21. Powertriathlon Gera – Sprintdistanz

Nach dem DNS beim Jenaer Duathlon und der damit verbundenen Enttäuschung stand auch lange nicht fest, wie und ob überhaupt der Powertriathlon in Gera bei mir laufen würde. Nachdem ich das hiesige Fachpersonal um Rat bat, stellte sich schnell heraus, dass sich mein Tractus iliotibialis am linken Oberschenkel über die Zeit verkürzt hat und nun bei Belastung aufs äußere Knie drückt. Das klassische Läuferknie. Schmerzhaft, aber mit der Zeit gut therapierbar. Zeit, die ich nicht hatte. Nur zwei Wochen lagen zwischen dem Duathlon und dem ersten Triathlon der Saison. Anfangs war ich sehr optimistisch. Je näher aber der 17.05.15 rückte, desto unsicherer wurde ich, weil die gewünschte „Wunderheilung“ ausblieb.

Ich versuchte die Belastung so gering wie möglich zu halten und so kam ich in den letzten zwei Wochen vor Gera auch nur auf insgesamt 8 h Training. Wobei ich davon 4,5 h im Wasser war. Donnerstag (drei Tage vorm Triathlon) testete ich ein letztes mal das Knie. 1,5 km laufen und 250 m gehen und das Ganze vier mal. Die Schmerzen dabei waren zwar zum Aushalten, ließen mich aber weiter daran zweifeln, dass ich fünf Kilometer nach dem Schwimmen und Radfahren im Wettkampftempo überstehen könnte.

Am Wettkampftag starteten früh um 08:30 Uhr die Damen und Herren der ersten Startwelle des Powertriathlons (OD). Mit dabei war Juliregen, welche ein spannendes Rennen absolvierte und mich damit etwas von meinen „Sorgen“ ablenken konnte. Für weitere Ablenkung sorgten die spontan angereisten Edelgroupies. Eine echte Überraschung. Vielen Dank nochmal für eure Unterstützung.

Mein Start war für 13:30 Uhr angesetzt. Erstmals wurde bei der Volksdistanz zwischen Sprint und Jedermann unterschieden. So kamen laut Startliste auch nur 22 Konkurrenten zusammen (Sprintwertung – für ambitionierte Triathleten und Startpassinhaber).

Schwimmen

Der Start war recht unspektakulär, da wir nur zu sechst auf einer Bahn waren und uns schon im Vorfeld über eine Reihenfolge einigten. Ich sollte als zweites schwimmen und hoffte auf ein wenig Schwimm- bzw. Wasserschatten. Leider konnte ich den aber nur die ersten beiden Bahnen genießen, da das Tempo vom späteren Gesamtsieger Kai Schönbeck einfach zu hoch für mich war. Nach 10:37 min stieg ich aus dem Wasser und war somit elf Sekunden schneller als 2013. Zufrieden könnte ich mit der Zeit sein. Bin es aber nicht so richtig. Gerne wäre ich einen Ticken schneller unterwegs gewesen. Es war halt einfach nicht mehr drin an diesem Tag.

Wechsel

Der Lauf in die Wechselzone lief schon mal ohne Schmerzen. Ein gutes Zeichen. Zum Aufatmen blieb aber keine Zeit, da drei Athleten (plus zwei Junioren) vor mir aus dem Wasser stiegen und ich auf dem Rad möglichst viele davon wieder einholen wollte. Um meine Wechselzeit von 2013 zu verbessern, entschied ich mich gegen Socken und stieg so erstmalig barfuß in meine Radschuhe. Damit sparte ich 40 Sekunden gegenüber 2013 ein.

Radfahren

Auf dem Rad lief es einigermaßen. Im Endeffekt konnte ich mein Ziel aber nicht erreichen, muss aber dazu sagen, dass ich gerade in engen Kurven und an den Wenden viel Zeit verloren habe. Nach einem Sturz im Training war ich hier einfach noch ein wenig blockiert und konnte nicht frei fahren. Auf den Geraden lief es recht gut. Trotzdem machte ich keinen Platz gut. Im Gegenteil. Ich verlor sogar einen.

Wechsel

Als Fünfter mit nur zwei Sekunden zum Vierten stieg ich vom Rad und wechselte 21 Sekunden schneller als 2013 in die Laufschuhe. Insgesamt sparte ich alleine bei den Wechseln also eine gute Minute ein.

Laufen

Aufgrund der für mich recht schwachen Radleistung war der Abstand zum angepeilten Podium relativ groß. Ganze 44 Sekunden lagen zwischen mir und dem zu diesem Zeitpunkt Drittplatzierten. Natürlich wusste ich das nicht. Durch die mit uns gestarteten Junioren war das Feld sehr unübersichtlich. Es spielte in diesem Moment für mich auch keine Rolle. Ich wollte einfach nur laufen und das möglichst schnell und schmerzfrei.

Insgesamt mussten drei Runden im flachen Hofwiesenpark absolviert werden. Schon nach wenigen hundert Metern konnte ich meinen auf dem Rad verlorenen Platz wieder wett machen. Immer wieder horchte ich ins Knie. Aber da war nichts. Kein Schmerz, der mich behinderte. Also drückte ich weiter aufs Tempo. Kilometerzeiten knapp unter 03:50 min/km stimmten mich zufrieden. Die Groupies am Streckenrand waren sicher nervöser als ich. Wussten sie ja nicht, dass ich schmerzfrei war und frei laufen konnte. Dafür wussten sie im Gegensatz zu mir, auf welcher Position ich mich befand, was die Sache sicherlich noch aufregender machte. Zum Ende der letzten Runde war mir klar, dass ich es bis ins Ziel schaffe. Ich gab nochmal alles und bog auf die Zielgerade ein. Ein herrlicher Moment mal wieder einen Triathlon gefinisht zu haben. Liegt der letzte ja mittlerweile fasst 22 Monate zurück.

Fazit

Unter den Umständen hätte ich mir kaum ein bsseres Comeback vorstellen können. Ich konnte den dritten Platz aus 2013 wiederholen und dann auch noch meine Gesamtleistung deutlich steigern. Vielen Dank nochmal für die Untertützung an der Strecke. Auch wenn ich während des Rennens meistens von außerhalb nichts aufnehme, hilft es ungemein zu wissen, das da jemand ist😉.

Jetzt freue ich mich auf die weitere Saison. Die nächsten Wettkämpfe sind geplant und das Knie muckt hoffentlich auch bald nicht mehr auf.

Und wie üblich zum Abschluss der Wettkampf in Zahlen (Ergebnisse):

Schwimmen 10:37 min 700 m 01:31,0 min/100 m
Wechsel 1: 01:50 min
Rad: 30:58 min 19,43 km 37,65 km/h
Wechsel 2: 00:48 min
Laufen 19:21 min 5.090 m 03:48,1 min/km
offizielle Gesamtzeit: 01:03:34 h
Gesamtplatzierung: 3. von 17
AK-Platzierung: 1. von 1

DNS beim Jenaer Duathlon

Der Tag startete eigentlich wie jeder Wettkampftag bei uns. Alles normal und wieder viel zu zeitig im Stadion mit der blauen Bahn. Juliregen sollte 11:50 Uhr über die Sprintdistanz (5/20/2,5) beim Jenaer Duathlon an den Start gehen. Mein Vorhaben war es, die längere Distanz (10/40/5) zu absolvieren, um zu sehen, wo ich momentan leistungstechnisch stehe. Ein Wettkampf aus dem vollen Training heraus. Soll heißen, dass Montag geschwommen wurde, am Dienstag Laufen (Intervalle) mit anschließender Radeinheit auf dem Plan stand und am Mittwoch dann Intervalle am Rad absolviert wurden. Am Donnerstag besuchten wir morgens noch kurz das Westbad in Freiburg, um anschließend nach Jena zu reisen. So weit so gut.

Zurückblickend bemerkte ich schon seit Mittwoch oder Donnerstag ein leichtes Ziehen in der äußeren Kniekehle. Ich dachte an nichts Schlimmes. Zwickt es doch immer mal. Beim Anfeuern von Juliregen bemerkte ich dann erstmals, dass mir das Laufen nicht gerade Freude bereitete. Trotzdem ging ich nicht davon aus, dass mein Start gefährdet wäre. Erst bei meiner Erwärmung dann der erste Stillstand nach einer dreiviertel Stadionrunde. Ein penetranter Schmerz, der von Schritt zu Schritt stärker wurde – bis schließlich gar nichts mehr ging. Ich war verzweifelt. Solls das gewesen sein? Ich versuchte es noch zwei weitere Male. Doch wieder scheiterte ich nach rund 300 m. Das war’s. So schaffe ich nie im Leben 10 km, um wenigstens ordentlich Rad fahren zu können. Trotzdem stellte ich mich mit den anderen Athleten an den Start. Probieren musste ich es einfach. Auch wenn mir eigentlich klar war, dass ich wieder nur eine dreiviertel Runde weit komme, musste ich es einfach versuchen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Alles weitere könnt ihr euch sicher denken. Spaß sieht anders aus.

Einen Tag später war ans Laufen weiterhin nicht zu denken, Bergintervalle auf dem Rad aber kein Problem. Komische Sache. Ich bin ratlos und konsultiere erstmal geschultes Fachpersonal. Bis dahin bleibt ja immerhin noch das Schwimmen und das Radeln.

PS Manch einer mag jetzt sagen, dass ich doch gestartet bin und es sich eigentlich um ein DNF handelt. Gerne auch ein DNF. Egal und unwichtig. Aber ganz ehrlich ein Start in ein Rennen sieht bei mir deutlich anders aus.

DNS – Did not start (nicht gestartet)
DNF – Did not finish (Ziel nicht erreicht)

38. Rhein-Volkslauf 2015

Bis Ende Januar lief alles nach Plan. Die Schwimmform passte, die Laufform war auf einem guten Weg und Radfahren kann ich ohnehin recht ordentlich. Was dann aber folgte, waren mehrere Wochen der Ruhe. Ruhe, die ich nicht wollte. Ich war motiviert und wollte nach der ersten Grundlagenphase einfach weiter trainieren. Leider kriegt man nicht immer das, was man will.

Gleich zweimal erwischte es mich. Beim ersten Mal waren es „nur“ die Nasennebenhölen, welche mal wieder um Aufmerksamkeit bettelten. Beim zweiten Mal dann wieder die NNH und ein Infekt, der mich mehrere Tage jämmerlich ans Bett fesselte. Da war sie dahin, die perfekte (verletzungs- und krankheitsfreie) Saisonvorbereitung. Es war mehr als demotivierend zu sehen, wie die Form wieder verschwand. Aber egal. Die Talfahrt scheint überstanden und ich trainiere wieder nach Plan.

Bei Juliregen (wir trainieren zusammen den gleichen Plan) hatte sich ein 10 km-Test nach der ersten Aufbauphase in den vergangenen Jahren als sinnvoll erwiesen. Und so kam es, dass ich zusammen mit ihr am 38. Rhein-Volkslauf in Maximiliansau teilnahm. Zehn Kilometer auf flacher, asphaltierter und vermessener Strecke. Ein Formtest, der mir vor allem zeigen sollte, wo ich nach den Krankheitsphasen stehe.

Das Starterfeld war wirklich gut besetzt und so musste ich nur die letzten drei bis vier Kilometer alleine gegen den Wind laufen. Zu meiner Freude konnte ich mich am Anfang zurück halten, so dass ich am Ende sogar einen negativen Splitt schaffte.

Am Ende speicherte die V800 eine 37:58 min für 10 km. Bis zum Ziel waren es dann aber noch ein paar Meter und so beendete ich mit 38:29 min das Rennen.

In den nächsten Wochen warten dann weitere Highlights. Beim Jenaer Duathlon werde ich mich mal auf der langen Strecke probieren (aus dem Training heraus) und anschließend zwei Wochen später beim Powertriathlon auf der Sprintdistanz versuchen aufs Treppchen zu kommen oder zumindest meine Zeit aus dem Jahr 2013 ein wenig zu verbessern.

Zusammenfassung:

Zeit: 00:38:29 h

Gesamtplatz: 26. von 382

AK-Platz: 9. von 24

(Ergebnisse)

Strecke bei GPSies.de

Bericht Juliregen

Es geht weiter aufwärts

Die ersten zwei Blöcke (Vorbereitungs- und die erste Grundlagenphase) des Trainingsplans für die erste Saisonhälfte sind Geschichte. Die letzte Woche war also eine Ruhewoche, in der am Ende immer ein kleiner Formtest auf dem Programm steht. Juliregen und ich entschieden uns recht kurzfristig das Wochenende in Gera zu verbringen. Wir hofften natürlich auch auf ideale Schwimmbedingungen im altbekannten Hofwiesenbad😉. Und wir sollten nicht enttäuscht werden.

Wie so häufig an einem Samstag standen wir pünktlich um 14:30 Uhr am Beckenrand. Insgesamt waren drei der sechs abgeleinten 50 m-Bahnen frei. Trotzdem entschieden wir uns eine Bahn zu teilen, damit wir garantiert nicht gestört werden. Im Vorfeld war ich sichtlich nervös, wollte ich doch endlich unter 15 min auf 1.000 m schwimmen. Endlich die Schallmauer von 1:30 min/100 m knacken. Vor vier Wochen fehlten lediglich sechs Sekunden. Und jetzt? Freie Bahn! Keine Ausreden! Nur eins: Vollgas und hoffen, dass die Arme mitspielen.

Und sie spielten mit. Auch wenn ich nach 300 m dachte, dass sie etwas schlapp machten und ich das Tempo nicht halten könnte, drückte ich ich erste Zwischenzeit nach 7:19,2 min (500 m). Die letzten 500 m vergingen dann wie im Flug. Noch 400, 300, 200, 100 und Schluss. Die zweite Hälfte war mit 7:20,5 ebenfalls mehr als zufriedenstellend. Insgesamt steht nun also eine 14:39,7 min im Buch der persönlichen Bestzeiten:-).

Beim Laufen am nächsten Morgen entschied ich mich gegen einen richtigen Test. Die Beine sollen sich erst langsam wieder an die Geschwindigkeiten gewöhnen. Und so lief ich vorm Frühstück insgesamt 14,5 km auf der originalen Laufstrecke des Powertriathlons. Wobei ich sechs Runden (10 km) in 42:30 min absolvierte.

Nach dem ausgiebigen Frühstück ging es dann auch schon wieder nach Hause. Und weil die Straßen es gut mit uns meinten, blieb sogar noch Zeit für 60 min Rollentraining:-).

Neues Jahr neue Ziele

Nach meiner ersten „richtigen“ Triathlon-Saison im Jahr 2013 könnte man sagen, dass ich in ein Loch viel. Man könnte aber auch sagen, dass ich nach der Off-Saison einfach Probleme hatte mir neue Ziele zu setzen. So begann 2014 recht unspektakulär. Ich lief ab und an in den Jenaer Kernbergen, um ein wenig Abstand zum Schreibtisch zu bekommen. Dieser sollte nämlich in den ersten drei Monaten des Jahres 2014 mein Platz sein.

Der Abgabe Termin der Bachelor-Arbeit rückte näher und als wäre das nicht Stress genug mit ihm der Auszugstermin und der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. So verlagerte sich mein Lebensmittelpunkt im April in den wunderschönen Süden.

Nachdem die Umzugskartons ganz langsam weniger wurden, entwickelte sich auch bei mir wieder der Wille, mich sportlich zu betätigen. Da Triathleten im Winter gemacht werden, fiel das also schon mal flach😉. Zum Schwimmen konnte ich mich nur bedingt motivieren und beim Laufen hätte ich einfach zu viel Zeit benötigt, um wieder rein zu kommen ohne eine erneute Verletzung zu riskieren. Was blieb, war das Radfahren. Vorteil dabei war auch, dass ich die neue Umgebung viel besser kennenlernte:-). Am Anfang fuhr ich relativ planlos durch die Gegend. Einfach um wieder eine gewisse Form zu erlangen. Später wollte ich dann aber auch mehr und suchte nach größeren Herausforderungen.

Als Highlights bleiben mir der Schauinslandkönig (Einzelbergzeitfahren), die Staffelteilnahme beim Breisgau Triathlon (Radpart bei der Mitteldistanz) der SURM (Schwarzwald Ultra Rad Marathon) und der Rothaus RiderMan (dreitägiges Etappenrennen) in guter Erinnerung. Ich verzichte an dieser Stelle auf weitere Ausführungen. Hat Juliregen doch wunderschöne Artikel verfasst:

Schauinslandkönig (11,5 km | 800 HM)

Breisgau Triathlon (80 km |1.100 HM)

SURM 2014 (230 km | 4.000 HM)

Rothaus RiderMan Tag 1: Einzelzeitfahren (16 km | 200 HM)

Rothaus RiderMan Tag 2: Radrennen (92 km | 1.350 HM)

Rothaus RiderMan Tag 3: Radrennen (90 km | 1.150 HM)

Abschließend war das Jahr 2014 ein Jahr der Veränderungen. Und auch wenn ich „nur“ Rad gefahren bin, blicke ich auf viele schöne Momente zurück. Im neuen Jahr kehre ich aber wieder zum Triathlon zurück. Wie gesagt: Triathleten werden im Winter gemacht und so wurde für eine erfolgreiche 2015er Saison bereits im letzten Jahr der Grundstein gelegt.

Nach der Off-Saison begann ich wieder alle drei Sportarten regelmäßig zu trainieren. Gerade beim Schwimmen wurde ich für meine Nachlässigkeit bestraft. Besonders die ersten Einheiten waren hier sehr anstrengend und demotivierend. Trotzdem habe ich weiter gemacht und wurde am 29.11.2014 wirklich sehr überraschend nach nur acht Wochen und 20 Einheiten (ca. 15 h) mit einer neuen Bestzeit beim Schwimmtest über 1.000 m belohnt (von 15:28 min auf 15:23 min). Weitere vier Wochen später konnte ich auch diese bereits wieder verbessern (15:06 min). Nie im Leben habe ich damit gerechnet. Vielmehr hatte ich gehofft bis zum Wettkampfstart wieder an meine alte Form anzuknüpfen. Und auch beim Laufen mache ich so langsam wieder Fortschritte:-).

Ich freue mich auf eine neue Triathlon-Saison und wünsche allen Lesern an dieser Stelle noch mal ein frohes neues und vor allem verletzungsfreies Sportjahr 2015.

Juli 2013 – Auswertung

Der Juli ist zu Ende und mit ihm auch meine erste Triathlonsaison. Ich habe viel trainiert und auch eine ganze Menge gelernt. Der Abschluss in Leipzig war wirklich gelungen, auch wenn ich mit der Laufleistung nicht zufrieden bin.

Nach der erfolgreichen Regeneration bin ich nun bereit mich neuen Aufgaben zu stellen. Mir schwebt da auch schon was im Kopf herum. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob es beim Herumschweben bleibt. Auf alle Fälle darf wieder trainiert werden. Bis dahin drückt mir die Daumen, dass mein Bein hält.

Juli
Einheiten Distanz HDiff. Zeit
Laufen: 13 116,75 km 465 HM 08:59:01
Rennrad: 18 580,35 km 3.000 HM 17:58:57
Rolle:
Schwimmen: 8 k. A. 06:37:26
Stabi:
Insgesamt: 39 697,10 km 3.465 HM 33:35:24

30. Leipziger Triathlon – Erste Olympische Distanz

Da war er nun, der 28.07.2013. Der Tag, an dem ich meine erste Olympische Distanz im Rahmen des 30. Leipziger Triathlons absolvieren wollte. Lange habe ich auf diesen Tag hingearbeitet und doch wusste ich nicht so richtig, was mich erwartet. Trotzdem ging ich nicht ohne Plan an den Start. Die Zielstellung war das Schwimmen zu überleben, möglichst nah an einen 40er Radschnitt zu kommen und beim Laufen nicht länger als vier Minuten pro Kilometer zu brauchen.

Da es sich beim Leipziger Triathlon für Juliregen und mich um einen Jahreshöhepunkt handelte, nahmen wir uns eine kleine Unterkunft in der Nähe des Kulkwitzer Sees und reisten bereits am Samstag mit dem Auto nach Leipzig. So konnten wir schon am Vortag die Startunterlagen abholen und die Radstrecke mit dem Kfz nochmals sichten.

Am Abend ging es dann zeitig ins Bett, um am Wettkampfsonntag dann noch zeitiger am Ort des Geschehens zu sein. Vielleicht sind drei Stunden vorm Start wirklich bisschen früh, aber so hat man wenigstens genügend Zeit, um sich auf alles vorzubereiten.

So perfekt die Vorbereitung auch vonstatten geht, so hat man keinen Einfluss auf das Wetter. Vorhergesagt waren 38°C zwischen 11 und 14 Uhr (Start: 11:05 Uhr). Glücklicherweise blieben wir aber verschont und so kletterte das Thermometer „nur“ auf 30°C.

Schwimmen

Bereits am Vortag die Meldung: „Mittlere Wassertemperatur um 23:55:00 – 25 Grad. Neopren ist nicht wird nicht erlaubt.“ Da hatte ich Glück im Unglück, hing der Neoprenanzug doch zur Abfahrt bereit an der Garderobe in Jena.

Pünktlich um 11 Uhr starteten die 200 Teilnehmer mit Lizenz und den roten Badekappen. Anschließend wurden die 400 Athleten ohne Startpass ins Wasser gelassen. Ich schwamm mich kurz ein und sortierte mich in die zweite Startreihe, da ich davon ausgegangen bin, dass die guten Schwimmer in der ersten Startwelle vertreten waren.

Der Start erfolgte aus dem Wasser heraus, was die Sache gerade am Anfang deutlich entspannter machte. Kaum Gekloppe und auch ansonsten kam ich gut weg und fand meinen Rhythmus.

Geschwommen wurde ein kleiner Dreieckskurs mit insgesamt drei Bojen, welche wirklich gut sichtbar aus dem Wasser ragten. Highlight vom Schwimmen war ein ca. ein Meter langer Fisch, welcher kurz vorm Ende unter mir schwamm. Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Ich hatte keine Probleme und kam nach 25:41 min aus dem Wasser.

Insgesamt war dies die 19. Schwimmzeit von allen Startern der Olympischen Distanz, worauf ich schon ein bisschen stolz bin, zumal ich die letzten drei Wochen nur sehr spärlich schwimmen war, da die örtlichen Gegebenheiten es nicht wirklich zuließen. Mein Ziel das Schwimmen lediglich zu überleben konnte ich somit mehr als übererfüllen:-). Aber das Rennen fing ja auch erst an.

1. Wechsel

Schon der Schwimmausstieg war ein Traum. Rechts und links die jubelnden Zuschauer. Gänsehaut pur. Angekommen in der Wechselzone fand ich schnell mein Rad und wechselte ohne Probleme. Vergleicht man die Wechselzeiten mit anderen Startern habe ich hier aber noch Potential😉.

Rad

Auf dem Rad konnte ich von Anfang an ordentlich Druck machen und bereits nach der ersten von vier Radrunden zeigte mir mein Garmin eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 40 km/h an. Diesen Schnitt wollte ich natürlich halten. Dazu musste ich gerade auf dem Stück mit Gegenwind hart arbeiten. Glücklicherweise gibt es bei einem Rundkurs dann aber auch immer ein Stück mit Rückenwind, auf dem die verloren gegangene Zeit wieder eingeholt werden muss.

Was der Fisch beim Schwimmen war, war beim Radfahren Maik Petzold. Als dieser mich als Führender überrundete, fragte er mich, wie viele Runden denn zu fahren seien. Im ersten Moment war ich sehr verwundert, welcher Depp sich denn nun wieder mit seiner Zeitfahrmaschine beschwert, da ich die Frage zunächst nicht verstand. Erst als er vorbei war, realisierte ich,  wer mich da von der Seite anquatschte:-).

Am Ende meiner 2. Runde konnte ich in einer kleinen Gruppe, welche nebeneinander fuhr, Marcus ausmachen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn so früh überrunden kann und so motivierte dies natürlich zusätzlich. Ein kurzer Gruß und ab ging die Post. Mit 50,1 km/h erreichte ich hier (natürlich bei Rückenwind) meine Höchstgeschwindigkeit. Danke dafür😉.

Auch am Ende von Runde drei war mein Schnitt noch knapp über 40 km/h. Es wurde aber schwerer und so konnte ich das Tempo nicht mehr ganz so hoch halten. Gefühlt war natürlich der Wind schuld, welcher nun stärker von vorne und dafür weniger von hinten wehte. In Wirklichkeit war ich aber am Limit und konnte einfach nicht schneller. Auf dem letzten Stück fuhr ich mit deutlich weniger Druck, um die Beine zu lockern. Schließlich lagen noch knapp 10 km Laufstrecke vor mir. Am Ende reichte es dann zumindest für einen guten 39er Schnitt auf der 42,45 km langen Radstrecke, welche durch die vielen Starter ab Runde zwei doch recht voll war. So musste ich die meiste Zeit links fahren und war froh, wenn ich mal nicht überholen musste und einfach nur fahren konnte.

2. Wechsel

Beim Checkin prägte ich mir die Laufwege gut ein und so fand ich schnell meinen Platz. Alles ohne Probleme und für meine Verhältnisse recht zügig. Am Ausgang der Wechselzone drückte ich meine Uhr und startete die Aufzeichnung.

Laufen

Ich kam auf den ersten Metern recht gut rein. Kein Geeiere, keine Krämpfe und auch sonst lief es zunächst wirklich gut. Die ersten 500 m mit einer Pace von 03:52 min/km. Dieses Tempo konnte ich aber nicht halten und so waren die zweiten 500 m mit 04:22 min/km (inkl. kleiner Anstieg) schon deutlich langsamer. Auch im weiteren Verlauf wurde ich langsamer. Keine Ahnung, woran es lag. Ich war einfach platt. Die Beine schwer wie Blei. Immer wieder versuchte ich das Tempo zu erhöhen, um dem Einbruch entgegenzuwirken. Doch es half nicht.

leipziger-triathlon_2013-07-28_13-04-45_rb_L (max. 3000px)_598697Wahrscheinlich war die angesetzte Pace nach dem anstrengenden Radfahren einfach zu hoch. Vielleicht hätte ich langsamer anlaufen sollen. Vielleicht war es auch zu warm. Alles Spekulationen. Fakt ist, dass ich mit dem Tempo nicht glücklich war. 04:34 min/km sind für mich einfach enttäuschend. Gerade weil es im Training deutlich besser lief.

Mal sehen, was die Zukunft noch bringt. Wäre schon schön, wenn ich das mit dem Bein endlich in den Griff kriege. Ich laufe gerne und gerne würde ich auch wieder schnell laufen.

Fazit

Da ich eigentlich vom Laufen komme und erst seit weniger als einem Jahr strukturiert alle drei Disziplinen trainiere, bin ich vor allem mit der Schwimm- und Radleistung sehr zufrieden. Beim Laufen hapert es ein wenig. Ich denke, dass ich hier größere Umfänge brauche. Leider war das in der Vergangenheit auf Grund von Shin-Splint am rechten Bein aber nicht möglich.

Ansonsten war der Leipziger Triathlon ein würdiger A-Wettkampf. Der perfekte Höhepunkt für meine erste Triathlonsaison. Sollte es sich ergeben, werde ich sicher nicht das letzte Mal dort gewesen sein.

Und wie üblich zum Abschluss der Wettkampf in Zahlen (Ergebnisse):

Schwimmen: 00:25:41 h (19) für 1550 m 01:39,4 min/100m
Wechsel: 00:01:47 h (169)
Rad: 01:04:23 h (36) für 42,45 km 39,56 km/h
Wechsel: 00:01:04 h (89)
Lauf 2: 00:43:40 h (97) für 9.56 m 04:34,1 min/km
offizielle Gesamtzeit: 02:16:35 h
Gesamtplatzierung: 38. von 454
AK-Platzierung: 10. von 48