Juni 2013 – Auswertung

Anfang Juni konnte ich zusammen mit Juliregen eine Woche Urlaub nehmen und in der alten Heimat ein kleines aber feines Trainingslager absolvieren. Man könnte auch sagen, dass ich meine Eltern besucht habe und normal nach Plan trainierte. Aber Trainingslager hört sich doch viel besser an ;-). Außerdem ist es Erholung pur, wenn man den Tag frei gestalten kann und dann auch noch Sonne satt bekommt :-).

Zurück in Thüringen wurden die Ausmaße des Hochwassers deutlich. Fast alle öffentlichen Schwimmmöglichkeiten sind geschlossen. Keine optimalen Bedingungen also. Aber es muss ja irgendwie gehen und so wurde öfter das Freibad im zwölf Kilometer entfernten Stadtroda besucht.

Nachteil dabei war einfach die Wassertemperatur. So konnte ich in Erfahrung bringen, dass ich nicht ohne Neo ins Wasser steigen sollte, wenn dieses nicht mindestens 22°C hat. Anderenfalls bin ich nach 30 min einfach nur noch am Zittern. Völlig unklar wie ich finde, aber ich kann nichts dagegen machen.

Ansonsten konnte ich alle geplanten Einheiten durchziehen. Zwar war das wie immer nicht ganz einfach, aber es läuft. Am schlimmsten bleibt mir eine Radeinheit (Intervalle am Berg) in Erinnerung. Losgefahren bei leichtem Regen, der dann in unbeschreiblichen Starkregen und Sturm überging. So wurde ich bei den letzten beiden der fünf Berganfahrten ordentlich auf die Probe gestellt. Pitschnass zu Hause angekommen, trocknete ich mich ab und zog mir für 60 min frische Laufsachen an, welche dann aber auch nicht lange trocken blieben. Was willst‘e machen, Plan ist Plan. Und solange die Bäume nicht umfallen wird das Training auch durchgezogen.

Beim Laufen mache ich auch endlich wieder Fortschritte. Ich nähere mich der 4 min/km Marke und mein Bein hielt den letzten intensiven Belastungen auch stand. Beim Trainingstriathlon in Erfurt am letzten Wochenende fehlten auch nur knapp zwei Sekunden pro Kilometer für die Wunschpace. Aber das schieben wir hier mal auf die Monstererhebungen ;-).

Jetzt folgt der Juli und mit ihm der Jahreshöhepunkt, meine erste olympische Distanz im Rahmen des Leipziger Triathlons. Ich bleibe optimistisch und peile weiterhin die 40 min für die 10 km auf der Laufstrecke an. Auf dem Rad habe ich mir für die 40 km vorgenommen so dicht wie möglich an die Stundengrenze heranzufahren. Inwieweit das möglich sein wird, kann ich aber wirklich schlecht vorhersagen, da ich in der Hinsicht einfach zu wenig Erfahrung mitbringe. Beim Schwimmen (1.500 m) steht natürlich das Überleben der Startphase ganz groß im Vordergrund ;-). Na, wir werden sehen.

Bis dahin.

T-3 Wochen.

Juni
Einheiten Distanz HDiff. Zeit
Laufen: 13 143,07 km 695 HM 11:05:04
Rennrad: 18 720,49 km 4.880 HM 22:47:06
Rolle: 3 94,50 km 04:00:00
Schwimmen: 11 k. A. 09:04:42
Stabi: 2 01:00:00
Insgesamt: 47 958,06 km 5.575 HM 47:56:52
Advertisements

27. Erfurt Triathlon – Sprintdistanz (Jedermann)

Aus dem Training heraus und als Ersatz für eine geplante Koppeleinheit wollte ich in diesem Jahr beim Erfurt Triathlon an den Start gehen. Es standen zwei Varianten auf den Plan: Sprint oder Jedermann. Laut Ausschreibung war der Sprint für Startpassinhaber gedacht. Nach kurzer Anfrage beim Veranstalter konnte man aber auch ohne Startpass beim Sprint starten. Einzige Unterschiede waren also, dass die Sprintathleten sechs Minuten vor den Jedermännern starteten und es auch eine eigene Wertung gab.

Im Vorfeld war klar, dass ich mich für den Sprint melden wollte. Leider verlief die Voranmeldung dort aber so schleppend, dass ich mich am letzten Tag der Frist doch für den Jedermann-Wettkampf entschied, da hier viel mehr Athleten gemeldet waren.

Am Wettkampfort angekommen zeigte sich das Wetter nicht unbedingt von der schönsten Seite. Viel Regen  und eine Wassertemperatur von 17°C laden nicht gerade zum gemütlichen Planschen ein. Aber egal, in Leipzig kann es auch regnen und man muss es sowieso nehmen, wie es kommt.

Die Startunterlagen, welche aus Chip und Startnummer bestanden, waren schnell abgeholt und so konnte ich in aller Ruhe das Rad einchecken. Anschließend ein kurzer Blick auf die Infotafel, um festzustellen, dass aus der Laufrunde um den See mit einem Anstieg nun eine Wendepunktstrecke mit zwei Anstiegen geworden war. Egal, ist ja nur Training.

Schwimmen

Nach der Erwärmung zwängte ich mich in den Neo und begab mich zum Schwimmstart, wo die Wettkampfeinweisung stattfinden sollte. Von der bekam ich allerdings nichts mit, da der Verantwortliche es nicht fertig gebracht hat ins Mikrofon zu sprechen.

Noch mit dem Rücken zur Schwimmstrecke - ahnungslos, dass es gleich knallt

Noch mit dem Rücken zur Schwimmstrecke (weiße Badekappe) – ahnungslos, dass es gleich knallt

Also kurz einschwimmen, rumblödeln mit anderen Startern und sich die Zeit vertreiben. Dann plötzlich der Startschuss. Wie? Jetzt schon? Ich war doch noch gar nicht bereit. Die Brille hatte ich zum Glück vom Einschwimmen noch auf, da ich mit Nasenklammer aber komisch rede, hatte ich diese noch in der Hand.

So ein Schwimmstart ist immer aufregend - erst recht wenn er so plötzlich kommt

So ein Schwimmstart ist immer aufregend – erst recht, wenn er so plötzlich kommt

Alles stürmte los. So ein Mist. Ich versuchte schnell die Klammer aufzusetzen und irgendwie eine Lücke nach Vorne zu finden. Die großen Schläge blieben glücklicherweise aus. Links von mir schwammen ca. drei Athleten, welche ich aber auf dem Weg zur ersten Boje (Dreieckskurs mit  insgesamt zwei Bojen) hinter mir lassen konnte. Ich schwamm im Zweierzug und wusste nicht, dass rechts neben mir keiner mehr war und stellte mich dementsprechend auf Feindkontakt an der ersten Boje ein. Dieser blieb aber aus und ich war verwirrt. Ohne zurückzublicken war ich fest davon überzeugt, dass da beim Start was falsch lief. Ich alleine ganz vorn? Das kann nicht sein.

Da es mir aber nicht auf eine Platzierung ankam, stellte ich mich auf einen Fehlstart ein und rechnete schon mit einer Disqualifizierung. Auf jeden Fall wollte ich aber das Rennen beenden, da mir ansonsten eine komplette Qualitätseinheit fehlen würde.

So schwamm ich also Richtung Ausstieg und kletterte zusammen mit den letzten der Sprintwelle aus dem Wasser.

Was mich am plötzlichen Start am meisten ärgerte, war, dass ich meine Uhr nicht gedrückt hatte. So ist in der Schwimmzeit ein Wechsel mit drin, welcher das Ergebnis natürlich total verfälscht.

Schwimmzeit inkl. Wechsel: 00:13:24 h
Platzierung Jedermann: 1. von 90
Theoretische Platzierung Sprint: 13. von 25
Theoretische Platzierung Gesamt: 13. von 114

T1

In der Wechselzone fand ich ohne Probleme mein Rad und schlüpfte wie gewohnt in Socken und Radschuhe. Ganz ehrlich könnte ich mir auch nicht vorstellen auf dem Untergrund 100-150 m barfuß zu laufen. Alleine auf dem kurzen Stück zum Rad (ca. 10 m) zog ich mir einen ein Zentimeter langen Schnitt am Zeigezeh zu. Diesen bemerkte ich allerdings erst zu Hause.

Ausziehen des Neos klappt schon ganz gut

Das Ausziehen des Neos klappt schon ganz gut

Rad

Auf dem Rad war die Vorgabe klar: Vollgas, ohne Abschuss. Durch die insgesamt zwei Anstiege und die damit verbundenen 245 HM war ans Rasen im ersten Moment aber nicht zu denken.

Es ging stetig den Berg (Hügel) hoch. Nach einer Kurve dann der wahre Anstieg. Kette links und kurz vorm Umfallen. Ich sammelte noch eine Sprinterin ein, welche sich im Wiegetritt ebenfalls bemühte auf Grund fehlender Geschwindigkeit nicht umzufallen [hier liegt die Verdeutlichung natürlich in der Übertreibung der Tatsachen ;-)].

Den größten Teil der Radstrecke war ich alleine unterwegs und versuchte irgendwie die verlorene Pace vom Anstieg wieder einzufahren. Ganz gelingt das natürlich nicht, aber versuchen kann man’s ja ;).

Zum Glück regnete es nicht. Trotzdem waren die Straßen nass und teilweise von extrem schlechter Qualität. Einmal übersah ich ein Schlagloch und litt förmlich mit meinem Rad mit.

Radzeit  ohne Wechsel: 00:36:35 h
Platzierung Jedermann: 1. von 90
Theoretische Platzierung Sprint: 1. von 25
Theoretische Platzierung Gesamt: 1. von 114

Trotz des Laktatfestivals am Donnerstag bei meinen Bergintervallen erreichte ich den schnellsten Radsplit. So langsam kristallisiert sich diese Disziplin als meine Stärke heraus.

T2

Zurück in der Wechselzone freute ich mich über einen Schnitt von knapp über 36 km/h und stieg in die Laufschuhe, welche in einer Tüte auf ihren Einsatz warteten. Zum ersten Mal wollte ich auch testen, ob ich während des Laufens ein Gel runterkriege und so nahm ich dieses auch noch mit.

Laufen

Ohne Konkurrenz ging ich also auf die Laufstrecke und traf nur ein paar Sprinter. Wie immer versuchte ich das Tempo hochzuhalten und stellte mich auf den Anstieg ein. Dieser Bestand aus zwei Abschnitten. Das erste  Stück auf befestigtem Untergrund lief sich ja noch recht gut. Das zweite Stück dann aber auf weicher Wiese war einfach nur grausam. Ich nahm Tempo raus und versuchte kontrolliert aufzusetzen. Auch beim Abstieg lief ich hier nicht volles Risiko. Die Gefahr umzuknicken war einfach zu hoch.

Auf einen Zielsprint als solchen verzichtete ich auch, da ich diesen beim Koppeln ja auch nicht mache. Außerdem war die Motivation nicht wirklich da, hier das letzte aus mir herauszuholen. Warum auch?!

Laufzeit inkl. Wechsel: 00:21:36 h
Platzierung Jedermann: 5. von 90
Theoretische Platzierung Sprint: 14. von 25
Theoretische Platzierung Gesamt: 18. von 114

Ziel

Im Ziel gab es dann keine Disqualifikation und somit musste ich wohl gewonnen haben. Zufrieden kann ich mit dem Sieg aber natürlich nicht sein, da insgesamt acht Teilnehmer aus der Sprintwertung schneller waren als ich. Irgendwie verstehe ich diese Einteilung nach Startpassinhaber und Leute ohne auch nicht. Bei den Frauen kam die Tagesschnellste beispielsweise aus dem Jedermann-Wettkampf. Das Ziel des Veranstalters war es den Jedermännern einen eigenen Wettkampf zu bieten. Hier bleibt aber offen, wer denn nun ein Jedermann ist. Bin ich ohne Verein und ohne Startpass nun per Definition ein Jedermann oder bin ich auf Grund meiner Leistung und dem damit verbundenen Trianingsaufwand kein Jedermann. Ich persönlich fand die Trennung schon ein wenig unglücklich. Zumal es für die wahren „Anfänger“ den sogenannten Wohlfühltriathlon (0,4/10/2,5) gab.

Gesamtzeit: 01:11:35 h
Platzierung Jedermann: 1. von 90
Theoretische Platzierung Sprint: 9 von 25
Theoretische Platzierung Gesamt: 9. von 114

Fazit

Eigentlich ein schöner Wettkampf, auch wenn die Radstrecke teilweise wirklich schlecht ist und die Laufstrecke auch Wünsche offen lässt. Was aber gar nicht ging, war der Start. Es ist doch nicht zu viel verlangt, dass jemand ein Mikrofon (welches ja vor Ort war) in die Hand nimmt und wenigstens kurz mal sagt, dass es jeden Moment losgeht. Mich hat das alles sehr verwirrt und ich bin wirklich froh, dass es für mich nur ein Wettkampf mit der Priorität C war.

Highlight waren, und das muss hier auch gesagt werden, die leckeren Cookies und Brownies, welche McDonalds Erfurt sponserte. Insgesamt waren die Zielverpflegung und Siegerehrung gut organisiert. Als Finishergeschenk gab es sogar ein kleines Handtuch vom Erfurt Triathlon.

Der 27. Erfurt Triathlon – Sprintdistanz (Jedermann) – in Zahlen (Ergebnisse):

Schwimmen
inkl. Wechsel
00:13:24 h für 750 m + Wechsel  ???
Rad: 00:36:35 h für 22,02 km 36,11 km/h
Wechsel: 00:01:24 h
Lauf 2: 00:20:12 h für 5.010 m 04:01,9 min/km
offizielle Gesamtzeit: 01:11:35 h
Gesamtplatzierung 1. von 90
AK-Platzierung 1. von 14