25. Jenaer Duathlon

Mittlerweile war es mein dritter Start in drei Jahren auf der Volksdistanz (5/20/2,5) beim Jenaer Duathlon. Anders als in den beiden Jahren zuvor befand ich mich aber mitten in der Vorbereitung für meine erste richtige Triathlon-Saison. Ich ging also nicht unbedingt mit den schlechtesten Voraussetzungen an den Start. Zumindest fühlte ich mich besser vorbereitet als in den Vorjahren.

Nach dem langen Winter war sicherlich nicht nur ich froh, endlich wieder draußen in kurz-kurz unterwegs sein zu können. Aber was war das? Die Wetterprognose für das Duathlon-Wochenende versprach Regen am Samstag und lediglich 11°C am Wettkampfsonntag. Also nix mit kurz-kurz. Stattdessen wählte ich einen TriSuit, welchen ich mit einem kurzärmligen Unterhemd, Armlingen und Kompressionssocken kombinierte. Eine – wie sich rausstellte – perfekte Kombi.

Zusammen mit Juliregen, die in diesem Jahr ihr Debüt beim Duathlon gab, traf ich früh genug am Schauplatz ein, um die Unterlagen in Empfang zu nehmen, das Rad einzuchecken und mich warmzulaufen. Da der Veranstalter sich dazu entschloss die Wechselzone und den Zieleinlauf zu verändern, brauchten wir allerdings eine gewisse Zeit um uns zurecht zu finden. Das Ziel befand sich nun außerhalb des Stadions, was meiner Meinung nach alles andere als eine Verbesserung darstellte. Aber das ist ein anderes Thema.

Nachdem die Wettkampfbesprechung sehr spärlich ausfiel, starteten wir fünf Minuten verspätet. Die ersten fünf Kilometer teilten sich in zwei Runden, wobei wir am Ende jeder Runde durchs Stadion laufen mussten. Somit hatte man die Möglichkeit zu sehen, an welcher Position man sich befindet bzw. wie weit der Abstand zu den Vorderleuten ist.

Gefühlt war das erste Laufen kein Problem. Mit einem Schnitt von 03:48 min/km bin ich auch echt zufrieden. Dass es am Ende vielleicht doch etwas fix war, zeigt der Puls, welcher einfach zu hoch war, den ich aber während des Laufens ignorierte. Beim zweiten Laufen bekam ich dafür dann die Quittung. Dazwischen liegt aber bekanntlich das Radfahren.

Der Wechsel lief ohne Probleme und so kam ich trotz der Handschuhe schnell in meine Radschuhe. Fix noch Helm und Brille auf. Kurz überlegt, ob was fehlt und auf geht’s Richtung Schnellstraße. Alles in allem ein Unterfangen von gerade mal 56 Sekunden.

Auf der Radstrecke sollte dann die Post abgehen. Mein Ziel war ein Schnitt von 38 km/h. Insgeheim hoffte ich schneller fahren zu können als bei meinem letzten Triathlon in Stockach (38,35 km/h). Die Bedingungen waren ideal. Kein Wind, kein Regen und die Straße war ebenfalls getrocknet. Trotzdem drückten die insgesamt sechs Wenden den Schnitt ordentlich nach unten. Im Vergleich: Stockach hatte eine Wende.

Der Weg vom Stadion zur Schnellstraße, welche wie im letzten Jahr halbseitig gesperrt wurde, war schnell erledigt. Und da sah ich auch schon eine Gruppe vor mir fahren. Ich brauchte nicht lange, um heranzufahren und in einem Husch verbeizuziehen. Nach der ersten Wende stellte ich dann aber fest, dass sich hinter mir eine Traube bildete, welche ich bis zum Schluss nur bedingt abhängen konnte. Die Kampfrichter sprachen zwar Verwarnungen aus, doch hätte ich mir an dieser Stelle ein härteres Durchgreifen gewünscht.

Dann eine Situation, über die ich mich immer noch aufregen könnte: Neben mir höre das Summen der hohen Felgen einer Zeitfahrmaschine. Langsam quält sich der Fahrer an mir vorbei und setzt sich direkt vor mich. Aber anstatt das Tempo hochzuhalten, wurde er langsamer. Ich stellte also die alte Reihenfolge wieder her. Nach der dritten Wende dasselbe Spiel. Wieder quält er sich vorbei und kann das Tempo nicht halten. An den Wenden und bei kurzem Schulterblicken, konnte ich ihn immer wieder sehen. Ich behaupte einfach mal: Hätte er sich während des Rennens in meinem Windschatten nicht ausgeruht, dann wäre er auch nicht in der Lage gewesen, das Tempo mitzugehen. Einfach nur zum Aufregen. Nach der letzten Wende ließ ich ihn und einen weiteren Konkurrenten dann gewähren, um meine Beine etwas zu lockern und mich auf’s zweite Laufen vorzubereiten. Am Ende erreichte ich einen Schnitt von 38,43 km/h. Insgesamt konnte ich auch einige Plätze gut machen. Wie viele es genau waren, kann ich aber nicht sagen, da es durch Überrundungen und die fünf Minuten vor uns gestarteten Junioren einfach zu unübersichtlich war und auch in der Ergebnisliste einige Zwischenzeiten fehlen.

Zurück in der Wechselzone war mein Ständer besetzt. Kurze Verwirrung. Aber trotz des kleinen Zwischenfalls lief der zweite Wechsel ebenfalls ohne Probleme und war nach 44 Sekunden auch schon wieder Geschichte. Als ich mich dann auf die abschließende Runde begab, merkte ich schon auf den ersten Metern, dass ich vorsichtig laufen muss. In meinen Waden bahnte sich ein ordentlicher Krampf an. Somit musste ich die Traube von der Radstrecke ziehen lassen. Egal. Hinter mir war’s ruhig und so ging ich kein Risiko ein. Als ob krampfende Waden nicht schon ausreichen würden, bekam ich zusätzlich Probleme mit dem Magen. Vielleicht hatte ich Hunger, vielleicht war es zu kalt, vielleicht wirkten sich aber auch die zu schnellen ersten fünf Kilometer aus. Ich weiß es nicht. Auch im Nachhinein kann ich mir nicht erklären, warum ich im Vergleich zu dem, was ich eigentlich laufen kann, soooooo langsam war. Ich weiß nur, dass ich mich gequält habe und der Schnitt von 04:08 min/km harte Arbeit war.

Zusammenfassend war es für mich ein gelungener Saisoneinstieg. Ich konnte mich im Vergleich zum Vorjahr wieder steigern und sicherte mir einen Platz in den Top 10. Zur Veranstaltung an sich muss ich sagen, dass die Organisation etwas wirr erschien. Es sah so aus, als wüsste niemand so richtig Bescheid. Die Ausschreibung stimmte nicht wirklich mit den tatsächlichen Gegebenheiten überein. Der Zieleinlauf war ungünstig platziert. Und trotz Windschattenverbots wurde nicht durchgegriffen. So nun aber genug gemeckert, es gibt auch Positives zu berichten: Die Laufstrecke war nämlich sehr gut markiert. Die Radstrecke fast exakt vermessen. Und durch längere Runden auf der Schnellstraße wurden auch zwei Wenden im Vergleich zu den Vorjahren eingespart, was sich natürlich positiv auf die Durchschnittsgeschwindigkeit auswirkt.

Bei zehn Euro Startgebühr kann man eigentlich auch nicht meckern. Und so haben besonders die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ein ganz großes Dankeschön verdient.

Mein 25. Jenaer Duathlon in Zahlen (Ergebnisse):

Lauf 1: 00:19:57 h 5,26 km (3:48 min/km)
erster Wechsel: 00:00:56 h
Rad: 00:30:53 h 19,78 km (38,43 km/h)
zweiter Wechsel: 00:00:44 h
Lauf 2: 00:10:21 h 2,50 km (4:08 min/km)
offizielle Gesamtzeit: 01:04:05 h
Gesamtplatzierung: 8. von 62
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