2. Sonnenwendschwimmen am Kulkwitzer See

Obwohl die Schwimmsituation in Jena im Winter nicht die beste war, habe ich es auch hauptsächlich durch die vielen Besuche im Hofwiesenbad in Gera geschafft einigermaßen schwimmen zu lernen. Leider fiel diese traumhafte Anlage dem letzten Hochwasser zum Opfer und musste nun auch vorübergehend geschlossen werden. So sind in Jena drei von vier Schwimmstätten auf Grund von Hochwasserschäden (Schleichersee), Baumängeln (GalaxSea) und umfangreichen Renovierungsarbeiten (Ostbad) geschlossen. Was bleibt ist die Schwimmhalle in Lobeda West, welche aber nur bedingt der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

In der näheren Umgebung bleibt da nur das Freibad in Stadtroda und die Roland-Mathes-Schwimmhalle in Erfurt (Mo geschlossen). Da Freibäder bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30°C auch das gemeine, nicht schwimmende Volk (nicht böse gemeint) anzieht, waren auch in Stadtroda die Bedingungen nicht wirklich optimal.

Ich will jetzt aber nicht weiter darauf rumreiten. Sicher gibt es Gegenden, in denen man noch schlechtere Bedingungen vorfindet. Wir machen einfach das beste daraus und eigentlich soll es ja auch um das Sonnenwendschwimmen gehen.

Es war Marcus, der uns mit einer Nachricht auf Twitter auf das 2. Sonnenwendschwimmen aufmerksam gemacht hatte. Es standen drei verschiedene Streckenlängen zur Verfügung (750 m / 1500 m und 3000 m). Da ich auf Grund der oben beschriebenen Bedingungen am Mittwoch die Schwimmeinheit leider ausfallen lassen musste und in dieser Größenordnung noch nie im Freiwasser unterwegs war, reisten wir nun also nach Leipzig an den Kulki.

Der Start sollte bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen um Punkt 19:30 Uhr erfolgen. Wir waren pünktlich (naja eigentlich wie immer viel zu früh) gegen 18 Uhr am Ort des Geschehens. Kurz die 5 € Startgebühr gegen eine Badekappe und Startnummer auf dem Handrücken getauscht und schon war es immer noch ganz schön lange bis zum Start ;-).

Traumhaftes Wetter beim 2. Sonnenwendschwimmen am Kulkwitzer See

Traumhaftes Wetter beim 2. Sonnenwendschwimmen am Kulkwitzer See

Wie es immer so ist, verfliegt die Zeit dann aber doch und zusammen mit vielen anderen Athleten kletterten wir in unsere Neos (war nicht Pflicht – 20°C Wassertemperatur). Dabei war ich erstaunt, dass viele den Neo ohne besondere Technik anziehen. Teilweise war es auch recht lustig mit anzusehen und so verging die Zeit natürlich noch schneller.

Nun war es 19:15 Uhr. Zeit für die Erwärmung. Aber wie? Ich kreiste ein wenig mit den Armen und begab mich ins Wasser. Dort angekommen musste ich aber wieder zurück. Meine Nasenklammer ruhte sich noch im Beutel aus und musste wachgerüttelt werden.

Wieder zurück im Wasser flutete ich meinen Neo, verteilte das angenehm kühle Wasser und schwamm mich warm. Was man so Warmschwimmen nennen kann. Insgesamt waren es bei mir wahrscheinlich nicht mal 50 m. Noch zwei Minuten bis zum Start. Über die Position machte ich mir keine Gedanken. Ich befand mich irgendwo im Mittelfeld und hatte keine Ahnung, was mich erwartet.

Der Startschuss erfolgte und es ging los. Oder auch nicht. Überall waren Beine, Arme, Körper und Köpfe. Ich kannte das zwar von Triathlonstarts, hatte aber (warum auch immer) nicht damit gerechnet, dass es beim reinen Schwimmen auch so schlimm ist.

Auf zur letzten Runde

Auf zur letzten Runde

Glücklicherweise ist so ein See ja breit und so verteilten sich die Massen mit der Zeit, sodass ich frei schwimmen konnte und auf die erste von zwei Bojen zusteuerte. Insgesamt durfte ich vier Runden a 750 m schwimmen. Wobei die Strecke im Laufe des Rennens immer einsamer wurde.

Ich versuchte kontrolliert und möglichst ohne Umwege zu schwimmen. Zum Ende der dritten Runde merkte ich, dass die Kraft nun doch etwas nachlässt. Zum Glück galt es nur noch eine Runde zu schwimmen. Insgesamt konnte ich das doch relativ hohe Anfangstempo nicht halten und so ergaben sich für die einzelnen Runden folgende Zwischenzeiten:

 10:47 min 750 m 01:26,3 min/100 m
 10:57 min 750 m 01:27,6 min/100 m
 11:14 min 750 m 01:29,9 min/100 m
 11:27 min 750 m 01:31,6 min/100 m
 44:25 min 3000 m 01:28,8 min/100 m

Inwieweit die Strecke jetzt genau 750 m lang war, kann ich natürlich nicht sagen und auch schlecht nachvollziehen. Trotzdem bin ich mit der Schwimmzeit zufrieden. Ein Defizit ist klar die Kraftausdauer. Ich schwimme im Neo zwar deutlich schneller, verliere aber hinten raus auch deutlich mehr Zeit. Auch vom Empfinden her würde ich sagen, dass ich mit dem Neo mehr Druck aufbauen kann, die Kraft am Ende aber nicht mehr ausreicht, diesen Druck aufrecht zu erhalten. Da ich in diesem Jahr im Wettkampf aber auch nur 1500 m schwimmen will, bin ich mit der vorhandenen Schwimmform eigentlich zufrieden.

Beim Schwimmausstieg nach anstrengenden 3000 m Freiwasserschwimmen

Beim Schwimmausstieg nach anstrengenden 3000 m Freiwasserschwimmen

Nun hoffe ich, dass die Schäden im Hofwiesenbad schnell behoben werden können und ich wieder bei optimalen Bedingungen vergleichbare Trainingsergebnisse erzielen kann. Vom Gefühl her kann ich nämlich ganz schlecht abschätzen, ob ich mich in der letzten Zeit verbessern konnte.

Und zum Abschluss noch ein paar Zahlen (Ergbnisse):

offizielle Gesamtzeit: 00:44:25 h
Gesamtplatzierung: 9. von 49
AK-Platzierung: 2. von 5
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5 Gedanken zu „2. Sonnenwendschwimmen am Kulkwitzer See

  1. 3000m schwimmen! Respekt!

    Schwimmst Du die dann immer Kraul?

    Ich bin ja seit drei Wochen auch wieder einmal wöchentlich im Schimmbad. Unser Sohn (5) macht seinen ersten Seepferdchen-Vorbereitungskurs und ich nutze die 45min Kurszeit immer, um ein paar Bahnen im Schwimmerbecken zu ziehen. Zur Zeit bin ich bei 20x25m, allerdings immer im Wechsel zwischen Brust und Kraul zu je 4/4/2 Bahnen. Brust geht gut, aber bei Kraul bin ich nach 4x25m schon ziemlich platt. Klar – alles eine Frage der regelmäßigen Übung – aber 3.000m am Stück – davon bin ich meilenweit entfernt.

    Glückwunsch – starke Leistung!

    Grüße aus Köln!
    Mario

    • Vielen Dank und ja natürlich kraule ich das Ganze. Anders wäre das in der Zeit wahrscheinlich auch nicht machbar.
      Ich habe ebenfalls so angefangen (Schnappatmung) wie du. Mit der Zeit konnte ich dann immer weiter kraulen und dann ermöglichen sich auch ganz andere Trainingseinheiten (Intervalle, Technik, Streckenschwimmen, Sprints).
      Ich nehme an, dass du alles im sogenannten Zweierzug (einseitige Atmung nach jedem zweiten Zug – links oder rechts) schwimmst? Sobald sich deine Wasserlage ein wenig stabilisiert hat, wird es dir leichter fallen und du kannst dann auch mal andere Atemtechniken versuchen (Dreier-, Vierer- und Fünferzug).

      Ehrlich gesagt musste ich aber auch etliche Stunden investieren, um so schwimmen zu können. Seit Juli 2012 (seitdem trainiere ich das Schwimmen strukturiert mit mehreren Einheiten in der Woche) sind es insgesamt 95 h.
      Ich glaube, wenn du am Ball bleibst, dann kannst du es packen.

      Grüße aus Jena!

      Björn

  2. Hallo,

    ich habe beim Schwimmen immer das Gefühl gar nicht voran zu kommen. Wenn ich kraule, dann weiß ich schon, dass ich irgendwann Krämpfe in den Zehen bekomme, obwohl ich hin und wieder mal eine Magnesiumtablette einnehme und mich mehr oder weniger vor dem Schwimmen auch aufwärme.

    Aber ich muss auch sagen, dass Schwimmen nicht so ganz meine Sportart ist. Na ja, ich habe eine Schwimmhalle bei mir in der Nähe, sodass ich es ab und zu nutze.

    Grüße
    Asanka

    • Vielen Dank für dein Kommentar und willkommen auf meinem Blog.
      Aller Anfang ist schwer. Auch ich leide ab und an beim Schwimmen an Krämpfen. Bei mir sind es dann aber meistens die Waden. Magnesium hat bei mir nicht geholfen. Das kann bei dir aber anders sein. In Sachen Ernährung bin ich bei Weitem kein Experte.
      Viel Spaß weiterhin beim Schwimmen.

      Grüße Björn

  3. Hallo Björn,

    ja ab und an möchte ich wieder zum Schwimmen, aber den inneren Schweinehund zu besiegen ist auch nicht immer einfach. Das Problem in meiner Umgebung ist, dass wir zwar ein Freibad haben, was jedoch geschlossen ist, zwei Hallenbäder, wovon auch eines geschlossen ist, sodass man entweder sehr früh oder sehr spät gehen sollte, damit es nicht zu voll im Becken ist.

    Macht so ja auch keinen Spaß, vor allem dann nicht, wenn man nicht schnell schwimmen kann. Ich weiß auch nicht, woran es liegt, aber ich bin tatsächlich sehr langsam im Wasser, wenn ich halt Brust schwimme.

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