Hui das war kalt…

und anstrengend. Am Mittwoch standen zwei Stunden Radtraining auf dem Plan. Nach dem wir morgens jetzt auch schon fast die 0°C-Grenze erreicht haben, ist es am Tage bei strahlendem Sonnenschein angenehm „warm“. Und so war es auch am besagten Mittwoch. Obwohl 12°C nicht wirklich zum „InderSonneliegen“ einladen, dachte ich es wäre warm genug, um auf dem Bock nicht zu frieren. Also entschied ich mich gegen die Hamster-Methode und für den „freien Auslauf“. Die Sonne schien zwar, trotzdem waren 12°C Grund genug, um über die kurze Radhose noch meine lange gefütterte Laufhose zu ziehen. Obenrum wollte ich mit drei Schichten (langes Funktionsunterhemd, kurzes Radtrikot und Jacke) den Temperaturen trotzen. Da für spätere Investitionen auch neben dem Sport gearbeitet und studiert werden muss, kam ich erst 16:16 Uhr los. Ein kurzes Kopfrechnen reichte und für mich stand fest, dass nichts Außergewöhnliches passieren darf, wenn ich noch im Hellen zu Hause eintreffen will. Da außergewöhnliche Sachen immer nur dann auftreten, wenn man unvorbereitet ist, bestückte ich meine Taschen mit Reifenheber, Ersatzschlauch, Luftpumpe, Stirnlampe und zu guter Letzt mit einer Karte in Papierform. Für die 62,0 km peilte ich ein Ziel von zwei Stunden an, unterschätzte aber die Höhenmeter und meine konditionellen Voraussetzungen.

Wie gesagt startete ich 16:16 Uhr meine Tour in Richtung Maua, Rothenstein, Oelknitz und Jägersdorf bis es dann ab Schöbs in den Anstieg ging. Dieser war länger als gedacht und irgendwie fiel es mir auch nicht so leicht wie am Sonntag. Dies lag sicher auch am Anfangstempo, welches ich für meine jetzige Kondition wohl etwas zu hoch wählte. Oben angekommen konnte ich mich dann zum Glück im Windschatten eines Treckers ausruhen. Kalt war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich. Das sollte sich in der Abfahrt aber ändern.

Bei (geschätzten) Geschwindigkeiten jenseits der 40 km/h und mäßigen Gegenwind, war ich froh mich für meine alte Laufhose entschieden zu haben. Im oberen Bereich wäre etwas Winddichtes sicherlich besser gewesen, da der Wind für eine unangenehme Erfrischung sorgte. In ca. 350 Metern Entfernung erspähte ich plötzlich einen weiteren Trecker. Mit der Absicht mich erneut im Windschatten auszuruhen und dem Wind aus dem Weg zu gehen / fahren, legte ich einen Zahn zu und schaffte es tatsächlich näher ran zu kommen. Als ich dann den ersehnten Windschatten erreichte, bog dieser nach Geunitz ab ;(. So eine verdammte %&$!&%$§!!!, dachte ich. Die Aufholjagd kostete Kraft und deswegen schaltete ich aufs mittlere Kettenblatt, um meinen Puls etwas zu beruhigen und zusätzlich Wasser zu trinken. Ja ihr habt richtig gelesen ich hatte nur Wasser bei mir. Wie sich später noch zeigen wird, nicht meine klügste Entscheidung an dem Tag.

In Kahla angekommen, ging es mir noch einigermaßen gut und ich steuerte die Leuchtenburg an. Der drei Kilometer lange Anstieg brachte mich fast bis an meine Grenzen. Meine Beine brannten und drohten zu zumachen. Spätestens jetzt bereute ich es nur Wasser in meinen Trinkflaschen zu haben. Für den wunderschönen Sonnenuntergang hatte ich weder Zeit noch Nerven. Am liebsten hätte ich die Tour abgebrochen. Im Kopf überlegte ich mir, welche Alternativen ich zu dem Zeitpunkt hatte. Kurze Zeit später stand fest: Ich habe keine andere Wahl, außer weiter zu fahren.

Das letzte Stück über Seitenroda, Seitenbrück, Oberbodnitz, Unterbodnitz, Kleinpürschütz und Jägersdorf war zum Glück angenehm zu fahren. Einen weiteren Anstieg hätten meine Beine sicher nicht mehr mitgemacht. Dazu kam dann noch, dass die Sonne weg war und mir so kalt war, dass ich meine Zehen kaum noch spürte. Auch der Rest des Körpers fühlte sich alles andere als warm an. Motivieren konnte mich nur noch der Gedanke an die warme / heiße Badewanne. Kurz vorm Ziel, wollten mich noch ein paar Bauarbeiter ärgern.

 

Was haben die sich bloß dabei gedacht?
Was haben die sich bloß dabei gedacht?

 

Zu faul, zu schwach und zu kalt. Das waren die Gründe, weswegen ich mich für den direkten Weg über das Hindernis entschied (selbstverständlich zu Fuß). Meinen Klappspaten hatte ich leider nicht mit, ansonsten  hätte ich mir den Weg frei geschaufelt ;).

Am Ende benötigte ich weit mehr als zwei Stunden (02:21:53 Stunden) für die 62 km.

Freitag lief ich ohne Pause. Soll heißen: Ich lief 20 Minuten am Stück. Ich hatte keine Schmerzen aber ich merke, dass mein Kopf nicht frei ist. Immer wieder muss ich an die Vergangenheit denken. Die Gedanken an meine Verletzungsperiode belasten mich sehr. Ich kann nur hoffen, dass alles glatt geht und ich bald wieder längere Strecken laufen kann ohne jeden Schritt, den ich mache, anzuzweifeln.

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2 Gedanken zu „Hui das war kalt…

  1. Men, men, men. Hört sich nach ner richtig guten Trainingseinheit an. Soll heißen: zu Hause ankommen – baden – essen – schlafen?
    Verletzungsfreies Wochenende aus dem hohen Norden.

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