23. Jenaer Duathlon 2011 – Mein Erster

Am gestrigen Sonntag war es soweit. Der lang ersehnte Wettkampf stand vor der Tür. Es sollte der erste Duathlon meiner noch jungen Karriere werden. Demzufolge war ich die Tage zuvor recht nervös. Immer wieder rechnete ich nach, ob mein kleines Ziel von 01:12:30 h nicht doch zu hoch gegriffen war. Auch hatte ich Bammel davor, beim Wechsel einen Fehler zu machen oder mich schlichtweg einfach nur zu verlaufen. Aber zum Glück kam alles ganz anders:

Der Tag startete für mich 07:15 Uhr. Für meine Verhältnisse habe ich an diesem Tag also ausgeschlafen. Der Start sollte 11:50 Uhr erfolgen und dementsprechend musste gut gefrühstückt werden. Ich mixte meine Portion Müsli zusätzlich mit Obst, um nicht kurz vor dem Start Hunger zu bekommen. Zusammen mit Juliregen machte ich mich ca. zwei Stunden vor dem geplanten Start auf den Weg. So konnten wir die „kleinen“ Starter noch bewundern. Faszinierend, wie sie auf dem Rad unterwegs sind. Da wird sich kein Zentimeter geschenkt.

Noch bei den Vorbereitungen.

Noch bei den Vorbereitungen.

Der Rad-Check-In eine Stunde vor dem Start erfolgte ohne größere Probleme. Im nächsten Jahr sollten die Radständer aber unbedingt ersetzt oder zumindest instand gesetzt werden. Einige Ständer waren so schmal, dass kaum ein Volksportrad (darunter auch mein Rennrad) hineinpasste. Die Reifen waren einfach zu dick oder die Ständer zu schmal, wie man’s nimmt. Trotzdem bekam ich einen guten Parkplatz dicht an der Radstrecke und so musste ich beim Wechsel mein Rad nicht noch ewig durch die Wechselzone schieben. Auch meine Radschuhe und den Helm platzierte ich so, dass beim Wechsel eigentlich nichts schief gehen dürfte.

Kurz vorm Stadion.

Kurz vorm Stadion.

Zum Glück spielte das Wetter mit und ich konnte mich fürs ganz Kurze entscheiden. Pünktlich 11:45 Uhr erfolgte noch einmal die genaue Streckenbe-schreibung. Das war auch mehr als erforderlich, da die Streckenführung durch die Runden im Stadion und im Park relativ kompliziert war. Kurz vor 12 erfolgte dann der Startschuss und ich versuchte mein geplantes Tempo zu finden. Die Masse startete natürlich wieder viel zu schnell und so konnte ich eins zwei Plätze wieder gutmachen. Trotz alle dem war meine Platzierung zu diesem Zeitpunkt eher schlecht als recht. Nur sechs Plätze trennten mich vom Besenwagen. Dass ich beim Laufen Boden verliere, habe ich von vornherein gewusst aber gleich so viel…? Nach 00:23:58 h (04:36 min/km) erreichte ich die Wechselzone. Nun hieß es schnell die Schuhe wechseln, den Helm aufsetzen und den Bock in Richtung Radstrecke zu schieben. Bis ich aufsatteln konnte, vergingen 56 Sekunden, welche es nun auf der Radstrecke wieder aufzuholen galt.

Auf geht's zur Aufholjagd.

Auf geht's zur Aufholjagd, auch wenn es nicht so aussieht.

Während des Wettkampfes wusste ich zu keinem Zeitpunkt, an welcher Position ich mich befand. Ich wusste nur, dass jedes Rad, welches ich auf der Schnellstraße überhole, ein Schritt nach vorne bedeutet. Und ich wollte weiter nach vorne. Um mein kleines Ziel zu erreichen, musste ich mindestens 35 km/h fahren. Stadtauswärts war das kein Problem. Der Rückenwind sorgte für zusätzlichen Vortrieb. Da es sich aber um eine Wendestrecke handelte, musste ich nach der Wende und besonders kurz vor der zweiten Wende ordentlich beißen. Erstaunlicherweise lief es aber recht gut und durch vernünftige Kurvenführungen und schnellem Antritt danach konnte ich weitere Plätze gut machen. Insgesamt änderten wir achtmal die Richtung. Diese Art der Streckenteilung mag mit Sicherheit nicht jeder. Da es aber mein erster Wettkampf dieser Art war, habe ich dazu noch keine Meinung. Wie ich später bei der Auswertung sah, konnte ich 26 Volkssportler und einige Junioren, welche 5 min vor uns starteten, überholen. Nach 00:31:52 h und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zufriedenstellenden 36,28 km/h beendete ich die Raserei und widmete mich wieder meinen Laufschuhen. Auch für den zweiten Wechsel benötigte ich 56 Sekunden.

Nun hieß es sich wieder für eine Runde in den Park zu begeben, um anschließend bei einer letzten Stadionrunde sich dem Ziel zu nähern. Zum Anfang war es schwer das richtige Tempo zu finden. Zum Glück fand ich eine kleine Zweier-Gruppe, mit der ich mitlaufen konnte. Im Laufe der ersten zwei Kilometer konnten sich die beiden aber etwas absetzen. Kurz vorm Stadion fühlte ich, dass ich dem einen näher kam. Mit dem Wechsel vom Beton auf die blaue Tartanbahn überholte ich ihn dann ohne großartig zu beschleunigen. Nummer zwei bemerkte mein Näherkommen und beschleunigte ein wenig. Auf der 100 m langen Zielgraden setzte ich zum Endspurt und kassierte ihn ebenfalls. So verlor ich nach meiner Radeinheit keinen weiteren Platz beim Laufen.

Zieleinlauf.

Zieleinlauf.

Im Ziel war ich, ohne die Zeit zu wissen mit meiner Leistung mehr als zufrieden. Überglücklich und doch mehr als geschafft, schleppte ich mich zum Getränkestand und zockte erst einmal drei Becher Krümeltee.  Zur weiteren Auswahl standen Kuchen und Banane bereit. Da mir aber so kurz nach dem Wettkampf wirklich nicht danach war, das reichhaltige Kuchenbuffet zu plündern,  aß ich eine Banane und hielt nach Juliregen, die mich neben der Strecke wieder einmal hervorragend unterstützte, Ausschau.

Im Großen und Ganzen ist der Duathlon in Jena gerade für Anfänger wie mich sehr zu empfehlen. Beim Hauptwettkampf 14:00 Uhr konnten wir noch den Profis zusehen, wie sie um die Platzierungen kämpften. Der drittplatzierte vom letzten Jahr Sebastian Küfner ist uns in Jena beim Training an der Saale schon ein paar Mal begegnet und so feuerten wir ihn besonders an. Leider konnte er seinen dritten Platz nicht verteidigen. Als er im Ziel war, konnte man aber erkennen, dass er alles gegeben hatte.

Mein erster Duathlon in Zahlen:

Lauf 1: 00:23:58 h für 5.210 m
Wechsel: 00:00:56 h
Rad: 00:31:55 h für 19,3 km
Wechsel: 00:00:56 h
Lauf 2: 00:10:25 h für 2.410 m
offizielle Gesamtzeit: 01:08:10 h
Platzierung: 29. von 61

Da sich meine Radzeit mehr als im grünen Bereich befindet und es meinen Beinen auch nach dem doch relativ hohen Tempo gut geht, werde ich mich in den kommenden Wochen noch weiter aufs laufen konzentrieren.

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6 Gedanken zu „23. Jenaer Duathlon 2011 – Mein Erster

  1. Geplant war ein 35er Schnitt auf dem Rad. Das es dann doch trotz den vielen Wenden und dem mäßigen Wind für über 36 km/h gereicht hat, überraschte mich selbst ein wenig. Bei einem Test zwei Wochen zuvor kam ich ohne Wenden dafür aber mit mehr Höhenmetern „nur“ auf ca. 33 km/h.
    Es ist zwar noch ein sehr langer Weg zurück zur alten Form, aber das schwerste Stück (der Anfang) ist vollbracht.

  2. Dafür, dass es dein erster Duathlon war, hast du wirklich ’ne super Radzeit hingelegt und manch‘ andere ordentlich stehen gelassen! Ich hab’s ja mit eigenen Augen gesehen. Du kannst stolz drauf sein!

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