Doch kein Ende in Sicht

Wieder ist eine Woche um und ich bin immer noch nicht gesund. Meine Knochenhaut ist einfach noch nicht wieder bereit sich etwas anzustrengen, um mich beim Laufen zu unterstützen.

Ich wollte ja mit Walken anfangen, damit ich mich dann langsam steigern kann. Das war wohl nichts. Dreißig  Minuten Walken und meine Beine tun am nächsten Tag wieder weh. Also bin ich am letzten Donnerstag nach Neubrandenburg zum oft besuchten Sportmediziner Dr. Bodo Seidel gefahren. Bodo war aber nicht da bzw. nicht bereit Patienten entgegen zu nehmen. Wie ich dann später erfuhr, verdrehte er sich das Knie und musste sich deswegen etwas schonen.

Am Freitag Morgen war ich dann nochmals da. Mit erschrecken musste ich feststellen, dass es noch mehr Kranke gab, die schon am Donnerstag versuchten in die Sprechstunde zu kommen und nun den gleichen Gedanken hatten wie ich. Ich wollte nämlich der erste sein. Um 08:00 Uhr beginnt offiziel seine Sprechstunde, um 07:15 Uhr wird man ins Wartezimmer gelassen und um 06:55 Uhr standen schon acht Leute vor mir in der Schlange.

Ich war endlich an der Reihe und erzählte ihm mein Leiden und was ich schon alles unternommen habe. Daraufhin sagte er, dass wir was anderes Spritzen müssten als sonst. Laut Rezept für die Apotheke injizierte er mir Dexabene (Wirkstoff: Dexamethason) und ich sollte am Montag gleich nochmal zum Spritzen kommen. Und da ich ja schon lange keine Tabletten mehr zu mir nahm, bekam ich wunderschöne Pillen (Rantudil; Wirkstoff: Acemetacin).

Vom Walken zum Laufen

Ich fange bei Null an. Nachdem ich jetzt drei Wochen ohne auch nur einen Laufkilometer hinter mir habe, wird es Zeit, dass es langsam wieder losgeht.

Nur schwimmen und ein bisschen radeln ist einfach nicht das was ich brauche. Und dann immer diese Blicke auf meine blauen Kinesio-Tapes am Bein. Viele denken, dass es sich um modische Accessoires handelt. So brüllte -man konnte es nicht überhören- einer auf der Straße: „Ist das jetzt modern mit diesen Klebestreifen?“ Hoffentlich sind die Zeiten bald vorbei, in denen kleine Kinder fast gegen Bäume laufen nur um die blauen Zeirstriche zu begutachten.

Leider musste ich auch feststellen, dass ich in der letzten Zeit viel zu wenig Krafttraining gemacht habe. Jetzt heißt es mindestens einmal die Woche eine Stunde lang den Körper in Form zu bringen, damit er nicht -nach ein paar Laufkilometern- wie ein alter Klappstuhl in sich zusammenfällt.

Um langsam meinen Körper an die Bewegung zu gwöhnen, fange ich mit Walken an und steigere mich dann langsam. Aber ohne Stöcker und riesen Trinkflaschen an den Hüften. So tief will ich dann doch nicht sinken und als Stöckenzieher enden.

Es wird alles wieder gut

Am Dienstag war es soweit. Ich lernte den „Neuen“ kennen. Uta musste sich Verstärkung besorgen, weil ihre Praxis recht gut anlief. Gut für uns Läufer ist, dass der Neue eine Menge Ahnung von Sportverletzungen im Bereich Leichtathletik hat. Er kommt vom Olympiastützpunkt MV und hat vielen bekannten Sportlern eine erfolgreiche Saison ermöglicht.

Als erstes machte er sich ein Bild von mir und sorgte dafür, dass es an den unmöglichsten Stellen knackte. Nach diesen Verbiegungen kümmerte er sich um meine Knochenhautentzündungen und massierte meine wunderschönen Waden ordentlich durch. Teilweise fiel es mir schwer, mich mit ihm zu unterhalten, da ich vor Schmerzen die Zähne nicht auseinander bekam. Er meinte nur: „Da musst du jetzt durch“. Was macht man nicht alles, um ohne Schmerzen ein Bein vor das andere setzen zu können.

Am Ende zierten meine Schienbeine zwei blaue Streifen. Dabei handelte es sich aber nicht um Blutergüsse, sondern um „Kinesio Tapes“. Hört sich fast an wie eine Kampfsportart. Aber diese sollen die entsprechenden Stellen entlasten, um eine schnelle Heilung zu gewährleisten. Er gab mir den Rat unbedingt Stabi-Training (schon wieder so ein neues Wort) zu machen und meinen Beinen noch etwas Ruhe zu gönnen.

Zwei Tage danach gings wieder zu Onkel Doc, um meine Beine röntgen und mein Blut untersuchen zu lassen. Mein Arzt nimmt es nämlich sehr genau – so gehört sich das. Wie erwartet sahen die Bilder aber gut aus und ich leide nicht an Rheuma. Damit meine Fahrt nicht umsonst war, holte ich mir gleich noch ein (weiteres) Rezept für „Manuelle Therapie“.

Nach der Arbeit sauste ich bei 30°C im Schatten ins EKZ, um mir nochmal von Rene (ja der Neue hat auch einen Namen) die Schienbeine behandeln zu lassen. Ich glaube, er findet Gefallen daran, mich zu quälen. Aber wenn ein langsamer Trainingseinstieg ab nächster Woche die Belohnung dafür ist, soll er mal weiter machen 😉

Comeback erstmal verschoben…

Eine Woche ist vergangen, in der ich nicht trainiert habe. Zumindest war ich in der Zeit nicht laufen. Am Montag besuchte ich, wie angekündigt, meinen Hausarzt und holte mir eine Spritze, diese Prozedur wiederholte ich am Donnerstag, in der Hoffnung es würde reichen und ich könnte am Wochenende wieder ohne Schmerzen laufen.

Jetzt ist Wochenende und ich kann nicht ohne Schmerzen laufen. Es soll halt einfach nicht so sein wie ich mir das vorgestellt habe. Mein Ziel war es, am diesjährigen Ivenacker Eichelauf teilzunehmen. Das Vorhaben werde ich wohl auf nächstes Jahr verschieben.

Aber jetzt im Detail: Heute früh machte ich mich auf den Weg zum Waldstadion, um dort eine abgemessene Runde von 6 km zu laufen. Es sollte ein kleiner Test sein, um zu sehen, in wie weit mein Bein wieder fit ist. Es stellte sich nach der Wende beim Ivenacker Tor heraus, dass nicht nur das rechte Bein zwickt, sondern nun auch das linke Probleme macht. Mein Tempo war bei weitem nicht zu hoch. Ich lief mit einem Schnitt von 06:06 min/km. Jetzt heißt es wieder zum Arzt und mit dem Laufen eine Pause machen. Mal sehen was am Dienstag der neue Physiotherapeut bei Uta dazu zu sagt. Ich hoffe er kann mir ein paar Tipps geben, die mir auch helfen, damit ich wenigstens in Dessau laufen kann.