Gast hat doch was vergessen…

Nach dem schönen Lauf vom Samstag, folgte der Sonntagslauf weniger schön. Es lag nicht am Wetter, sondern einfach an der Tatsache, dass sie zurück ist. Ich habe es vermutet und doch gehofft, sie findet ihr Glück in der Ferne. Gemeint ist natürlich die anhängliche Freundin namens Knochenhautentzündung.

Nach kurzer Absprache mit Anne, plante ich für den Ehrentag meines Vaters ein langsames Läufchen über 7 km. Nach 4 km stand fest, dass ich die sieben nicht voll machen werde. Mein rechtes Bein zuckte und schmerzte ein wenig. Ich dachte es sei überstanden, aber was sagte der Herr in Goethes Faust schon damals: „Es irrt der Mensch, solang er strebt“. Nun ja, was soll ich sagen, ich habe mich geirrt. Also hieß es für mich heute morgen, wieder einmal früh aufstehen, um kurz vor 6 Uhr der erste beim Arzt zu sein. Dieser spritzte etwas weiter unten als beim letzten mal, denn die Schmerzstelle war verrutscht. Sie hat sich wohl ein anderes Zimmer genommen und spielt jetzt dort wilde Sau.
Da hilft nur noch einen Gang nach unten schalten und bei der nächsten Trainingseinheit am Dienstag die Laufschuhe wieder einmal durch das Fahrrad zu ersetzen.

Ich hätte denn Testlauf am Samstag, doch lieber weglassen sollen, damit sich das Bein erholt. Statt dessen ist es nun schlimmer als vorher. Aber so ist das mit den Süchtigen. Wieder Blut geleckt wollen sie mehr, mehr, mehr… Ich denke, ich habe daraus mal wieder etwas gelernt. Nur wissen bringt nichts, wenn man es nicht anwendet.

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Erster Testlauf 2009

Man glaubt es kaum, aber ich habe wirklich seit dem 28.06.2008 an keinem Wettkampf mehr teilgenommen. Nach vielen kleinen Verletzungen, die das Laufen teilweise nicht möglich machten, konnte ich am 06.07. dieses Jahres endlich wieder nach einem Trainingsplan trainieren. Um meine Bänder, Sehnen und Muskeln nicht gleich zu überlasten, entschieden wir uns für einen 10 km Plan mit einer Zielsetzung von 50 min. Diesen begann ich dann in etwas abgeschwächter Art, mit dem Ziel am 30.08.2009 am 7. Ivenacker Eichenlauf teilzunehmen.

Nach drei Wochen „Plan-Training“ war es endlich soweit. Der erste Testlauf über 5 km stand an. Da Kersten für seinen Testlauf über 10 km den 18. Ueckermünder Abendlauf rausgesucht hatte und dort auch die Strecke von 5,5 km angeboten wurde, fuhren wir zusammen mit Mutti dorthin. Es war das erste Mal, dass sie als persönliche Betreuerin an einem auswertigen Lauf teilnahm. In Ueckermünde angekommen, fiel der Startschuss um 18:00 Uhr.

Wir warten ungeduldig auf den Startschuss.
Wir warten ungeduldig auf den Startschuss.

Da ich schon ahnte, dass es um meine Pulswerte und allgemeine Fitness nicht so schlecht stand, wollte ich nach Absprache mit Anne das Rennen langsam angehen. Ziel war es einen sogenannten „negativen Split“ zu laufen. Es war wie gesagt mein erster Testlauf und ich wusste nicht wie schnell ich laufen kann. Also lief ich am Anfang wirklich langsam los, um alles richtig zu machen und meine Beine zu schonen. Mein Puls lag Mitte des Rennens zwischen 85% und 90%. Optimale Voraussetzungen also für mein Vorhaben die zweite Hälfte etwas schneller zu laufen. Nach der Wende, die Schätzungsweise  bei KM 3 lag, wurde es nun also Zeit, das Tempo anzuziehen und mir noch 5 Läufer zu holen. Leider wusste ich nicht, wer von denen die 5,5 km, die 10,2 km bzw. die 15 km lief. Da ich lange nicht so schnell gelaufen bin, hatte ich meine Uhr noch nicht geeicht und ich konnte nur Schätzen, wie schnell ich wirklich war. In der ersten Hälfte zeigte meine RS200sd ein Tempo von 04:45 min/km bis 04:30 min/km an und in der zweiten dann 04:20 min/km bis 04:10min/km. Da ich davon ausging, dass sie immer etwas weniger misst, musste ich also schneller sein. Mein Puls stieg langsam aber sicher auf 95% und ich stellte meine Atmung etwas um, damit mein Körper genügend Sauerstoff bekam. Auf der Zielgeraden kam Kersten mir entgegen, da er für die 10,2 km wenden musste. Mutti, die Kersten bei seiner Wende für die zweite Runde mit Flüssigkeit versorgte, konnte leider kein Zieleinlauffoto von mir schießen und somit bleibt für das heimische Fotoalbum nur ein „Standbild“.

Björn im Zielbereich.
Björn im Zielbereich.

Im Endeffekt kann ich mit einer Gesamtzeit von 23:17 min (04:14 min/km) bei einem Durchschnittspuls von 90% doch echt zufrieden sein. Ich lief schneller als ich gedacht habe und meine Beine hielten auch ganz gut. Ich gewann sogar die Wertung in meiner Altersklasse. Das war auch wirklich keine Kunst, als einziger Starter bei M20-29. Insgesamt lief ich laut Ergebnisliste auf den Gesamtplatz 3 von insgesamt 11 Startern bei den 5,5 km. Kersten folgte mir und belegte ebenfalls Platz 1 in der Altersklasse M45 und den 3. Gesamtrang bei den 10,2 km. So feierten wir anschließend bei einer köstlichen Bratwurst im Rahmen der Ueckermünder Hafftage unseren Erfolg.

Arztbesuch und Naturdusche

Nachdem ich mich am Sonntag etwas überanstrengt habe, war die Entscheidung, meinen Hausarzt aufzusuchen, doch die richtige.

Aber ich fange mal am Anfang an. Es sollte mein erstes richtiges Intervalltraining werden. Da ich früher schnelle Einheiten gerne auf Asphalt gelaufen bin, habe ich gedacht ich laufe wieder Richtung Klockow und dann rechts den neuen Weg nach Wackerow. Meine Zeiten waren super. Mein Körper stellt sich halt manchmal etwas zickig an. So ging ich am Abend früher als gewöhnlich ins wohlverdiente Bettchen, weil ich mich völlig fertig fühlte. Die Folgen dieses Kraftaktes spürte ich am Montag immer noch. Erst diese Kopfschmerzen und dann noch so ein komisches Gefühl im Bein. Sie war wieder da. Zum Glück habe ich in Sachen Verletzungen schon einige Erfahrungen und so habe ich sie sofort erkannt. Die gemeine Knochenhautentzündung an der rechten Schienbeininnenseite. Sie war mir bekannt und ich habe zum Glück schnell gehandelt. Voltaren-Verband, Kühlung, entzündungshemmende Tabletten und eine Spritze beim Onkel Doktor halfen mir, diesen ungebetenen Gast loszuwerden.

Nachdem ich am Dienstag auf einer Strecke von 8 km ein bisschen Blümchen gepflückt habe, musste ich gestern im ruhigen Tempo dieselbe Strecke absolvieren. Gespannt ob mein Gast im Bein nicht doch etwas vergessen hatte und demzufolge wiederkommen musste, trat ich diesen Lauf an. Zur Ablenkung, um nicht ständig daran denken zu müssen, habe ich mir den „King of Pop“ auf meinen Player geladen. Ein paar Minuten ABC-Lauf, ein kurzes Schwätzchen mit Kersten, den ich zufällig beim Einlaufen traf, und dann ging es los.

Um jetzt nicht jeden Stein auf der Stecke zu beschreiben, sage ich nur soviel, dass ich nass losgelaufen bin und nass wieder im Ziel war. Beim Start war es so warm, dass ich ohne große Anstrengung ins Schwitzen kam. Im Ziel war es dann die erwartete kühle Erfrischung vom Himmel, die für eine nasse Unterhose sorgte. Nun ja ich war glücklich und meinem Bein ging es auch ganz gut. Am Anfang dachte ich etwas zu merken, aber es sollte eine Einblidung bleiben. Besser ist das auch. Schließlich will ich am Samstag zusammen mit Kersten am 18. Ückermünder Abendlauf teilnehmen.