ständer waren so schmal, dass kaum ein Volksportrad (darunter auch mein Rennrad) hineinpasste. Die Reifen waren einfach zu dick oder die Ständer zu schmal, wie man’s nimmt. Trotzdem bekam ich einen guten Parkplatz dicht an der Radstrecke und so musste ich beim Wechsel mein Rad nicht noch ewig durch die Wechselzone schieben. Auch meine Radschuhe und den Helm platzierte ich so, dass beim Wechsel eigentlich nichts schief gehen dürfte.

Kurz vorm Stadion.

Kurz vorm Stadion.

Zum Glück spielte das Wetter mit und ich konnte mich fürs ganz Kurze entscheiden. Pünktlich 11:45 Uhr erfolgte noch einmal die genaue Streckenbe-schreibung. Das war auch mehr als erforderlich, da die Streckenführung durch die Runden im Stadion und im Park relativ kompliziert war. Kurz vor 12 erfolgte dann der Startschuss und ich versuchte mein geplantes Tempo zu finden. Die Masse startete natürlich wieder viel zu schnell und so konnte ich eins zwei Plätze wieder gutmachen. Trotz alle dem war meine Platzierung zu diesem Zeitpunkt eher schlecht als recht. Nur sechs Plätze trennten mich vom Besenwagen. Dass ich beim Laufen Boden verliere, habe ich von vornherein gewusst aber gleich so viel…? Nach 00:23:58 h (04:36 min/km) erreichte ich die Wechselzone. Nun hieß es schnell die Schuhe wechseln, den Helm aufsetzen und den Bock in Richtung Radstrecke zu schieben. Bis ich aufsatteln konnte, vergingen 56 Sekunden, welche es nun auf der Radstrecke wieder aufzuholen galt.

Auf geht's zur Aufholjagd.

Auf geht's zur Aufholjagd, auch wenn es nicht so aussieht.

Während des Wettkampfes wusste ich zu keinem Zeitpunkt, an welcher Position ich mich befand. Ich wusste nur, dass jedes Rad, welches ich auf der Schnellstraße überhole, ein Schritt nach vorne bedeutet. Und ich wollte weiter nach vorne. Um mein kleines Ziel zu erreichen, musste ich mindestens 35 km/h fahren. Stadtauswärts war das kein Problem. Der Rückenwind sorgte für zusätzlichen Vortrieb. Da es sich aber um eine Wendestrecke handelte, musste ich nach der Wende und besonders kurz vor der zweiten Wende ordentlich beißen. Erstaunlicherweise lief es aber recht gut und durch vernünftige Kurvenführungen und schnellem Antritt danach konnte ich weitere Plätze gut machen. Insgesamt änderten wir achtmal die Richtung. Diese Art der Streckenteilung mag mit Sicherheit nicht jeder. Da es aber mein erster Wettkampf dieser Art war, habe ich dazu noch keine Meinung. Wie ich später bei der Auswertung sah, konnte ich 26 Volkssportler und einige Junioren, welche 5 min vor uns starteten, überholen. Nach 00:31:52 h und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zufriedenstellenden 36,28 km/h beendete ich die Raserei und widmete mich wieder meinen Laufschuhen. Auch für den zweiten Wechsel benötigte ich 56 Sekunden.

Nun hieß es sich wieder für eine Runde in den Park zu begeben, um anschließend bei einer letzten Stadionrunde sich dem Ziel zu nähern. Zum Anfang war es schwer das richtige Tempo zu finden. Zum Glück fand ich eine kleine Zweier-Gruppe, mit der ich mitlaufen konnte. Im Laufe der ersten zwei Kilometer konnten sich die beiden aber etwas absetzen. Kurz vorm Stadion fühlte ich, dass ich dem einen näher kam. Mit dem Wechsel vom Beton auf die blaue Tartanbahn überholte ich ihn dann ohne großartig zu beschleunigen. Nummer zwei bemerkte mein Näherkommen und beschleunigte ein wenig. Auf der 100 m langen Zielgraden setzte ich zum Endspurt und kassierte ihn ebenfalls. So verlor ich nach meiner Radeinheit keinen weiteren Platz beim Laufen.

Zieleinlauf.

Zieleinlauf.

Im Ziel war ich, ohne die Zeit zu wissen mit meiner Leistung mehr als zufrieden. Überglücklich und doch mehr als geschafft, schleppte ich mich zum Getränkestand und zockte erst einmal drei Becher Krümeltee.  Zur weiteren Auswahl standen Kuchen und Banane bereit. Da mir aber so kurz nach dem Wettkampf wirklich nicht danach war, das reichhaltige Kuchenbuffet zu plündern,  aß ich eine Banane und hielt nach Juliregen, die mich neben der Strecke wieder einmal hervorragend unterstützte, Ausschau.

Im Großen und Ganzen ist der Duathlon in Jena gerade für Anfänger wie mich sehr zu empfehlen. Beim Hauptwettkampf 14:00 Uhr konnten wir noch den Profis zusehen, wie sie um die Platzierungen kämpften. Der drittplatzierte vom letzten Jahr Sebastian Küfner ist uns in Jena beim Training an der Saale schon ein paar Mal begegnet und so feuerten wir ihn besonders an. Leider konnte er seinen dritten Platz nicht verteidigen. Als er im Ziel war, konnte man aber erkennen, dass er alles gegeben hatte.

Mein erster Duathlon in Zahlen:

Lauf 1: 00:23:58 h für 5.210 m
Wechsel: 00:00:56 h
Rad: 00:31:55 h für 19,3 km
Wechsel: 00:00:56 h
Lauf 2: 00:10:25 h für 2.410 m
offizielle Gesamtzeit: 01:08:10 h
Platzierung: 29. von 61

Da sich meine Radzeit mehr als im grünen Bereich befindet und es meinen Beinen auch nach dem doch relativ hohen Tempo gut geht, werde ich mich in den kommenden Wochen noch weiter aufs laufen konzentrieren.