15. Jenaer Sommernachtslauf – Sub40!!!

Nachdem ich vor zwei Wochen beim Jenaer Triathlon zeigen konnte, dass sich meine Laufform in der letzten Zeit beachtlich gesteigert hat, wollte ich beim Jenaer Sommernachtslauf über die 10 km die Sub40 versuchen. Vorab aber ein paar Worte zu meiner Trainingsbilanz:

Fast vor genau einem Jahr legte ich mir ein neues Sportgerät zu. Sicherlich war es nicht die günstigste Anschaffung, aber wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, eine der sinnvollsten. Somit war ich in meinem Training flexibler und konnte meine zarten Beine entlasten. Ich steigerte die Laufumfänge und -geschwindigkeiten sehr langsam. Ein Jahr später stehen 3.600 km auf dem Radtacho und ein bisschen was über 700 km im Läufertagebuch. Seit einigen Wochen laufe ich schon wieder bis zu drei Mal die Woche, fahre zwei bis drei Mal Rad und gehe ein bis zwei Mal schwimmen. So komme ich auf sechs Trainingseinheiten und einen Ruhetag.

Beim durchstöbern der Läufe, welche vom Laufservice-Jena mit organisiert werden, stieß ich auf den Sommernachtslauf hier in Jena. Zwei Wochen nach meinem ersten Triathlon. Na, das passt doch, dachte ich und meldete mich schließlich für die 10 km Strecke. Start war am Freitag 18:30 Uhr im Ernst-Abbe-Stadion.

Schaff ich's oder schaff ich's nicht?

Schaff ich's oder schaff ich's nicht?

Da stand ich nun mit 249 weiteren TeilnehmernInnen und wartete auf den Startschuss. Ich versuchte mich zu entspannen und mich nicht selbst unter Druck zu setzen. Je näher der Start rückte, desto mehr zweifelte ich an der erhofften Sub40. War es ein zu hoch gestecktes Ziel und würde ich somit nach ein paar Kilometern einbrechen? Ich wusste es nicht. Dazu kam dann noch, dass die Strecke anscheinend ein bisschen länger sein sollte als 10 km. Wenn ein Rundkurs 2,5 km lang ist, muss dieser exakt viermal absolviert werden. Befindet sich dann aber das Ziel nicht genau auf der Höhe des Startes sondern ca. 250 m dahinter, muss man kein Rechengenie sein, um festzustellen, dass ein Schnitt von 03:59 min/km für mich nicht ausreicht.

Trotzdem ich versuchte ruhig zu bleiben und mich auf mich zu konzentrieren, stieg der Puls auch ohne Belastung auf über 60 %. Ich reihte mich ins äußere Mittelfeld ein. Ich wollte dem anfänglichen Gedränge aus dem Weg gehen und mein Tempo finden. Plötzlich hieß es: „Gleich gehts los.“ Wieder stieg der Puls. „Fertig…, los!“ Das Läuferfeld setzte sich in Bewegung und drei Sekunden später zündete auch die Startpistole. Immer diese Fehlzündungen :).

Nach 50 m kontrollierte ich das erste Mal mein Tempo: 03:28 min/km – viel zu schnell. Und so ließ ich mich zurückfallen, um mein Tempo und meinen Rhythmus zu finden. Der erste von zehn Kilometern war nach 03:48 min Geschichte. Ich fühlte mich gut. Aber es waren ja auch erst 10 % der Strecke absolviert. Nun passierte das, was bei Volksläufen häufig vorkommt. Viele drosselten ihr Tempo, weil sie einfach viel zu schnell gestartet sind. Ich fing an zu überholen und versuchte dabei mein Tempo konstant zu halten.

Auf zur 3. Runde

Auf zur 3. Runde

Mit 03:52 min, 03:50 min und 03:52 min gingen die darauf folgenden Kilometer auch in Ordnung. Ab Kilometer fünf, kurz bevor es zum zweiten Mal ins Stadion ging, fing es an schwer zu werden. Nach dem anfänglichen hervorragenden Kilometern kamen jetzt doch einige Zweifel, ob die Sub40 möglich ist. Die Atmung wurde schwerer und die Kilometer wurden immer länger. Trotzdem hielt ich mein Tempo unter vier Minuten pro Kilometer. Nach guten 19:18 min beendete ich die erste Hälfte. So hatte ich bereits ein Puffer von 42 Sekunden. Trotzdem durfte ich nicht langsamer werden, schließlich war die Zielgerade verdammt lang.

Auch in der zweiten Hälfte konnte ich einige Plätze gutmachen. Nach jeder Runde feuerte mich Juliregen mit vollem Einsatz an. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für die aufbauenden und motivierenden Worte. Mit 03:57 min, 03:54 min und 03:55 min waren Kilometer sechs, sieben und acht zwar langsamer aber noch im grünen Bereich. Ich befand mich auf der letzten Runde, es wurde verdammt schwer und der Puls stieg weiter.

Immer wieder konnte ich andere Läufer nutzen, um mich ran zu saugen, mich kurz zu erholen und schließlich an ihnen vorbei zu laufen. Ich versuchte alles auf den letzten zweieinhalb Kilometern aus mir heraus zu holen und hoffte darauf, dass der Körper willig ist. Der Geist war es. Man sagt zwar, das ein Glaube Berge versetzen lassen kann. Beim Laufen musst du aber trotzdem einen Schritt nach dem anderen machen. Und zwar schnell.

Noch verdammt harte 300 m bis zum Ziel.

Noch verdammt harte 300 m bis zum Ziel.

Die Uhr piept und zeigt eine Zeit von 03:52 min für den neunten Kilometer. So blieben mir 05:04 min für den letzten und die restlichen paar Meter ins Ziel. So genau war mir das während des Laufes natürlich nicht bewusst. Hatte doch gar keine Zeit zum Rechnen ;).

Dann erfolgte der letzte Einlauf ins Station. Ab hier waren es noch 300 m. Erneut feuerte mich Juliregen lautstark an. Immer wieder kontrollierte ich die Zeit und versuchte abzuschätzen, ob ich es noch schaffe. Ich gab alles. Der Puls erreichte nie dagewesene Werte und ich setzte zum Schlussspurt an. Kurz vor dem Ziel (ca. 50 m) kontrollierte ich ein letztes mal die Zeit. In diesem Moment war es klar: Ich rock das Ding.

Mehr als erledigt nahm ich nach offiziellen 39:51 Uhr meine Finisher-Tasse entgegen und versuchte Luft zu schnappen. Da der Start zwei Minuten früher erfolgte als geplant, verpasste Juliregen den Blick auf die Uhr. Ich war aber noch nicht in der Lage ihr mitzuteilen, dass ich mein Ziel erreicht habe. Meine ersten gequälten Worte nach dem Zieleinlauf waren lediglich: „Gib mir drei Minuten.“

Hier ist es klar: Ich bin wieder U40.

Hier ist es klar: Ich bin wieder U40.

Ich habe es also geschafft. Selbst kann ich es kaum glauben. Nach fast vier Jahren bin ich endlich wieder U40. Ein tolles Gefühl.

Kilometerzeiten (ohne die letzten Meter bis zum Ziel)

Kilometerzeiten (ohne die letzten Meter bis zum Ziel)

Jenaer Triathlon 2011 – Mein erster

In den letzten Wochen trainierte ich, wie bereits erwähnt, um mich einigermaßen kraulend über Wasser zu halten. Ziel war es eine 750 m Strecke in der für mich neuen Schwimmart zu absolvieren, um beim Jenaer Triathlon 2011 teilnehmen zu können. Sicherlich ist es nicht Pflicht die Strecke zu kraulen. Für mich war es aber ein Ziel, dem ich nachgehen konnte.

Am 10.07.2011 startete ich einen ersten ernsthaften Schwimmversuch im Kraulen. Bilanz: 200 m mit anschließender Schnappatmung. Mir blieben also noch fünf Wochen, um an meiner bis dahin desaströsen Schwimmleistung zu arbeiten. Um es kurz zu machen: Ich schaffte es zu kraulen und dabei nicht außer Atem zu kommen. Beim Triathlon in Jena sah es dann aber doch wieder anders aus. Aber der Reihe nach:

Startvorbereitungen

Startvorbereitungen

06:30 Uhr klingelte am 21.08.2011 der Wecker. Punkt 8 Uhr machte ich mich zusammen mit Juliregen auf die Socken. 08:15 Uhr Ankunft am Schleichersee in Jena. 08:30 Startnummernausgabe und Radcheckin. Und nun konnte ich mich noch eineinhalb Stunden aufwärmen, Strecke inspizieren, verrückt machen, auf Sonne hoffe und alles das, was man so macht kurz bevor es losgeht.

Da ich keinen Neo besitze, hoffte ich, dass das Wasser eine angenehme Temperatur haben würde. Dem war auch so. Mit 20°C war es zwar nicht kuschelig warm, aber immerhin ausreichend, damit mir nach dem Schwimmen die Füße nicht abfallen. Fast auf die Sekunde erfolgte 10 Uhr der Startschuss. Und es wurde geschuppst, geschlagen und gedrängelt. Ich versuchte mich aus allem rauszuhalten -was gar nicht so einfach ist- und fing an zu kraulen. Das Wasser war durch die Massen aber so aufgewühlt, dass ich den einen oder anderen Schluck zu mir nahm und zum Brustschwimmen wechseln musste. In der zweiten von zwei Schwimmrunden lief es dann schon etwas besser. Allerdings reichte die Kraft nicht mehr. So war es ein 15 minütiges Gewechsel zwischen Kraulen und Brustschwimmen. Zeitlich bin ich mit 15:02 min für 750 m Geplansche aber doch zufrieden.

Wasserwrestling

Wasserwrestling

Auf dem Rad

Auf dem Rad

Auf dem Rad sollte nun eine 20 km lange Strecke absolviert werden. Dafür wurde die Schnellstraße zur Hälfte gesperrt. Also war der Streckenverlauf fast identisch mit dem vom Duathlon. Damals gelang es mir die Strecke mit einem Schnitt von 36,28 km/h zu fahren. Ziel war es diese Geschwindigkeit zu steigern. Was mir mit 36,66 km/h dann auch gelungen ist. Im Nachhinein hatte ich mir auf dem Rad eine schnellere Zeit erhofft. Trotzdem bin ich mit der Leistung zufrieden. Konnte ich nach dem Schwimmen hier doch einige Plätze gut machen.

Zurück in der Wechselzone tauschte ich Fuß- und Kopfbekleidung und setzte die Aufholjagd laufend fort. Es ist doch sehr beflügelnd, wenn man immer wieder ein paar Mann überholen kann. Nach offiziellen 20:05 min beendete ich die 5 km und war nun ein kleiner, stolzer Triathlet.

Geschafft und überglücklich

Geschafft und überglücklich

Zusammengefasst war es ein toller erster Triathlon. Ich habe einige Erfahrungen sammeln können und bin gespannt, wann es mich das nächste mal reizt an so einem Dreikampf teilzunehmen.

In der nächsten Zukunft werde ich mich weiter aufs Laufen konzentrieren. Schließlich ist ein Schnitt von 04:01 min/km auf 5 km noch ausbaufähig. Eine Gelegenheit dazu bietet sich heute ab 18:30 Uhr beim Sommernachtslauf in Jena. Ich werde mein Glück auf der 10 km Strecke versuchen. Mal sehen vielleicht ist ja ein Schnitt unter 04:00 min/km drin. Drückt mir die Daumen.

Mein erster Triathlon in Zahlen:

Schwimmen: 00:15:02 h für 750 m
erster Wechsel: 00:02:51 h
Rad: 00:30:46 h für 18,8 km
zweiter Wechsel: 00:02:01 h
Laufen: 00:20:05 h für 5 km
offizielle Gesamtzeit: 01:10:45 h
Gesamtplatzierung: 37. von 90
AK-Platz: 5. von 8