Vorbereitung für die 100 km Rund um Jena

Der Countdown läuft und die Vorbereitungen sind so gut es geht abgeschlossen. Im Vergleich zum letzten Jahr steigerten wir uns sogar um 100 %. Soll heißen, dass wir zwei statt einer Vorbereitungswanderung mit einer Gesamtlänge von 72,5 Kilometern absolvierten. Dafür musste ich zwar meine Laufumfänge etwas reduzieren, aber ich denke es hat sich gelohnt.

Zwei Testwanderungen sind nun auch nicht die Masse, aber immer noch besser als eine oder gar keine ;). So findet ein kleiner Materialcheck statt und die Strecke wird noch einmal verinnerlicht. Zum Thema Materialcheck gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Meine Wanderschuhe in Kombination mit den Wandersocken sorgten für blasenfreie Füße und das „Navi“ dafür, dass wir immer auf dem rechten Weg unterwegs waren.

Auf die leichte Schulter darf man die 100 km trotz Vorbereitung aber dennoch nicht nehmen. Der angekündigte Regen zum Freitagabend hin könnte für zusätzliche Spannung am Start und auf der Strecke sorgen. Dauerregen wäre nun wirklich das Schlimmste was ich mir vorstellen kann.

Bei solchen Prognosen stellt sich natürlich die Frage nach der richtigen Ausrüstung. Also was ziehe ich an und was nehme ich mit. Natürlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Diese muss dann unter Umständen aber auch mitgeschleppt werden. Über die genaue Zusammenstellung meines Gepäcks bin ich mir noch nicht hundertprozentig sicher. Folgende Bestandteile sollten dennoch auf solcher (Nacht) Wanderung nicht fehlen: festes Schuhwerk, lange Hose, Funktionsshirt, Jacke (Fleece), Handschuhe (nachts kann es verdammt kalt werden), Stirnlampe und ausreichend zu trinken.

Eine Regenjacke könnte bei Dauerregen dann eventuell auch noch sehr hilfreich sein ;). Für Verpflegung ist auf der Strecke an den verschiedenen Punkten zwar gesorgt, dennoch werde ich versuchen vor dem Start (18:00 Uhr) noch ein Happen zu essen. Im letzten Jahr verpasste ich den Zeitpunkt des Abendbrotes und so hing mir mein Magen schon nach den ersten 20 Kilometern sonste wo.

Schon im letzten Jahr stattete ich meinen Rucksack mit einer kleinen roten Blinkleuchte aus und auch in diesem Jahr werden Anne (Juliregen), Kersten (Nagetier) und ich an einem roten Blinkelicht zu erkennen sein. Anders als im Vorjahr haben wir uns vorgenommen die Strecke nicht gemeinsam zu absolvieren. Je nach dem wie es läuft (oder auch nicht) werden wir uns trennen und uns alleine durch die Nacht und den kommenden Tag schlagen. Ich denke, dass sollte die Schwierigkeit noch einmal etwas erhöhen, weil man doch eine ganze Weile nur mit sich beschäftigt ist und man sich ständig fragen wird: ‚Was mache ich hier nur?‘

Eine Zielzeit habe ich mir noch nicht in den Kopf gesetzt. Nur eins ist klar: wer schneller rennt ist früher da. In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmern eine hoffentlich erfolgreiche Teilnahme bei der 26. „Horizontale – Rund um Jena“.

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14. Oberelbe Marathon 2011

Nach dem ich beim 23. Jenaer Duathlon mit meiner Laufleistung und insbesondere mit meiner Radleistung zufrieden war, ging es am letzten Wochenende nach Dresden zum 14. Oberelbe-Marathon.

Im Prinzip ist unsere kleine Laufgemeinschaft seit 2008 immer mit dabei, nur schafften wir es bislang noch nicht alle an den Start zu gehen. 2011 sollte sich das ändern. Da ich nun auch in der Lage bin 10 km am Stück zu laufen, ohne danach gleich wieder einen Arzt konsultieren zu müssen, entschloss ich mich den Rahmen der Veranstaltung für einen kleinen Tempotestlauf über 10 km zu nutzen. Juliregen wollte ihre Form ebenfalls beim 10 km Lauf testen und Nagetier ging für eine neue Bestzeit an den Marathonstart.
Trotzdem es in diesem Jahr bereits mein vierter Testlauf im Rahmen einer Laufveranstaltung war, muss ich im Nachhinein zugeben, dass sich die kleinen Veranstaltungen für solche Tests besser eignen. Warum dem so ist? Dazu später mehr.

Leider konnte ich erst Samstag Abend nach Dresden reisen und verpasste somit die gern besuchte Marathonmesse und das hochgelobte Symphosium von Thomas Dold, welcher auf der 10 km-Distanz einen neuen Weltrekord im Rückwärtslaufen aufstellen wollte und das mit einer sagenhaften Zeit von 00:40:58 h auch geschafft hat.

Am Renntag klingelte der Wecker bereits 06:00 Uhr. Leider schlief ich die Nacht nicht besonders gut und war auch von meiner Radeinheit am Freitag noch etwas müde. Aber ich wollte ja auch keine neue PB laufen und deswegen war mein Befinden eher nebensächlich. Es war sogar ein wenig von Vorteil. So laufe ich wenigstens nicht zu schnell, dachte ich. Aber es kam schlussendlich doch ein wenig anders. Mein Trainingsplan legte ein Tempo von 04:45 bis 05:00 min/km fest. Da ich nach dem Duathlon keine Probleme verspürte, brannte sich aber über die Woche immer wieder die 04:45 min/km ein. Und damit meint mein Unterbewusstsein immer: Minimum!!!

Thomas Dold startete, um seinen Weltrekordversuch nicht zu gefährden, 15 min vor uns und so beobachtete ich ihn ein kleines Stück und bewunderte seine Leistung. Zurück im Startbereich hielt ich nach Juliregen Ausschau. Konnte sie aber in dem Getümmel nicht wieder finden. Nach zehn Minuten vergeblicher Suche entschied ich mich die letzten zwei Minuten vor dem Start zwischen den anderen Läufern auf den Startschuss zu warten. Ich sortierte mich ins zweite Drittel ein und fieberte den Start entgegen. Der Countdown und dann ging es endlich los. Die Massen setzten sich so langsam aber sicher in Bewegung. Zu langsam. Ich stand zu weit hinten und so brauchte ich mehr als 1,2 Kilometer, um freie Sicht nach vorne zu bekommen und ein konstantes Tempo laufen zu können. Der Weg war am Anfang so schmal, dass mir teilweise nichts anderes übrig blieb, als mit einer Pace von 06:00 min/km hinterer zu joggen. So „verbummelte“ ich den ersten Kilometer mit einer Zeit von 05:04 min/km. Nicht weiter schlimm da es ja nur ein Testlauf war. Aber doch schade wie sich später noch herausstellen sollte. Die weiteren Kilometer vergingen wie im Flug mit Zeiten zwischen 04:36 min/km und 04:43 min/km.

Ab Kilometer 7,5 erblickte ich Juliregen. Sie war ca. 30 bis 40 Sekunden vor mir. Also in etwa die Zeit die ich beim Start verlor. Schade. Trotzdem ich schon schneller lief als ich sollte, kam ich nicht näher.

Letzte Kurve vorm Stadion: Ein Jungspunt meinte mich dann doch noch überholen zu müssen. Sicher hatten die Trommler in ihm ungeahnte Kräfte frei gesetzt oder er schöpfte sein Potenzial auf der Strecke einfach nicht aus, wer weiß das schon. Auf alle Fälle wollte ich ihn nicht einfach so davon kommen lassen und so beschleunigte ich ebenfalls. Auf der Geraden lief ich neben ihm und rief : „Los zieh!“ Das tat er dann auch. Ich hingegen lief mich nach dieser doch fast dummen Aktion aus und versuchte Juliregen (ich hatte sie nun doch eingeholt) auf den letzten Metern zu motivieren. Anders als der Jungspund lief sie aber das ganze Rennen am Limit und so war sie bereits im Endspurt. Kurz hinter ihr überquerte ich die Ziellinie.

Bis auf die dumme Aktion am Ende lief ich ein kontrolliertes Rennen. Die tolle Atmosphäre im Stadion war einfach stärker als die Vernunft. Zum Glück kann ich aber zwei Tage nach dem Test sagen, dass diese Sprinteinlage keine Folgen hatte. Meinen Beinen geht es trotz der doch hohen Belastung gut.

Im Zielbereich gratulierte ich Thomas Dold zu seinem Erfolg und nutzte die Gelegenheit für ein kleines Andenken. Das ist aber auch ein Netter :-).

Im Zielbereich gratulierte ich Thomas Dold zu seinem Erfolg und nutzte die Gelegenheit für ein kleines Andenken. Das ist aber auch ein Netter :-).

Nächstes Wochenende ist dann wieder die Möglichkeit gegeben an einem Duathlon in Weimar teilzunehmen. Hier siegt aber dann doch die Vernunft und ich werde dort nicht an den Start gehen. Man muss es ja auch nicht überteiben, nur weil es jetzt mal ganz gut läuft.

23. Jenaer Duathlon 2011 – Mein Erster

Am gestrigen Sonntag war es soweit. Der lang ersehnte Wettkampf stand vor der Tür. Es sollte der erste Duathlon meiner noch jungen Karriere werden. Demzufolge war ich die Tage zuvor recht nervös. Immer wieder rechnete ich nach, ob mein kleines Ziel von 01:12:30 h nicht doch zu hoch gegriffen war. Auch hatte ich Bammel davor, beim Wechsel einen Fehler zu machen oder mich schlichtweg einfach nur zu verlaufen. Aber zum Glück kam alles ganz anders:

Der Tag startete für mich 07:15 Uhr. Für meine Verhältnisse habe ich an diesem Tag also ausgeschlafen. Der Start sollte 11:50 Uhr erfolgen und dementsprechend musste gut gefrühstückt werden. Ich mixte meine Portion Müsli zusätzlich mit Obst, um nicht kurz vor dem Start Hunger zu bekommen. Zusammen mit Juliregen machte ich mich ca. zwei Stunden vor dem geplanten Start auf den Weg. So konnten wir die „kleinen“ Starter noch bewundern. Faszinierend, wie sie auf dem Rad unterwegs sind. Da wird sich kein Zentimeter geschenkt.

Noch bei den Vorbereitungen.

Noch bei den Vorbereitungen.

Der Rad-Check-In eine Stunde vor dem Start erfolgte ohne größere Probleme. Im nächsten Jahr sollten die Radständer aber unbedingt ersetzt oder zumindest instand gesetzt werden. Einige Ständer waren so schmal, dass kaum ein Volksportrad (darunter auch mein Rennrad) hineinpasste. Die Reifen waren einfach zu dick oder die Ständer zu schmal, wie man’s nimmt. Trotzdem bekam ich einen guten Parkplatz dicht an der Radstrecke und so musste ich beim Wechsel mein Rad nicht noch ewig durch die Wechselzone schieben. Auch meine Radschuhe und den Helm platzierte ich so, dass beim Wechsel eigentlich nichts schief gehen dürfte.

Kurz vorm Stadion.

Kurz vorm Stadion.

Zum Glück spielte das Wetter mit und ich konnte mich fürs ganz Kurze entscheiden. Pünktlich 11:45 Uhr erfolgte noch einmal die genaue Streckenbe-schreibung. Das war auch mehr als erforderlich, da die Streckenführung durch die Runden im Stadion und im Park relativ kompliziert war. Kurz vor 12 erfolgte dann der Startschuss und ich versuchte mein geplantes Tempo zu finden. Die Masse startete natürlich wieder viel zu schnell und so konnte ich eins zwei Plätze wieder gutmachen. Trotz alle dem war meine Platzierung zu diesem Zeitpunkt eher schlecht als recht. Nur sechs Plätze trennten mich vom Besenwagen. Dass ich beim Laufen Boden verliere, habe ich von vornherein gewusst aber gleich so viel…? Nach 00:23:58 h (04:36 min/km) erreichte ich die Wechselzone. Nun hieß es schnell die Schuhe wechseln, den Helm aufsetzen und den Bock in Richtung Radstrecke zu schieben. Bis ich aufsatteln konnte, vergingen 56 Sekunden, welche es nun auf der Radstrecke wieder aufzuholen galt.

Auf geht's zur Aufholjagd.

Auf geht's zur Aufholjagd, auch wenn es nicht so aussieht.

Während des Wettkampfes wusste ich zu keinem Zeitpunkt, an welcher Position ich mich befand. Ich wusste nur, dass jedes Rad, welches ich auf der Schnellstraße überhole, ein Schritt nach vorne bedeutet. Und ich wollte weiter nach vorne. Um mein kleines Ziel zu erreichen, musste ich mindestens 35 km/h fahren. Stadtauswärts war das kein Problem. Der Rückenwind sorgte für zusätzlichen Vortrieb. Da es sich aber um eine Wendestrecke handelte, musste ich nach der Wende und besonders kurz vor der zweiten Wende ordentlich beißen. Erstaunlicherweise lief es aber recht gut und durch vernünftige Kurvenführungen und schnellem Antritt danach konnte ich weitere Plätze gut machen. Insgesamt änderten wir achtmal die Richtung. Diese Art der Streckenteilung mag mit Sicherheit nicht jeder. Da es aber mein erster Wettkampf dieser Art war, habe ich dazu noch keine Meinung. Wie ich später bei der Auswertung sah, konnte ich 26 Volkssportler und einige Junioren, welche 5 min vor uns starteten, überholen. Nach 00:31:52 h und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zufriedenstellenden 36,28 km/h beendete ich die Raserei und widmete mich wieder meinen Laufschuhen. Auch für den zweiten Wechsel benötigte ich 56 Sekunden.

Nun hieß es sich wieder für eine Runde in den Park zu begeben, um anschließend bei einer letzten Stadionrunde sich dem Ziel zu nähern. Zum Anfang war es schwer das richtige Tempo zu finden. Zum Glück fand ich eine kleine Zweier-Gruppe, mit der ich mitlaufen konnte. Im Laufe der ersten zwei Kilometer konnten sich die beiden aber etwas absetzen. Kurz vorm Stadion fühlte ich, dass ich dem einen näher kam. Mit dem Wechsel vom Beton auf die blaue Tartanbahn überholte ich ihn dann ohne großartig zu beschleunigen. Nummer zwei bemerkte mein Näherkommen und beschleunigte ein wenig. Auf der 100 m langen Zielgraden setzte ich zum Endspurt und kassierte ihn ebenfalls. So verlor ich nach meiner Radeinheit keinen weiteren Platz beim Laufen.

Zieleinlauf.

Zieleinlauf.

Im Ziel war ich, ohne die Zeit zu wissen mit meiner Leistung mehr als zufrieden. Überglücklich und doch mehr als geschafft, schleppte ich mich zum Getränkestand und zockte erst einmal drei Becher Krümeltee.  Zur weiteren Auswahl standen Kuchen und Banane bereit. Da mir aber so kurz nach dem Wettkampf wirklich nicht danach war, das reichhaltige Kuchenbuffet zu plündern,  aß ich eine Banane und hielt nach Juliregen, die mich neben der Strecke wieder einmal hervorragend unterstützte, Ausschau.

Im Großen und Ganzen ist der Duathlon in Jena gerade für Anfänger wie mich sehr zu empfehlen. Beim Hauptwettkampf 14:00 Uhr konnten wir noch den Profis zusehen, wie sie um die Platzierungen kämpften. Der drittplatzierte vom letzten Jahr Sebastian Küfner ist uns in Jena beim Training an der Saale schon ein paar Mal begegnet und so feuerten wir ihn besonders an. Leider konnte er seinen dritten Platz nicht verteidigen. Als er im Ziel war, konnte man aber erkennen, dass er alles gegeben hatte.

Mein erster Duathlon in Zahlen:

Lauf 1: 00:23:58 h für 5.210 m
Wechsel: 00:00:56 h
Rad: 00:31:55 h für 19,3 km
Wechsel: 00:00:56 h
Lauf 2: 00:10:25 h für 2.410 m
offizielle Gesamtzeit: 01:08:10 h
Platzierung: 29. von 61

Da sich meine Radzeit mehr als im grünen Bereich befindet und es meinen Beinen auch nach dem doch relativ hohen Tempo gut geht, werde ich mich in den kommenden Wochen noch weiter aufs laufen konzentrieren.