Schwimmen, Radfahren, Laufen???

Nachdem ich am letzten Wochenende die zweite Etappe bei der SaaleHorizintale Staffel lief, kann ich auch hier ein Haken für erledigt setzen. Aber was kommt nun? Aufmerksamen Lesern ist es sicher schon aufgefallen, dass ich seit Anfang März meine monatlichen Umfänge unter Statistik 2011 veröffentliche. Und wer ganz aufmerksam war, dem ist sicher aufgefallen, dass ich in diesem Jahr bereits 04:30:00 h geschwommen bin. Laufen, Radfahren und Schwimmen? Da könnte man doch glatt an einen Triathlon denken?!

Wie es der Zufall nun will findet am 21.08.2011 bei uns der Jenaer Triathlon statt und ich bin wirklich am Überlegen, ob ich das nicht einfach mal versuchen sollte. Es ist sicher eine nette Erfahrung. Und außerdem ist das Wettkampfangebot in den nächsten Wochen eher gering. Zumindest lokal gesehen.

Ich habe in der letzten Trainingswoche auch gemerkt, dass mir Training ohne ein bestimmtes Ziel nicht wirklich Spaß macht. In der nächsten Woche werde ich dann mal gucken wie weit ich schwimmen kraulen kann und entscheiden, ob eine Teilnahme am 21.08.2011 realistisch ist.

2. SaaleHorizontale Staffel 2011

Neben den fünf bereits absolvierten Wettkämpfen in diesem Jahr, sollte die SaaleHorizontale Staffel für mich ein besonders Highlight werden. Nachdem ich die letzten Monate und Wochen verletzungfrei über die Laufstrecke gebracht habe, hatte ich mir in den Kopf gesetzt bei meiner Etappe zu testen wie fit ich bin. Soll heißen, dass ich die 11,2 km (+360 / -345 HM) am Anschlag laufen wollte. Es ist schon verdammt lange her, dass ich einen Wettkampf am Anschlag gelaufen bin und am nächsten Tag nicht zum Arzt musste.

Nachdem wir Nagetier beim Start noch viel Erfolg wünschten, machten wir uns auf zu meinem Startpunkt. Hier stieg dann langsam meine Anspannung. Da der Start des Staffellaufs um 10 Uhr erfolge, und Nagetier schätzte, dass er für die 14,9 km samt einigen nicht zu verachtenden Höhenunterscheiden 01:15:00 h braucht, begann ich 10:45 Uhr mit meiner Erwärmung. Diese war auch bitter nötig. Das Thermometer zeigte lediglich Werte zwischen 12 und 14°C an. Also eigentlich ideale Laufbedingungen, doch ist es schwieriger sich dabei warm zu halten.

Nagetier und ich beim 1. Wechsel.

Nagetier und ich beim 1. Wechsel.

Nur drei Minuten später als geplant wurde ich dann vom Warten erlöst. Das erste Stück ging über eine Wiese stetig bergab, so dass ich gleich am Anfang richtig in Fahrt kam. Kurz vor dem ersten nennenswerten Anstieg konnte ich bereits zwei Teilnehmer einsammeln. Dann wurde das Tempo langsamer und der Puls kletterte erstmals über die 90 % Marke, wo er im Durchschnitt gesehen auch blieb. Oben angekommen ließ ich wieder 2 hinter mir. Danach ging es im zügigen Tempo vorbei am Fuchsturm, größtenteils bergab in Richtung Wogau. Hier wartete dann der große Anstieg auf mich. Von 218 HM sollte es auf 384 HM gehen. Wieder sank das Tempo und wieder stieg der Puls. In der Ferne konnte ich zwei weitere Läufer ausmachen. Kurz vorm Ende des Anstiegs erreichte ich ihre Hacken. Nachdem wir oben auf dem Hufeisen angekommen waren, reichte meine Kraft aber erst einmal nicht aus, um an ihnen vorbei zu gehen. Zu schwer waren meine Beine. Nach ungefähr 200 Metern schöpfte ich neue Kraft und konnte an den beiden schließlich doch noch vorbei laufen.

Strecke der 2. Etappe SHS 2011

Strecke der 2. Etappe SHS 2011

Auf dem Hufeisen ging es relativ eben zum Jenzig, wo sich der zweite Wechselpunkt befand. Noch 2,8 km auf denen ich versuchte alles zu geben. Auf den letzten zwei Kilometern fing ich an grob zu überschlagen welche Zeit noch möglich ist. Mein Minimalziel, die 11,2 km unter einer Stunde zu laufen, war mehr als erfüllt. Für die 55 min könnte es noch reichen. Und so gab ich weiter Gas. Kurz vor dem Wechsel stieg die Anzahl der von mir überholten Läufer auf 20. Dann erblickte ich Juliregen, welche ganz aufgeregt Johanna Bescheid gab, dass ich schon komme. Nach offiziellen 54:00 min konnte ich sie auf die Strecke schicken. Ich war mehr als erledigt und überglücklich, dass Ziel erreicht zu haben. Und als kleine Kirsche auf dem Sahnehäubchen erlebte ich ein kleines aber intensives Runnershigh :).

Schlussspurt auf den letzten Metern meiner Etappe.

Schlussspurt auf den letzten Metern meiner Etappe.

Da es nicht möglich ist, mit dem Auto zum Jenzig hinauf zu fahren, war ich doch sehr froh darüber, dass Juliregen und Nagetier es rechtzeitig geschafft haben mich in Empfang zu nehmen.

Insgesamt erreichten wir den 10. Platz unter den mixed Staffel. Ich denke, das ist ein Ergebnis mit dem wir durchaus zufrieden sein können. Auf meiner Etappe konnte ich den 7. Gesamtplatz belegen.

Wer vom Lesen noch nicht genug hat, kann hier gucken wie Nagetier seinen Lauf beschreibt.

Sehr zu empfehlen ist aber auch der Bericht von Juliregen.

Rettung in letzter Sekunde

Am morgigen Samstag findet hier in Jena die 2. SaaleHorizonale-Staffel statt. Nachdem im letzten Jahr eine Teilnahme auf Grund von Verletzungen (Ich) und anderen Terminen (Juliregen: Wettkampf) nicht möglich war, stellten wir in diesem Jahr eine Staffel bestehend aus sieben TeilnehmerInnen zusammen. Wir planten alles im Vorfeld ganz genau und alles schien in Papier und Tüten, bis wir gestern erfuhren, dass sich unsere Schlussläuferin einen Haarriss im Fuß zugezogen hat (gute Besserung auf diesem Wege).

Nun hieß es alle Hebel in Bewegung zu setzen, um einen Ersatz zu finden. Wir twitterten, telefonierten und schrieben unzählige Emails. Aber es half nichts. Auch am späten Abend hatten wir noch keinen gefunden. Doch wir gaben nicht auf und so konnte ich heute morgen die freudige Nachricht verkünden, dass der Retter der Not gefunden war. Nach einigen überzeugenden und mitleiderregenden Worten entschloss sich Erik dazu als Schlussläufer ins Rennen zu gehen. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle. Er hat zwar schon ein bisschen Respekt vor der Strecke (insbesondere vor den Höhenmetern), aber er „opfert“ sich für die Mannschaft. Das nenne ich Teamgeist.

Am Abend erwarten wir noch Nagetier, welcher dann morgen als Startläufer um 10 Uhr unsere Staffel eröffnet. Als zweites werde ich in der Nähe des Steinkreuzes auf ihn warten, um den imaginären Staffelstab in Empfang zu nehmen. Auf Juliregen wartet ein wenig später die fünfte Etappe.

Ich bin mal gespannt was unser Team (Frischluftfanatiker) reißen kann. Ich erwarte nicht all zu viel, schließlich können wir von Glück reden, überhaupt starten zu können.