Jena Horizontale 2011 – Eine einzige Qual

Bärti war auch wieder mit dabei.

Bärti war auch wieder mit dabei.

Trotz dem ich mir im letzten Jahr bei der Jubiläumshorizontale mehr oder weniger starke Blessuren zuzog und während der Wanderung eigentlich auch feststand, dass ich mir diese Strapazen nicht ein zweites Mal antun werden, entschied ich mich zusammen mit Anne und Kersten auch in diesem Jahr für die Horizontale. Pünktlich am 01.03.2011 meldete ich mich für den totalen Wahnsinn Teil 2 an ;). Es dauerte nur wenige Tage bis alle 850 Startplätze vergeben waren. Da ist es doch sinnvoll, sich im Vorfeld Gedanken über die Teilnahme zu machen.

Der Vorteil bei der zweiten Teilnahme ist, dass man zumindest weiß worauf man sich einlässt.  So wusste ich, dass es für mich nicht alleine ums ankommen geht. Diese Aufgabe habe ich ja bereits im letzten Jahr erfolgreich gemeistert. Da ich 2009 und 2010 immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, wanderte ich die letzten 100 km ohne groß trainiert zu haben. Ab Oktober 2010 trainiere ich nun wieder regelmäßig und so stand in diesem Jahr die Frage, welches Ziel verfolge ich mit meiner diesjährigen Teilnahme?

Kurz vorm Start.

Kurz vorm Start.

Absolvierten wir die 100 km im letzten Jahr noch zu dritt, entschieden wir uns dieses Mal dafür, dass jeder für sich wandert und wir dann sehen was passiert. Mein Ziel war nicht sehr groß gesteckt. Ich machte mir lediglich Gedanken darüber, wie schnell ich wohl wandern kann. Eine Zeit unter der vom letzten Jahr wäre wohl das Mindeste. Also Zeit unter 19:55:05 h und dann gucken was geht und ob überhaupt noch was geht ;). Klar war nur: Je schneller ich gehe, desto schneller ist die Quälerei vorbei ;).

Da ich mir für den Freitag frei nahm, blieb genügend Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, was ich auf der Strecke benötigen könnte und was ich davon auch wirklich mitnehmen will. Schließlich müssen diese Sachen die ganze Zeit transportiert werden. Trotz dem der Wetterbericht schon seit Tagen von leichten Regenschauern sprach, entschied ich mich gegen die schwere Regenjacke und nahm dafür lieber ein trockenes Ersatzshirt mit. Ansonsten war mein Rucksack mit fast den gleichen Sachen gefüllt wie im letzten Jahr: Langarmshirt, Fleecejacke und Stirnlampe für die Nacht; GPS-Gerät damit ich nicht vom rechten Weg abkomme; Energieriegel, Fruchtschnitten und drei Liter Trinkblase gefüllt mit Wasser für den kleinen Hunger zwischendurch; MP3-Player und Kopfhörer für ein eventuelles Stimmungstief; KK-Karte, EC-Karte und Bargeld für den Notfall. Zur Belustigung anderer Wanderer nahm ich wieder mein rotes Blinklicht und zusätzlich ein paar Knicklichter, welche ich mir in die Netztasche an der rechten Seite meines Rucksacks steckte, mit. Ansonsten machte ich mir keine großen Gedanken darüber, was ich wohl anziehe. Mein Wanderkleiderschrank bietet noch nicht so viel Auswahl. So ging ich unverändert zum letzten Jahr mit einer langen Wanderhose, Funktionsshirt, Wandersocken und hohen festen Wanderschuhen an den Start.

Der Rucksack war gepackt und alle weiteren Vorbereitungen abgeschlossen. Nun erfolgte der obligatorische Versuch ein Schläfchen zu machen. Zwei Stunden plante ich dafür ein. Nach einer Stunde brach ich diesen Versuch aber ab. Ich war mehr als ausgeruht und wollte einfach nur noch auf die Strecke. Völlig unerwartet traf dann auch noch die kleine Bodencrew (bestehend aus einer Person) bei uns ein. Vielen Dank an dieser Stelle für die Fotos J.

Pünktlich 17 Uhr fuhren wir zum USV-Sportgelände, um unsere pCards registrieren zu lassen. Wie gesagt, versprach der Wetterbericht  nichts Gutes, aber es sollte dann doch anders kommen. Bei  zwar bewölktem, aber dennoch trockenem Himmel ließen wir uns auf dem Rasen nieder und beobachteten andere Teilnehmer und dessen Ausrüstungen. Wieder wurden Spekulationen darüber geäußert, wer es wohl schafft und wer nicht. Irgendwie muss man sich die Zeit bis zum Start ja vertreiben ;).

Gleich werden die Massen auf die Strecke gelassen.

Gleich werden die Massen auf die Strecke gelassen.

Die Zeit verging wie im Flug und ich wurde -warum auch immer- sichtlich nervös. Ich weiß nicht recht warum, aber wahrscheinlich lag es daran, dass die 100 km trotz aller Vorbereitung erst einmal gewandert werden müssen und auf der Strecke auch unvorhergesehene Dinge passieren können. Kurz vor 18:00 Uhr sprach der Oberbürgermeister noch die üblichen Worte und gab den Start schließlich frei. Spätestens ab diesem Moment waren alle noch so kleinen Ängste des Scheiterns verdrängt und ich freute mich auf die Wanderung. Ein letztes „Viel Erfolg“ an Anne und Kersten und ab ging die Post.

Wie wir es geplant hatten war Kersten nach einigen 100 Metern nicht mehr gesehen. Sein Ziel war eine Zeit zwischen 13 und 15 Stunden und somit viel zu schnell für Anne und mich. Ob er dieses Vorhaben in die Tat umsetzen konnte, könnt ihr hier im Detail nachlesen. Da ich ebenfalls von Anfang an ein recht ordentliches Wandertempo vorlag, welches Anne nicht gehen konnte, waren wir also von Beginn an auf uns alleine gestellt. Nach ca. zwei Kilometern fragte mich ein Weggefährte, ob es sich bei der von ihm gezeigten Markierung um die richtige handelt? Ich konnte bejahen und so kamen wir ins Gespräch. Ich erfuhr, dass es sich um den Ultra-Läufer Jörg Koenig handelt, welcher unter anderem mehr als 340 Marathons finishte, zweimal erfolgreich beim Deutschlandlauf teilnahm und beim 6-Tage-Lauf in Erkrath 2007 mit 676,590 km einen neuen deutschen Rekord in der M55 aufstellte. Kurze Zeit später musste ich ihn ziehen lassen. Es sollte aber nicht unser letztes Aufeinandertreffen gewesen sein.

Weiter ging es im zügigen Schritt bis zur ersten Verpflegungsstelle in Wogau. Hier versuchte ich dann auch das erste Mal telefonisch mit Anne in Kontakt zu treten, was mir allerdings nicht gelang, da, wie sich später herausstellte, ihr Mobilfunkgerät zu Hause warm und trocken auf dem Wohnzimmertisch verweilte –shit happens. So konnte ich nur hoffen, dass es ihr gut geht.

Insgesamt hielt ich mich in Wogau nicht allzu lange auf. Ich trank ein wenig Cola und Wasser und verschwand nach kurzer Zeit mit meinem Verpflegungsbeutel in Richtung Kunitzburg. Im letzten Jahr verpasste ich es im Vorfeld noch eine Kleinigkeit zu essen und bekam demzufolge schon früh Hunger. Aus diesem Fehler hatte ich gelernt, und so konnte ich Apfel, Wurst, Brötchen, Riegel und Schokolade erst einmal im Rucksack verstauen. Die Bretzel aß ich noch vor dem Anstieg zum Hufeisen. Oben angekommen verspürte ich dann doch den Drang nach  etwas Essbarem und so kramte ich die verstauten Lebensmittel wieder hervor. Noch bevor es hinunter nach Kunitz ging, musste ich meine Nachtausrüstung (Stirnlampe, Fleecejacke und Blinklicht) anlegen. Beim Abstieg lief ich auf zwei Männer auf, bei denen einer der beschriebene Ultraläufer vom Anfang war. In Kunitz angekommen führten wir unser Gespräch vom Anfang fort. Nach Zwätzen überkam mich ein wenig die Müdigkeit, aber Jörg konnte mich mit seinen interessanten Geschichten bei Laune halten. Und so kam es, dass wir bis zum zweiten Verpflegungspunkt an der Papiermühle zusammen blieben.

Zu meiner Überraschung gab es schon hier Kaffee, welchen ich dankend annahm. Anschließend trank ich noch eins, zwei Becher Cola und Wasser und dann zog ich auch schon weiter. Da es meinen Beinen noch ganz gut ging, wollte ich nicht so viel Zeit verlieren. Ich wusste, dass die Strecke in den nächsten Kilometern bergauf führt, deshalb verstaute ich meinen Verpflegungsbeutel wieder im Rucksack. Nach der Papiermühle war ich die meiste Zeit auf mich alleine gestellt. Ab und zu traf ich auf andere Teilnehmer, welche aber entweder zu schnell oder zu langsam waren. So wanderte ich vor mich hin und ich fing das erst Mal an zu rechnen. Nach kurzem hin und her würde ich wohl bei ca. 15 Stunden landen, wenn ich so weiter laufe. Diese Nachricht baute mich auf und so konnte ich mich trotz Einsamkeit und Dunkelheit einigermaßen motivieren.

Diese Euphorie war aber leider nicht von Dauer. Plötzlich befand ich mich abseits des Weges. Zumindest war mein GPS-Gerät (Garmin) der Meinung. Hm… also suchte ich nach Markierungen und fand diese auch. Also doch auf dem richtigen Weg? Ich fing an zu zweifeln. Ich erblickte immer mehr Weiß-Rot-Weiß-Markierungen, welche dafür sprachen, dass ich mich eindeutig auf dem richtigen Weg befinden muss. Also ging ich weiter. Schlecht an der ganzen Sache war nur, dass der von mir eingeschlagene Weg deutlich länger war als der, der auf meinem Garmin angezeigt wurde. Es vergingen gefühlte zwei Stunden bis ich mich wieder „auf Kurs“ befand. Erneut fing ich an zu rechnen und stellte fest, dass ich mich nun erheblich von der 15 Stunden Marke entfernt habe. Nun musste schnell neue Motivation her. Mir fiel nichts ein und so versuchte ich mich mit dem Verspeisen des Verpflegungsbeutels von der Papiermühle abzulenken und daraus Kraft zu schöpfen.

Das Stück nach Pösen war sehr eintönig. Ich befand mich in einem kleinen nächtlichen Tief. Mein nächstes Ziel war der Verpflegungspunkt kurz nach Pösen. Hier wollte ich wieder Kraft tanken und frisch gestärkt weiter wandern. Immer wieder schaute ich auf mein Garmin wie weit es denn noch ist. Die Kilometer kamen mir endlos vor. Umso mehr freute ich mich als ich die Landstraße nach Pösen erreichte und ich die Asphaltstraße im leichten Laufschritt hinunter socken konnte. Jetzt nur noch eineinhalb Kilometer. Da es stetig bergab ging, joggte ich immer wieder ein kleines Stückchen, sodass die Zeit etwas schneller vorüber ging.

Endlich sah ich die Unterführung der Autobahn, wo sich der dritte von vier Verpflegungsstellen befand. Es war dunkel und die Helferinnen und Helfer bereiteten sich noch auf den ganz großen Ansturm vor. Ich nahm wieder genügend Flüssigkeit zu mir und setzte mich das erste Mal auf eine Bank. Leider waren die Marmeladen- und Nutellatoaste noch nicht fertig geschmiert und so musste ich eine Scheibe Brot mit Wurst essen. Ich war einfach zu schnell. Wie sich später herausstellte, war ich nicht nur für die Marmeladen- und Nutellatoaste zu schnell sondern auch für die leckeren Waffeln, welche vom Facharztzentrum spendiert wurden. Ich nahm mir noch ein Getränk für den Weg mit und verabschiedete mich von den kurz nach mir eingetroffenen Gleichgesinnten mit einem freundlichen „bis später“.

War es in Pösen und Leutra an der Verpflegungsstelle noch Rabennacht, ging nun so langsam die Sonne auf. Endlich war die Nacht überstanden. Bis nach Maua war ich zwar immer noch alleine unterwegs, trotzdem verging die Zeit wie im Flug, da ich, wie im letzten Jahr, ein wenig mit meiner Mutter telefonieren konnte. Sie hatte erneut Frühschicht und so verabredeten wir uns schon im Vorfeld der Horizontale zu einen gemeinsamen Frühstück. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle.

In Maua angekommen war es bereits taghell und so hatte ich kein Problem beim Finden des Einstiegs zur Rabenschüssel. Kersten erging es da schon mehr anders, wie er uns später berichtete.

Das Teilstück zwischen Maua und der Lobdeburg bauten wir nicht in unsere Testwanderungen mit ein und so hatte ich nur schwache Erinnerungen darüber, wie der kommende Streckenverlauf war. Und er war nicht leicht. Die Rabenschüssel zog sich ordentlich in die Länge und auch das lange Stück bis zum letzten Verpflegungsstand in Sommerlinde war mehr eine riesen Qual als eine fröhliche Wanderung. Bergab versuchte ich immer wieder ein wenig zu joggen, um meine Kilometerzeiten wenigstens ein wenig im grünen Bereich zu behalten. Trotzdem schien es nur wenig zu helfen. Ich war am Ende und hatte einfach keine Lust mehr. Immer wieder wurde ich von schnelleren Wanderern überholt. Ich versuchte ihr Tempo mitzugehen. Doch es half alles nichts. Ich wurde sichtlich langsamer. Wieder fing ich an zu rechnen und mir wurde klar, dass auch eine Zeit unter 16 Stunden nicht mehr machbar war. Also musste ein neues Ziel her. Ein Ziel an dem ich mich festklammern und Kraft schöpfen konnte. Schnell dachte ich an 16:30 Stunden. Nach kurzer Überlegung hielt ich es aber für zu anstrengend. Mein neues Ziel war eine Zeit unter 17 Stunden.

Durch diese Rechnerei verging die Zeit etwas schneller. Trotzdem sehnte ich mich nach dem letzten Verpflegungspunkt. Ich hoffte auf leckeren Toast mit Marmelade und Nutella. Und den gab es dann auch. Nach dem ich meine pCard auf den Zauberkasten hielt, war ich dann aber doch zu schwach, um mir ordentlich den Bauch vollzuschlagen. Ich aß nur zwei Scheiben Toast und ruhte mich stattdessen ein wenig auf der Bank aus. Ich war einfach zu schwach, für den Weg zwischen Bank und Buffet. Nach etwa zehn Minuten der Ruhe stiefelte ich wieder los. Jetzt waren es nur noch 13 km bis ins Ziel. Endlich dachte ich und so versuchte ich aus jedem weiteren Schritt Kraft zu schöpfen. Nach dem letzten knackigen Anstieg kurz hinter der Lobdeburg ging es zum Glück mehr bergab und ich konnte wieder ein wenig joggen. Obwohl ich nicht weiß, ob eine Geschwindigkeit von neun Minuten pro Kilometer schon als joggen bezeichnet werden kann. Ich versuchte alle Schmerzen, die ich hatte auszublenden und die letzten Kilometer so schnell wie nur möglich zu absolvieren, um der Qual ein Ende zu setzen. Einen Kilometer vorm Ziel informierte ich Kersten und die kleine Bodencrew. Ich war mehr als erledigt und den Tränen nahe, als ich die letzten Meter absolvierte.

Nur noch ein kleines Stück bis zum Ziel.

Nur noch ein kleines Stück bis zum Ziel.

Trotzdem ich die meiste Zeit der Strecke auf mich alleine gestellt war, habe ich es wieder geschafft, diese 100 Kilometer zu meistern. Die Freude im Ziel war zwar groß, doch konnte ich sie so kurz nach der Ankunft nicht zeigen. Ich war einfach zu geschafft. Mit einer Zeit von 16:43:35 h blieb deutlich unter den 17 Stunden und war mehr als glücklich.

Nach einer kleinen Stärkung und frischer Dusche ging es zumindest meiner Psyche wieder den Umständen entsprechend gut. Die Physis brauchte hingegen mehrere Tage, um sich von dieser Belastung zu erholen. Am Morgen danach konnte ich mich kaum bewegen, aber im Endeffekt war es das doch wert ;).

Kurze Zeit später begrüßten wir auch Anne im Ziel. Ihren ausführlichen Bericht könnt ihr hier nachlesen.

Nun bleibt natürlich noch die Frage: Nächstes Jahr aufs Neue? Lange war ich mir unschlüssig, ob ich meinen Körper wieder so eine Belastung aussetze, doch im Endeffekt sind alle guten Dinge drei.

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Vorbereitung für die 100 km Rund um Jena

Der Countdown läuft und die Vorbereitungen sind so gut es geht abgeschlossen. Im Vergleich zum letzten Jahr steigerten wir uns sogar um 100 %. Soll heißen, dass wir zwei statt einer Vorbereitungswanderung mit einer Gesamtlänge von 72,5 Kilometern absolvierten. Dafür musste ich zwar meine Laufumfänge etwas reduzieren, aber ich denke es hat sich gelohnt.

Zwei Testwanderungen sind nun auch nicht die Masse, aber immer noch besser als eine oder gar keine ;). So findet ein kleiner Materialcheck statt und die Strecke wird noch einmal verinnerlicht. Zum Thema Materialcheck gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Meine Wanderschuhe in Kombination mit den Wandersocken sorgten für blasenfreie Füße und das „Navi“ dafür, dass wir immer auf dem rechten Weg unterwegs waren.

Auf die leichte Schulter darf man die 100 km trotz Vorbereitung aber dennoch nicht nehmen. Der angekündigte Regen zum Freitagabend hin könnte für zusätzliche Spannung am Start und auf der Strecke sorgen. Dauerregen wäre nun wirklich das Schlimmste was ich mir vorstellen kann.

Bei solchen Prognosen stellt sich natürlich die Frage nach der richtigen Ausrüstung. Also was ziehe ich an und was nehme ich mit. Natürlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Diese muss dann unter Umständen aber auch mitgeschleppt werden. Über die genaue Zusammenstellung meines Gepäcks bin ich mir noch nicht hundertprozentig sicher. Folgende Bestandteile sollten dennoch auf solcher (Nacht) Wanderung nicht fehlen: festes Schuhwerk, lange Hose, Funktionsshirt, Jacke (Fleece), Handschuhe (nachts kann es verdammt kalt werden), Stirnlampe und ausreichend zu trinken.

Eine Regenjacke könnte bei Dauerregen dann eventuell auch noch sehr hilfreich sein ;). Für Verpflegung ist auf der Strecke an den verschiedenen Punkten zwar gesorgt, dennoch werde ich versuchen vor dem Start (18:00 Uhr) noch ein Happen zu essen. Im letzten Jahr verpasste ich den Zeitpunkt des Abendbrotes und so hing mir mein Magen schon nach den ersten 20 Kilometern sonste wo.

Schon im letzten Jahr stattete ich meinen Rucksack mit einer kleinen roten Blinkleuchte aus und auch in diesem Jahr werden Anne (Juliregen), Kersten (Nagetier) und ich an einem roten Blinkelicht zu erkennen sein. Anders als im Vorjahr haben wir uns vorgenommen die Strecke nicht gemeinsam zu absolvieren. Je nach dem wie es läuft (oder auch nicht) werden wir uns trennen und uns alleine durch die Nacht und den kommenden Tag schlagen. Ich denke, dass sollte die Schwierigkeit noch einmal etwas erhöhen, weil man doch eine ganze Weile nur mit sich beschäftigt ist und man sich ständig fragen wird: ‚Was mache ich hier nur?‘

Eine Zielzeit habe ich mir noch nicht in den Kopf gesetzt. Nur eins ist klar: wer schneller rennt ist früher da. In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmern eine hoffentlich erfolgreiche Teilnahme bei der 26. „Horizontale – Rund um Jena“.

Nass, nasser, sacknass…

So könnte man wohl die letzte Wanderung vom Sonntag kurz zusammenfassen. Wir hatten uns ein Stück der Jenaer Horizontale vorgenommen. Um genau zu sein, wollten wir von der Lobdeburg bis nach Zwätzen wandern und dann mit der Straßenbahn wieder nach Hause. Es regnete schon morgens beim Frühstück, was uns aber nicht vom Start gegen halb zehn abhalten konnte. Ausgerüstet mit meiner „wasserdichten“ Jack Wolfskin Jacke und Hanwag-Wanderstiefeln stürzte ich zusammen mit Juliregen in Richtung Lobdeburg.

Der Regen war nicht sehr stark, dafür aber beständig und im Wald tropften die Bäume. Die sonst so herrliche Aussicht war angesichts des Wetters auch eher zum Heulen. Dafür war aber keine Zeit und so sockten wir, der weiß-rot-weiß Markierung folgend, weiter zum Fürstenbrunnen. Bei der letzten Horizontale warteten hier die Mitarbeiter des Laufladen Jena und verteilten Quellwasser in Trinkflaschen. Am Sonntag hingegen war hier Totentanz. Weit und breit keine Menschenseele die es uns gleich tat.

Im Regen...

Im Regen...

Ich hatte das Gefühl, dass meine Jacke zwar dicht war, ich aber trotzdem unter ihr nicht trocken blieb. Der Grund dafür war die Anstrengung und die damit verbundene Schweißbildung. Das Wasser sorgte dafür, dass die sowieso schon geringe Atmungsaktivität ganz verloren ging. Ich war zwar nicht klitsch nass, aber unangenehm war es trotzdem.

Meine Schuhe hingegen waren dicht. Trotzdem es nicht immer möglich war jeder Pfütze auszuweichen. Nach ca. drei Stunden entschlossen wir uns trotzdem abzukürzen und unser Vorhaben zu beenden. Der Wind sorgte für zusätzliche Kälte, so dass ein Weiterwandern nicht vernünftig gewesen wäre.

In Hinblick auf die Horizontale 2011 muss ich mir überlegen, wie es möglich ist trotz eventuellem Dauerregen die knapp 100 km durchzustehen. Ich sollte mir Gedanken über die Imprägnierung meiner Jacke machen. Ich erhoffe mir davon ein Abperlen der Wassertropfen, so dass die Atmungsaktivität der Jacke zumindest teilweise bestehen bleibt. Bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung ;). Und es wäre doch schade, wenn diese der Grund für eine Aufgabe wäre.

GPS fürs Rennrad – und andere Sportarten Teil I

Mit dem Rennrad werden weite Strecke zurückgelegt und so kann es schon mal vorkommen, dass man von rechten Weg abkommt. Nicht mit Hilfe der GPS-Navigation. Ich suchte ein Gerät, mit dem ich Strecken aufzeichnen und gespeicherte abfahren kann. Nach Umfangreicher Recherche im Internet bestellte ich mir bei Globetrotter zwei Geräte zum Test. Ein Gerät ohne und eins mit Kartenfunktion.


Garmin Foretrex 401 (www.garmin.de)

Zum ersten berichte ich über das Gerät ohne Kartenfunktion. Hierbei handelt es sich um den Foretrex 401 von Garmin. Ausgestattet mit einem hochempfindlichen GPS-Empfänger und einem Barometrischen Höhenmesser ist das Teil sehr handlich und kann auch am Handgelenk befestigt werden. So hat man beide Hände frei und kann trotzdem jederzeit auf den Wecker gucken. Beim Radfahren eher unpraktisch aber es ist ebenfalls möglich das Ganze mit Hilfe einer Radhalterung am Lenker zu befestigen und somit ist alles fest im Blick.

Soweit so gut. Nun aber die Gründe warum ich mich gegen den Foretrex entschieden habe. Zum Einen ist die Speicherkapazität zum Radfahren mehr als gering. Maximal 500 Punkte speichert das Gerät als Track. Und auch die Strecke, welche man abfahren möchte darf  höchstens aus 500 Punkten bestehen, ansonsten wird sie automatisch gekürzt. Es ist möglich einen Track vom Gerät zu holen der länger ist als 500 Punkten. Diese Datei wird aber täglich wieder überschrieben und somit  ist das Ganze für mehrere Tage unzureichend.


Garmin eTrex Legend HCx (www.garmin.de)

Weil es beim Radfahren sinnvoll ist eine Karte zu sehen. Testete ich das Garmin eTrex Legend HCx. Die vorinstallierte Karte kann man, wie zu erwarten war, total vergessen und so lud ich kostenlose Karten aus dem Netz (für Rennrad ist diese Seite sehr zu empfehlen). Diese Karte wird mit Hilfe von z. B. mapsource auf eine Speicherkarte (microSD nicht im Lieferumfang enthalten) geladen und wenn es die digitale Karte unterstützt, besteht sogar die Möglichkeiten sich navigieren zu lassen (Routing).

Leider ist die passende Garmin Radhalterung nicht im Lieferumfang enthalten und muss extra bestellt werden. Die Speicherkapazität ist dank der microSD höher als beim Foretrex. Das eTrex speichert wie auch der Foretrex jeden Tag eine neue Datei (kann mehr als 500 Punkte groß sein) im *.gpx Format. Allerdings besteht die Möglichkeit diese auf der SD Karte abzulegen. Somit können fast unendlich viele Trackaufzeichnungen gemacht werden. Aber halt nur eine pro Tag. Sollte man eine tour am Vormittag und eine am Abend machen, muss der Track am heimischen PC geteilt werden.

Fazit: Durch die Karten und Routing ist das eTrex Legend der Sieger in meinem kleinen Vergleich. Ein weiteres entscheidendes Kreterium war die höhere Speicherkapazität. Diese wird aber nicht effizent genutzt, wie ich finde. Für mich stellt sich die Frage: Warum ist es nicht möglich die Trackaufzeichnung manuell zu starten, zu stoppen und zu unterbrechen. Komisch. Die Gräte zeichnen immer auf und gerade bei Pausen ist es lästig, das Gerät komplett abzuschalten und beim losfahren wieder einzuschalten.

Somit habe ich mich gegen beide Geräte entschieden und nehme mir auf meinen Fahrten erstmal, bis ich mich in der Umgebung besser auskenne, eine Karte mit. Ist ja auch nicht schlecht wenn der Kopf noch bisschen angestrengt wird ;). Im Frühjahr werde ich sicher noch weitere Geräte testen. Eins habe ich dabei auch schon ins Auge gefasst: Garmin edge 605 bzw. das edge 705 mit zusätzlichen Funktionen, wie z. B. das Messen der Herzfrequenz. Also dran bleiben lohnt sich.

Es wird Herbst

Schnell war es nicht gerade. Aber das wird schon.

Schnell war es nicht gerade. Aber das wird schon.

Der warme Sommer geht zu Ende und wie jedes Jahr folgt der Herbst. Nicht gerade meine Lieblingsjahreszeit, aber mich fragt ja keiner ;). Da dass das Wetter so wechselhaft ist, tue ich mich oftmals schwer die richtige Kleidung zu finden. Heute entschied  ich mich für ein Langarm-Shirt in Kombination mit einer Weste und einer Dreiviertel-Tight.

Das Aufbautraining sah ein Jog über zwei mal elf Minuten mit einer zweiminütigen Gehpause vor. Nach exakt 24 min drückte ich die Stopp-Taste meiner Polar RS200sd und stellte fest, dass ich perfekt gekleidet war. Von der Farbwahl mal abgesehen. Dank Juliregen könnt ihr aber selbst entscheiden, ob ich damit doch lieber erst nach Anbruch der Dunkelheit die Wege unsicher machen sollte.

Schlechtes Wetter?! Mir doch egal!

Lange stand es auf der Kippe, ob es heute nicht doch die ersehnte Ausfahrt im Freien wird. Doch bei Nieselregen und nassen Straßen hatte ich nicht wirklich Lust mein Rad einzusauen. So entschied ich mich wieder für den Tacx Satori. Die Anschaffung muss sich ja auch lohnen ;). Wie am Sonntag sollten es eineinhalb Stunden werden. Und die waren es dann auch. Langeweile kam nicht auf und so radelte ich bei angenehmer Zimmertemperatur auf der Stelle.

Zweites Indoortraining mit dem Tacx Satori.

Zweites Indoortraining mit dem Tacx Satori.

Ein Problem hatte ich dann aber doch. Irgendwie war die Sitzposition nicht die angenehmste. Ich saß ständig zu weit vorne auf dem Sattel. Als ich dann bewusst nach hinten rutschte, kam es mir so vor, als ob meine Beine zu kurz sind (beide ;)). Demzufolge griff ich nach dem Training zum Imbusschlüssel und stellte meinen Sessel ein Stück vor und einen halben Zentimeter nach unten. Nach einer kurzen „Probefahrt“, schien alles gut zu sein. Sicher werde ich aber die nächste längere Einheit abwarten müssen, um zu sehen ob nicht doch noch was zwickt.

Da ich bei einem Puls von 70 % wieder ordentlich schwitzte, säuberte ich das Rad mit einer geheimnisvollen roten Flüssigkeit, welche mir von meinem „alten“ Radhändler empfohlen wurde. Dieses Mittel hinterlässt einen leicht öligen Film, der den Lack vor Schmutz und sicher auch Schweiß beschützen soll. Um den Vorbau trocken zu halten, verwendete ich ein Handtuch. Ich bilde mir nämlich ein, dass es nicht so gut ist, wenn sich der Schweiß in Ritzen und andere schwer zu säubernde Stellen festsetzt.

Morgen werde ich mal wieder die Laufschuhe schnüren und die Wege unsicher machen. Hoffentlich hält das Knie. Zumindest habe ich immer fleißig meine Dehnungsübungen gemacht und auch Juliregen konnte keine Beinlängendifferenz mehr feststellen. Also Daumen drücken.

Training im heimischen Wohnzimmer

Man beachte den nassen Boden. Ach und die Cola gehört mir nicht.

Man beachte den nassen Boden. Ach und die Cola gehört mir nicht.

Schluss, aus und vorbei. Jetzt bin ich nicht mehr vom Wetter abhängig. Wie schon beim letzten Beitrag geschrieben, erwartete ich den bestellten Cycletrainer Tacx Satori T1856. Zusätzlich wurde noch der Hometrainer Reifen von Conti eingekauft, damit auf dem besagten Gerät alles glatt läuft. Aber nun von Vorne:

Der Aufbau des Satori war etwas schwierig nicht so einfach. Die Bedienungsanleitung ist nicht immer ganz eindeutig und so benötigt man doch etwas technisches Verständnis, um alles beim ersten Mal richtig zu montieren. Für mich natürlich kein Problem ;). Tacx sollte sich trotzdem ein Beispiel an den Aufbauanleitungen von IKEA nehmen.  Die sind nämlich sehr vorbildlich gestaltet. Nach einer halben Stunde war ich fertig und konnte das Rennrad einspannen. Ich testete es aber nur kurz, weil es schon spät war und ich noch hohen Besuch erwartete. Dieser kam auch und wir verbrachten den Abend mit Erfahrungsaustausch.

Am Samstag fuhren wir nach Freiburg und holten Juliregen. Sie absolvierte dort im Rahmen ihres Studiums ein neunwöchiges Praktikum. Somit kann ich den Samstag in wenigen Worten zusammenfassen: Frühstück, Autobahn, Zeug einladen, Autobahn, Mittag, Autobahn, IKEA, Autobahn, Abendbrot, Bett.

Am Sonntag wollten Juliregen und ich auf eine gemeinsame Tour gehen. Doch das Wetter war schlecht und die Wege nass. So lief sie erst 15 km und ich konnte den neuen Hometrainer in aller Ruhe testen. Da im Internet schon berichtet wurde, dass es möglich ist auf dem Hometrainer einzuschlafen, zog ich es vor, mich mit ein paar Folgen „Two and a half men“ bei Laune zu halten.

Der Satori hielt was er versprach und ich bereue den Kauf nicht. Ich fuhr zu erst auf Stufe sechs (zehn sind möglich) und wechselte nach ca. 45 min auf Stufe fünf. Mit einer angenehmen Trittfrequenz radelte ich im GA 1 Bereich. Nach 1,5 Stunden war ich fertig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin doch noch etwas entfernt von einer guten Trainingsform. Also muss ich über den Winter aufholen.

Der Hometrainer ist nicht wirklich zu vergleichen mit der Fahrt im Freien. Erstens schwitzt man viel mehr -mein Trikot war komplett durchnässt und unter mir eine kleine Schweißpfütze- und zweitens gibt es auf der Rolle keine Abfahrten. Also heißt es treten, treten und weiter treten, um nicht stehen zu bleiben. Wichtig ist auch, dass das Trinken nicht vergessen wird. Es ist wirklich verrückt, wie viel Flüssigkeit man auf einer Fahrt ohne Wind verliert.

Die Geräuschkulisse ist nicht sehr störend und ich konnte ohne Probleme die Witze von Charlie, Alan und Jake verstehen. Wer jetzt allerdings denkt, dass dieses Sportgerät keinen Ton von sich gibt, der irrt. Noch haben sich aber keine Nachbarn beschwert und somit ist es wohl auch für die weiteren Hausbewohner nicht störend gewesen. Na ich warte die nächsten Wochen mal noch ab ;).

Die Woche werde ich dann auch mal wieder einen kleinen Jog wagen. Denn das geht ja bekanntlich bei jedem Wetter. Bis dahin immer schön sportlich bleiben.